Der feine Unterschied

Was ist eine Multi-Cloud und was ist eine Hybrid-Cloud?

| Autor / Redakteur: Otto Geißler / Ulrike Ostler

Die Interoperabilität durch eine verbindende Infrastruktur bildet die entscheidende Basis für jede Hybrid-Cloud.
Die Interoperabilität durch eine verbindende Infrastruktur bildet die entscheidende Basis für jede Hybrid-Cloud. (Bild: © djama - stock.adob.com)

Die Begriffe Multi-Cloud und Hybrid-Cloud werden häufig synonym verwendet oder miteinander verwechselt. Während eine Hybrid-Cloud immer aus unterschiedlichen Cloud-Typen (Public und Private) besteht, handelt es bei einer Multi-Cloud immer mehr als eine Cloud-Implementierung des gleichen Typs (Public oder Private) von verschiedenen Anbietern, gegebenenfalls im Zusammenspiel mit Implemtierungen von Hybrid-Clouds.

Eine Multi-Cloud kann sich also aus mindestens zwei Public-Clouds oder zwei Private Clouds zusammensetzen. Wogegen eine Hybrid-Cloud immer aus einer Public-Cloud und einer Private-Cloud gleichzeitig besteht. Das bedeutet aber nicht, dass sich diese Cloud-Typen einander ausschließen. Ganz im Gegenteil, sie werden für eine Hybrid-Cloud immer gleichzeitig betrieben. Hinzu kommt, dass Hybrid-Clouds zusehends beliebter werden, da Unternehmen ihre Sicherheit und Performance über ein erweitertes Portfolio optimieren können.

Der Weg in die Multi-Cloud

Angenommen, eine spezielle Kundenanforderung mit stark schwankenden Nutzungsraten bringt ein Unternehmen dazu, in die Erweiterung einer Cloud-Infrastruktur zu investieren. Für diesen Fall könnte sich ein Unternehmen nach einer profunden Recherche für einen Public-Cloud-Anbieter entscheiden, der einen geeigneten Mix aus SLA (Service-Level Agreements), Sicherheitsprotokollen und Verfügbarkeit für das Hosting der Anwendung bietet.

Zu einem späteren Zeitpunkt könnten die Kunden noch weitere besondere Funktionen fordern, die nur über eine proprietäre App eines anderen Cloud-Anbieters zu beziehen ist. Damit diese in die eigene App integriert werden kann, muss sie auch in der proprietären Public-Cloud dieses Anbieters gehostet werden. Ab diesem Zeitpunkt verfügt das Unternehmen über eine Multi-Cloud-Lösung.

Gibt es die eine Cloud für alle Anwendungen?

Eines vorweg: Es gibt keine perfekte Lösung. Das heißt, keine einzige Cloud ist in der Lage, alle möglichen Aufgaben optimal ausführen. Manche Clouds eignen sich ideal für das Hosting einer speziellen proprietären App. Andere wiederum sind eine preiswerte Lösung für die Archivierung und wieder andere bieten eine sehr breite Skalierung für Hosting-Systeme mit extrem schwankenden Nutzungsraten.

Manche Unternehmen entscheiden sich dafür, einige Workloads bei einem regionalen Cloud-Anbieter in der nächsten Nähe zu hosten. Auf diese Weise kann der Anwender von einer hohen Verfügbarkeit und strengeren Datenhoheitsvorschriften - als vielleicht in Übersee - profitieren. Multi-Clouds schützen den Anwender auch gegen Stör- und Ausfälle. Falls bei einer Cloud Probleme auftauchen, bieten Multi-Clouds eine hoch verfügbare, skalierbare Backup-Lösung für Daten, Workflows und Systeme.

Was ist eine Hybrid-Cloud?

Eine Hybrid-Cloud ist eine Kombination aus einer oder mehreren Public- und Private-Clouds. Dadurch entsteht ein Pool aus Ressourcen, der durch Management- und Automatisierungssoftware orchestriert wird, damit die Anwender bei Bedarf über Self-Service-Portale darauf zugreifen können. Diese lassen sich automatisch skalieren und als dynamische Ressourcenzuweisung verwalten.

Während die Public-Cloud und Private-Cloud in einer Hybrid-Cloud getrennt voneinander existieren, erfolgt die Migration von Ressourcen und Workloads zwischen den beiden Clouds durch verschlüsselte APIs (Application Programming Interfaces). Diese physisch separate und doch miteinander verbundene Architektur erlaubt es den Anwendern geschäftskritische Workloads in der Private-Cloud und die weniger kritischen in der Public-Cloud auszuführen.

Risiken, Interoperabilität und Management

Damit reduzieren sich Risiken und gleichzeitig entstehen skalierbare, flexible und sichere Portfolios an IT-Ressourcen und –Services. Hybrid-Clouds können zum Beispiel On-Premise-Infrastrukturen, traditionelle Virtualisierungen, Bare-Metal-Server und Container beinhalten. Wobei sich eine Hybrid-Cloud aus mehreren Public-Clouds zusammensetzen kann, die wiederum von unterschiedlichen Anbietern gehostet werden.

Die Interoperabilität durch eine verbindende Infrastruktur bildet die entscheidende Basis jeder Hybrid-Cloud. Ohne diese Grundlage können beide Clouds zwar getrennt voneinander existieren, aber deswegen entsteht noch lange keine Hybrid-Cloud. Hybrid-Clouds weisen daher immer eine gewisse Anzahl von Touchpoints auf und bestehen aus gemeinsam genutzten zentralen Softwarediensten, über die Workloads, Ressourcen, Plattformen und Anwendungen migriert werden können.

Eine Hybrid-Cloud lässt sich mithilfe verschiedener Management-Tools, redundanten Richtlinien und zusätzlichen Mitarbeitern manuell verwalten. Jedoch mit Cloud-Management-Tools wie zum Beispiel „Red Hat Cloud Forms“ kann dieser Prozess deutlich vereinfacht werden. Solche Management-Plattformen abstrahieren die zugrundeliegende Technologie und führen die administrativen Aufgaben über mehrere Clouds hinweg zusammen.

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