Pure Storage Flashblade//S, AIRI//S und Evergreen Modulare FlashBlade-Systeme und flexiblere Evergreen-Optionen

Von Klaus Länger

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Pure Storage modernisiert seine File- und Object-Storage-Plattform „Flashblade“ durch einen modularen Aufbau sowie zwei Modellvarianten und stellt mit Nvidia ein neues KI-System auf die Beine. Zudem baut der Hersteller sein „Evergreen“-Angebot aus und um.

Schnellere Prozessoren und modularer Aufbau: Pure Storage hat seine File- und Object-Storage-Plattform Flashblade einer Generalüberholung unterzogen. Bei „Flashblade//S“ sind nun die Rechenleistung und die Speicherkapazität unabhängig voneinander skalierbar.
Schnellere Prozessoren und modularer Aufbau: Pure Storage hat seine File- und Object-Storage-Plattform Flashblade einer Generalüberholung unterzogen. Bei „Flashblade//S“ sind nun die Rechenleistung und die Speicherkapazität unabhängig voneinander skalierbar.
(Bild: Pure Storage )

Pure Storage gehört zu den Storage-Herstellern, die nicht auf eigene Hardware verzichten und weiter in eigene Hardware-Designs investieren.

Charles Giancarlo, CEO von Pure Storage
Charles Giancarlo, CEO von Pure Storage
(Bild: Pure Storage )

Für Charles Giancarlo, CEO der Storage-Firma, sind die inhouse entwickelten Systeme sogar ein wichtiger Teil des Erfolgsrezepts. Denn sie sollen im Vergleich zu den meisten anderen Speichersystemen bei gleicher Leistung mit deutlich weniger Platz und vor allem weniger Energie auskommen.

So habe die sehr niedrige Leistungsaufnahme der „Flasharray//C“-Appliances dazu geführt, dass Meta für den AI Research Supercluster (RSC) solche Systeme mit einer Gesamtkapazität von 200 Petabyte (PB) Flash erworben hat. Laut Markus Grau, Principal Technologist im CTO-Office, hat die Firma das Verhältnis von Kapazität und Leistungsaufnahme bei Flasharray//C sogar noch weiter verbessert und kommt nun auf etwa 3,2 Terabyte (TB) pro Watt.

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Flashblade//S

Deutlich sparsamer und damit nachhaltiger ist auch die neue Generation der Flashblade geworden, mit der Pure Storage sowohl File- als auch Object-Storage abdeckt. Der Hersteller verspricht für die neue „Flashblade//S“ einen gegenüber dem Vorgänger halbierten Stromverbrauch bei gleichzeitig verdoppelter Maximalkapazität und Leistung. Vor allem aber ist das Flashblade//S modularer geworden.

Während bei der /2017 eingeführten ursprünglichen Flashblade auf den einzelnen Blades der „Xeon“-Prozessor als Controller sowie die Flash-Bausteine fest montiert sind und nicht unabhängig voneinander getauscht werden können, bieten nun die einzelnen Blades Platz für bis zu vier einzeln wechselbare Direkt-Flash-Module, was die Flexibilität deutlich erhöht. Daher war für das bisherige Flashblade-Modell auch kein „Evergreen//Gold“ mit Hardware-Upgrade-Service alle 36 Monate verfügbar, sondern nur „Evergreen//Silver“ als reines Software-Angebot. Beim neuen Modell besteht diese Einschränkung nicht mehr, da CPU-Leistung und Speicherkapazität nun unabhängig voneinander skalierbar sind.

FlashBlade//S in zwei Varianten

Das um eine Höheneinheit gewachsene 5U-Chassis der Flashblade//S nimmt nun bis zu 10 Blades auf, bei einer Minimalbestückung von sieben Blades. Da die verwendeten Intel-Xeon-Prozessoren der „Ice-Lake“-Serie deutlich performanter sind und die einzelnen Blades bis zu 192 TB Flash-Speicher aufnehmen können, ist das neue Modell dem Vorgänger mit seinen bis zu 15 Blades trotzdem deutlich überlegen.

Das neue Modell bringt Pure Storage in zwei Varianten auf den Markt: als „S200“ ab sofort und als „S500“ im dritten Quartal des Jahres. Das Flashblade//S200 ist auf eine möglichst hohe Kapazität bei gleichzeitig hoher Performance ausgelegt. Hier wird relativ viel Rechenleistung für die Datenkompression genutzt. Das Flashblade//S500 soll dagegen eine möglichst hohe Übertragungsleistung liefern. Daher kommt hier ein stärkerer Prozessor mit mehr Cores zum Einsatz und die maximale Speichergröße ist geringer, da weniger CPU-Leistung für die Kompression genutzt wird.

Die „Directflash“-Module (DFM) sind mit „QLC-NAND“ bestückt, die direkt vom Storage-Betriebssystem „Purity//FB 4.0“ auf globalem Niveau verwaltet werden, was laut Pure Storage die direkt nutzbare Kapazität der NAND-Bausteine um 20 Prozent erhöht. Der Einsatz von großen Mengen an Storage Class Memory als Cache ist bei Flashblade//S nicht notwendig. Die interne Backplane-Architektur mit zwei internen Fabric-Modulen und gegenüber dem Vorgänger vervierfachter Bandbreite sorgt dafür, dass alle DFMs von allen Blades im System aus zugänglich sind.

AIRI//S KI-Komplettsystem mit Nvidia DGX A100

Flashblade//S wird auch als Storage-Komponente der neuen Generation der KI-Komplettlösung „AIRI“ genutzt, die für große und komplexe KI-Workloads ausgelegt ist. Als weitere Bestandteile von „AIRI//S“ sitzen zwei „DGX-A100“-Systeme sowie „Quantum“- und „Spectrum“-Netzwerkkomponenten mit im Rack. In den DGX-A100-Rechnern arbeiten acht A100-GPUs mit zusammen bis zu 640 GB GPU, zwei „AMD-Epyc“-CPUs mit jeweils 64 Cores und zwei TB RAM.

Erweitertes Evergreen-Portfolio

Pure Storage bringt nicht nur neue Geräte, sondern baut zusätzlich den Evergreen-Service aus und um. So bekommt der Upgrade-Service Evergreen//Gold einen neuen Namen und heißt jetzt „Evergreen//Forever“. Die Systeme erhalten nicht nur regelmäßige Software-Updates, sondern auch unterbrechungsfreie Controller-Upgrades.

Das Storage-as-a-Service-Angebot „Pure-as-a-Service“ erfährt ebenfalls eine Namensänderung und nennt sich jetzt „Evergreen//One“. Die Systeme werden nicht gekauft, sondern in einem verbrauchsorientierten Modell mit proaktiver Überwachung und garantierten Leistungs- und Nutzungs-SLAs gemietet.

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Neu ist Evergreen//Flex als Upgrade-Service auf Flottenebene. Dabei werden die Storage-Systeme ebenso wie bei Evergreen//Forever von den Kunden erworben und regelmäßig durch den Hersteller modernisiert. Das Besondere an dem Angebot ist, dass der Kaufpreis um bis zu 70 Prozent niedriger ausfällt, da der genutzte Speicher verbrauchsabhängig als Service bezahlt wird.

In den Speichersystemen ist dabei eine gewisse Pufferkapazität eingebaut, so dass mehr Speicherplatz schnell bereit gestellt werden kann. Die Subskription erstreckt sich dabei über alle Geräte in einem Rechenzentrum. Eine gemeinsame Management-Ebene gibt Aufschluss über die genutzten Ressourcen. Kommen einzelne Systeme an ihre Kapazitäts- oder Leistungsgrenzen, können ungenutzte Reserven von anderen Systemen einfach zugeteilt werden, etwa durch das Umsetzen eines Directflash-Shelfs.

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