Schon einmal von AIOps gehört?

Neue APM-Funktionen von New Relic und Virtual Instruments

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Ulrike Ostler

Läuft alles reibungsfrei? Spielt alles zusammen, wie es soll? Mithilfe von AIOps isoll sich die Servicebereitstellungin der IT beschleunigen, die Effizienz erhöhen und das Anwendungserlebnis optimieren.
Läuft alles reibungsfrei? Spielt alles zusammen, wie es soll? Mithilfe von AIOps isoll sich die Servicebereitstellungin der IT beschleunigen, die Effizienz erhöhen und das Anwendungserlebnis optimieren. (Bild: gemeinfrei: Gerd Altmann auf Pixabay)

New Relic und Virtual Instruments haben jeweils eine neue Version ihrer APM-Anwendungen veröffentlicht, in denen sie Künstliche Intelligenz (KI) beziehungsweise Artificial Intelligence (AI) verwenden: AIOps lautet somit das neue Schlagwort.

Application Performance Management (APM) ist eine Software für das Management von IT-Services, mit der sich Cloud-, On-Premise- und Hybridanwendungen sowie die Hybrid-IT-Infrastruktur intelligent überwachen, analysieren und steuern lassen. Admins können damit das Benutzererlebnis überwachen, die Stabilität der Anwendungsinfrastruktur steigern und Ausfällen vorbeugen.

Die Kundenzufriedenheit hat für immer mehr Unternehmen oberste Priorität, insbesondere im E-Commerce oder auf Online-Buchungsportalen. Um sie aufrechtzuerhalten, ist es unerlässlich, Problemursachen in den IT-Systemen wie auch in den Cloud-Anwendungen aufzuspüren. Das Werkzeug, das die Überwachung und Wartung von Cloud-Anwendungen erlaubt, ist Application Performance Management (APM) oder Infrastructure Performance Management(IPM).

Es gibt zahlreiche Anbieter von APM-Lösungen, so etwa IBM, Oracle, Materna, Dynatrace und New Relic. Ihre Nutzer sind unter anderem Admins und Software-Entwickler. In unterschiedlicher Ausprägung bietet ein APM-Paket mehrere zentrale Vorteile.

Dazu gehört die Messung der Anwendungsleistung aus der Benutzerperspektive, das Verhalten der Anwendungsleistung während der tatsächlichen Geschäftstransaktion; die Diagnose von Engpässen und Leistungseinbußen; analytische Einblicke zum Management dynamischer Trends; das Erkennen von Anwendungskomponenten in Systemumgebungen und die Vorhersage von möglichen Ausfällen, sei es von VMs, Containern oder ganzen Anwendungen.

Für den Admin einer Unternehmens-Website ist APM ein unerlässliches Werkzeug. Durch Ergänzung mit Infrastructure Performance Management (IPM) und Application Testing kann er das Gesamtbild, das er von seiner Cloud-Umgebung erhalten will, erweitern, etwa um eine Planungskomponente. Neuerdings soll Machine Learning helfen, seine Aufgaben zu automatisieren.

Neues von New Relic

New Relic (NR) bietet eine so genannte Digital Intelligence Platform, die APM, IPM und Analytics ("Insights") umfasst, und betreibt diese Plattform ausschließlich in der Cloud. Die neue Produktsuite trägt den Namen „New Relic One“ und ist die erste objektorientierte Beobachtungsplattform im APM. In ihr sind diverse Services vereint, darunter „APM“, „Synthetics“, „Mobile Monitoring“, „Browser Monitoring“ und „Infrastructure“ – also zahlreiche Produkte, die aus dem New Relic-Portfolio stammen.

Mit dem „Insights“-Modul lassen sich diese Befunde tiefer analysieren, visualisieren und weiterleiten. New Relic One ist die neue Benutzeroberfläche (UI), mit der ein Nutzer alle diese Module leichter verwalten und im jeweiligen Kontext überblicken kann. Einer der Hauptvorteile von New Relic One sei die globale Suchfunktion, sagte Gregory Ouillon, der CTO für die Region EMEA bei New Relic.

Entities in New Relic One
Entities in New Relic One (Bild: New Releic)

NR hat im Februar den israelisch-amerikanische Event-Intelligence-Anbieter Signif AI übernommen, der sich auf künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) spezialisiert hat. Die Signif-AI-Technologie korreliert verknüpfte Phänomene und extrahiert prädiktive Einsichten, um sowohl technischen als auch DevOps-Teams durch die Vorhersage und proaktive Behebung von Problemen hinsichtlich der Site Reliability zu helfen.

„Mit mehr als 60 Integrationen – von Open-Source- und kommerziellen Monitoring-Tools bis hin zu gängigen Diensten vieler DevOps-Toolchains – stellt Signif AI bei Vorfällen durch automatisches Korrelieren zusätzlichen Kontext bereit“, sagt CEO Lew Cirne. „So kann das Softwareteam bei Vorfällen rasch Antworten erhalten und letztlich die mittlere Lösungszeit (MTTR: Mean Time to Resolution) verkürzen.“

Erkennen des Normalfalls

New Relic hatte zuvor den „Dynamic Baseline Alert“ (DBA) entwickelt. Dieser auf Machine Learning basierende Algorithmus erzeugt aus historischen und aktuellen Daten einen 'Normalfall' als Baseline und lässt auf dieser – lernenden, anpassbaren – Basis nicht nur Was-wäre-wenn-Szenarien zu, sondern auch Vorhersagen.

Der New Relic Cluster Explorer in Relic One bietet den Nutzern eine Lösung für die mit dem Betrieb umfangreicher Kubernetes-Umgebungen verbundenen Herausforderungen. Die Pfeile und Sprechblasen dieser Demo veranschaulichen verschiedene Leistungsmerkmale.
Der New Relic Cluster Explorer in Relic One bietet den Nutzern eine Lösung für die mit dem Betrieb umfangreicher Kubernetes-Umgebungen verbundenen Herausforderungen. Die Pfeile und Sprechblasen dieser Demo veranschaulichen verschiedene Leistungsmerkmale. (Bild: New Relic)

Die KI, die diesen ML-Algorithmus umfasst, ist in der Lage, selbständig Problemzonen zu suchen und Ratschläge zu erteilen. Für einen Saison-Höhepunkt wie den Black Friday werden selbstverständlich Gegenmaßnahmen hinsichtlich Engpässen empfohlen. Im B2B- und MSP-Bereich garantiert NR 99 Prozent Uptime und praktisch keine Ausfallzeiten. Der Beitrag von Signi fAI ergänzt dieses „Projekt Seymour“ hinsichtlich des Aufspürens von Anomalien, ihres Zusammenhangs und ihrer Behebung.

Microservices werden in Containern verwaltet, aber in einer Unternehmensarchitektur können sie eine extrem hohe Anzahl erreichen. Um in einem Kubernetes-gestützten Cluster alle Container auf den verschiedenen Nodes verwalten und bei Problemen warten zu können, bietet NR seit dem Sommer seinen Kubernetes Explorer an, eine SaaS-Lösung. „Kubernetes Cluster Explorer“ ist eine Komponente von New Relic One.

Virtual Instruments

Der US-amerikanische Anbieter Virtual Instruments betrachtet sich als Marktführer im Bereich AIOps für das Management von hybriden Infrastrukturen. Er bietet umfassende Überwachungslösungen und auf KI basierende Analyselösungen für hybride Rechenzentren.

In Virtual Instruments kommen verschiedene Funktionsbereiche zusammen und überschneiden sich.
In Virtual Instruments kommen verschiedene Funktionsbereiche zusammen und überschneiden sich. (Bild: Virtual Instruments)

AIOps ist ein Begriff, den die Gartner-Analysten geprägt haben. Dahinter verbirgt sich die Verwendung von Algorithmen und KI-Techniken zwecks Analyse von Big Data aus verschiedenen betrieblichen Tools in IT und Business, um die Servicebereitstellung zu beschleunigen, die Effizienz der IT zu erhöhen und insgesamt ein optimales Anwendungserlebnis zu bieten.

Virtual Instruments bildet eine spezifische Anwendung auf die sie unterstützende IT-Infrastruktur ab und sorgt mit seinem Tool „Virtual Wisdom v6.2“ dafür, dass diese Basis optimal für die Aufgabe der Applikation eingerichtet. Nach eigenen Angaben ist Virtual Wisdom v6.2 derzeit die kompletteste Monitoring & AIOps-Plattform für hybride Infrastrukturen.

So sind die Produkte „Virtual Wisdom“ und „Workload Wisdom“ aufgebaut. Zentral ist „Wisdom AI“ als neue Funktion zu sehen, um die vier Bereiche von AIOps zu unterstützen.
So sind die Produkte „Virtual Wisdom“ und „Workload Wisdom“ aufgebaut. Zentral ist „Wisdom AI“ als neue Funktion zu sehen, um die vier Bereiche von AIOps zu unterstützen. (Bild: Virtual Instruments)

Mit Workload Wisdom wird die entsprechende Workload auch in der Cloud sowie in Hybrid Cloud optimiert und überwacht. Da es aber in einer hybriden IT-Umgebung eine Unzahl von Apps in VMs und Containern gibt, die zudem alle in Bewegung sind, hat der Anbieter auf Machine Learning und KI zurückgegriffen, um AIOps zu unterstützen: die automatisierte, "intelligente" Überwachung und Optimierung dieser IT-Landschaft.

Durch die ganzheitliche Überwachung, Analyse und Optimierung der Performance, Verfügbarkeit und Effizienz von hybriden IT-Infrastrukturen im Anwendungskontext mit AIOps soll Virtual Wisdom das Infrastructure Management modernisieren. Das ist bei MSPs und CSPs (Managed bzw. Cloud Service Provider) mit definierten SLAs einfach, denn damit sind bereits die Kennzahlen (KPIs) festgelegt. Das Modul „Wisdom AI“ sorgt durch Analyse und prädiktive Steuerung dafür, dass der Ist-Wert diesen Soll-Werten (KPIs) entspricht.

Virtual Instruments deckt mit den Produkten „Virtual Wisdom“ und „Workload Wisdom“ unterschiedliche Einsatzbereiche in der Infrastruktur an.
Virtual Instruments deckt mit den Produkten „Virtual Wisdom“ und „Workload Wisdom“ unterschiedliche Einsatzbereiche in der Infrastruktur an. (Bild: Virtual Instruments)

Der „Workload Rightsizer“ in Virtual Wisdom v6.2 skaliert VMs in einer kompletten Applikation hoch oder herunter, je nachdem was seine Analytik empfiehlt. Der Nutzer kann verschiedene Einstellungen selbst vornehmen. Mit dem Workload Drift Analyzer lässt sich bestimmen, ob sich Leistungsprobleme auf anomale Veränderungen im Workload-Verhalten einer App zurückführen lassen oder auf geplante Änderungen an der App selbst. Maßnahmen sind die Wiederherstellung der Workload-Balance und der App-Leistung.

Das Predictive Capacity Management (PCM) vergleicht den Ist-Wert der Beanspruchung mit der vorhandenen Kapazität, etwa Nodes und Cluster, und sagt voraus, ob es einen Engpass geben könnte. Der Nutzer kann festlegen, wie frühzeitig er vor diesem Fall alarmiert werden möchte.

In diesem New Relic Dashboard werden die Services eines Web-Portals agezeigt.
In diesem New Relic Dashboard werden die Services eines Web-Portals agezeigt. (Bild: New Relic)

Die Proactive Dashboards in Virtual Wisdom wurden aufgerüstet, damit Smart Charts sich leichter mit Anmerkungen, Links und Namen versehen lassen. Aktuelle Topologie-Ansichten spiegeln spezifische Infrastrukturen oder Anwendung wider. Neu in v6.2 ist die Unterstützung von „Dell EMC Isilon“. VirtualWisdom sorgt für die optimale Leistung des Clusters. Hunderte Knoten lassen sich laut Hersteller mit nur einer Virtual Wisdom-Instanz verwalten.

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