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Die Leistungsfähigkeit im Blick Was ist Infrastructure Performance Management?

| Autor / Redakteur: Dipl. Betriebswirt Otto Geißler / Ulrike Ostler

Unter Infrastructure Performance Management (IPM) versteht man in der IT eine Methode, um ein Verständnis der gesamten Infrastruktur-Systeme zu erhalten. Das IPM soll die vorhandene Infrastruktur sowie deren Verfügbarkeits- und Leistungsanforderungen optimieren und den Bedarf weiterer Funktionen ermitteln.

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Wenn eine Infrastruktur nicht gut funktioniert, sind die Anwendungen, die Systeme, die Mitarbeiter und schließlich auch der Service für die Kunden betroffen. Deshalb ist ein wirklich umfassendes IPM, das anwendungszentriert ist und sich dazu auf die Infrastruktur fokussiert, so wichtig.
Wenn eine Infrastruktur nicht gut funktioniert, sind die Anwendungen, die Systeme, die Mitarbeiter und schließlich auch der Service für die Kunden betroffen. Deshalb ist ein wirklich umfassendes IPM, das anwendungszentriert ist und sich dazu auf die Infrastruktur fokussiert, so wichtig.
(Bild: © djama - stock.adob.com )

Die Analysten von Gartner prognostizierten, dass bald 90 Prozent der Unternehmen hybride Infrastruktur-Management-Funktionen nutzen werden. Denn Kombinationen aus Cloud-, virtueller und physischer Architektur gelten als deutlich agiler und effizienter.

Das bedeutet: Die Workloads der Anwendungen erstrecken sich in den Unternehmen über diverse Technologien verschiedener Anbieter, die in den unterschiedlichsten Umgebungen laufen. Die Qualität der Erfahrungen, die der Endnutzer damit macht, ist im Wesentlichen davon abhängig, ob diese Technologien harmonisch zusammenarbeiten.

Doch wie wollen IT-Teams mit zunehmender Komplexität sicherstellen, dass jedes Element als auch die gesamte Infrastruktur so funktioniert, wie geplant? Das wird umso schwieriger, je weniger Einblicke das IT-Team in den Datenfluss der Organisation hat.

Ohne IMP kein digitaler Wandel

Wie sollen IT-Teams schließlich unter diesem Gesichtspunkt Probleme identifizieren und lösen, wenn sie nicht einmal erkennen können, wo die Ursache liegt? Das ist im Grunde so, als würde man mit verbundenen Augen Auto fahren.

Und dennoch gehen viele IT-Teams exakt so vor und fahren eine gefährliche Strategie. Nicht zuletzt deshalb, weil sich die IT-Umgebung im ständigen Wandel befindet. Um die Verfügbarkeit und Performance zum bestmöglichen Preis nachhaltig zu gewährleisten, sollten sich die IT-Teams von den herkömmlichen domänenspezifischen Leistungs-Überwachungslösungen trennen.

Komplexität überschaubar machen

Da der Trend weltweit immer mehr zu hybriden Rechenzentren geht, sollten IT-Teams sich mit den folgenden sechs wichtigen Aspekten des Infrastructure Performance Managements beschäftigen:

Anwendungen im Brennpunkt

Der wahre Wert einer IT liegt in ihren Anwendungen und ihrer Performance. Das gilt auch für Unternehmen und ihre Infrastrukturen. Die Unternehmen müssen wissen, was die Anwendungen leisten, da sie absolut kritisch für den täglichen Einsatz und die Geschäftsabläufe sind.

Eine schlecht funktionierende Anwendung kann daher Auswirkungen auf die gesamte Infrastruktur haben. In Sinne der Effektivität muss das Infrastructure Performance Management verstehen, welche Anwendungen die Infrastruktur zu einem bestimmten Zeitpunkt nutzen. Das IPM muss ferner das Verhalten der Anwendung überwachen, während es gleichzeitig Einblicke in die Auswirkungen auf die übrige Infrastruktur gibt.

Daten direkt von der Übertragungsstrecke

Ein einfaches Monitoring der Maschinenleistungsdaten, beispielsweise aus Serverprotokollen, gibt nur einen sehr begrenzten Einblick in die Leistung der gesamten Infrastruktur.

Um eine wirklich ganzheitliche Sicht zu erhalten, müssen Durchsatz und andere kritische Protokollparameter der Applikationskommunikation betrachtet werden. Erst dadurch erhält das Unternehmen eine ganzheitliche Übersicht über die Infrastrukturleistung.

Komplette Rechenzentren unter die Lupe nehmen

Für ein tiefes Verständnis, was sich in der gesamten Infrastruktur eines Rechenzentrums abspielt, sind Plattformen für Infrastructure Performance Management (IPM) unabdingbar.

Denn sie können in die komplette Infrastruktur des Rechenzentrums hineinblicken, was notwendig ist, um sicherzustellen, dass jedes Element der Infrastruktur optimal funktioniert.

Dafür werden IPM-Tools benötigt, die einen absolut umfassenden Überblick für die Überwachung des ganzen Stacks bieten - und nicht nur bis zu den Endpunkten.

Anbieterunabhängigkeit ist Trumpf

Diese IPM-Tools müssen aber unabhängig von den Lösungs-Anbietern Informationen über die gesamte Infrastruktur liefern und verwalten können.

Viele Tools der Anbieter am Markt sind proprietäre Lösungen, die nur eine Verwaltung ihre eigenen Technologien zulassen. Die ideale IPM-Lösung muss daher in der Lage sein, eine Infrastruktur absolut anbieterneutral zu überwachen, zu messen und zu verwalten.

Echtzeit, die auch eine ist

Auf dem Markt lobt nahezu jeder Anbieter eine End-to-End-Überwachung in Echtzeit aus. Dabei ist zu beachten, dass dies von unterschiedlichen Personen unterschiedlich ausgedeutet wird.

Wichtig ist dabei, dass die System- und die Anwendungs-Performance mit der jeweiligen Übertragungsrate sichtbar sein muss und gleichzeitig sicherstellt wird, dass alle kritischen Leistungsparameter und Aspekte der Infrastrukturen aus den ersten beiden Aspekten abgedeckt sind.

Performance schlägt Verfügbarkeit

Heute ist eine Verfügbarkeit von mindestens 99,999 Prozent Standard. Aus diesem Grunde besteht der Unterschied zur Konkurrenz nur noch in der Performance.

Zum Beispiel kann, nachdem die Daten durch alle Applikations- und Infrastrukturkomponenten gelaufen sind, eine Verzögerung von 3 ms bei einzelnen Abfragen im Rechenzentrum letztlich zu einer Verzögerung von bis zu 30 Sekunden für den Endbenutzer führen.

Das übt wiederum negative Auswirkungen auf die Unternehmensleistung aus. Dies ist nicht nur im Onlinebereich absolut untragbar.

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