Welchen Anwendern nutzt´s?

IBM Power Server bringen SAP HANA auf Trab

| Autor / Redakteur: Jürgen Frisch / Ulrike Ostler

Nach Angaben von IDC steigert sich die Datenmenge bis 2015 um das Zehnfache. IBM Power Systems sollen helfen, die Flut in den Griff zu bekommen. In-Memory-Computing mithilfe von SAP HANA ist in vielen Unternehmen on- ud off premise ein wichtiger Baustein für ihre IT und auf den zuverlässigen IBM-Systemen läuft die Software ausgezeichnet, so IDC.
Nach Angaben von IDC steigert sich die Datenmenge bis 2015 um das Zehnfache. IBM Power Systems sollen helfen, die Flut in den Griff zu bekommen. In-Memory-Computing mithilfe von SAP HANA ist in vielen Unternehmen on- ud off premise ein wichtiger Baustein für ihre IT und auf den zuverlässigen IBM-Systemen läuft die Software ausgezeichnet, so IDC. (Bild: IBM)

Flexibilität, Ausfallsicherheit, Performance und Skalierbarkeit – diese Faktoren sprechen laut IDC für „SAP HANA“ auf „IBM Power“. Analyst Peter Rutten identifiziert vier Gruppen von Anwendern, die den größten Nutzen aus dieser Kombination ziehen.

Seit Ende 2015 ist die In-Memory-Datenbank SAP HANA auf IBM Power Servern verfügbar. Laut IDC bringt diese Architekturkombination große Vorteile: „Die IBM Power Systeme wurden speziell für datenintensive Workloads wie SAP HANA entwickelt und nutzen eine SAP-zertifizierte und sehr betriebssichere Virtualisierung“, erläutert IDC-Analyst Peter Rutten im Whitepaper „Who Can Benefit from SAP HANA Database and S/4HANA on IBM Power Systems?“

„Für Unternehmen, die Bedenken haben, missionskritische SAP-Workloads in die Public Cloud zu migrieren, stellt eine ausfallsichere Private Cloud auf IBM Power Systemen eine umfassende und zukunftssichere Option dar“, erläutert der IDC-Analyst Peter Rutten.
„Für Unternehmen, die Bedenken haben, missionskritische SAP-Workloads in die Public Cloud zu migrieren, stellt eine ausfallsichere Private Cloud auf IBM Power Systemen eine umfassende und zukunftssichere Option dar“, erläutert der IDC-Analyst Peter Rutten. (Bild: IDC)

Die Migration auf die SAP HANA-Plattform haben viele Unternehmen laut IDC mit „SAP BW on HANA“ begonnen. Die meisten von ihnen auf Commodity-Servern, weil es damals keine andere Möglichkeit gab. Nun stehe vielerorts ein Technologie-Update an.

IBM Power Systems sieht Analyst Rutten dabei in einer guten Position. Gründe dafür seien die starke Performance pro Rechenkern und die SAP-zertifizierte Virtualisierung. Gehe es um den „R/3“-Nachfolger „SAP S/4HANA“ positioniere sich IBM als Komplettdienstleister, dessen Angebot von der Strategiefindung über das Architekturlayout bis hin zur Implementierung reicht.

Bis zu acht HANA-Instanzen auf einem Power-Server

Als stärkste Argumente für die IBM-Power-Plattform nennt Rutten die Faktoren Flexibilität, Ausfallsicherheit, Performance und Skalierbarkeit. So können Unternehmen auf einem IBM Power Server im Gegensatz zu einer Intel-Appliance mehrere Instanzen der HANA-Datenbank konsolidieren. Dies steigere Geschwindigkeit und Flexibilität und vermeide die Komplexität einer Bare-Metal-Implementierung.

Mit der Virtualisierungssoftware „IBM PowerVM“ ließen sich bis zu acht produktive HANA-Instanzen auf einem Power-Server betreiben. Das Ergebnis sei eine sehr effiziente Workload-Konsolidierung auf wenigen Servern. IBM PowerVM erlaube eine granularere Zuweisung von Systemressourcen als die klassischen Appliances.

Die Verfügbarkeit beträgt 99,999 Prozent

Als zweite Stärke der IBM Power-Plattform wertet Rutten die Ausfallsicherheit. Diese komme vom RAS-Ansatz (Reliability, Availability, Serviceability) den IBM ursprünglich für seine Mainframes entwickelt habe.

IDC verzeichnet für IBM Power Server eine Verfügbarkeit von 99,999 Prozent. Bei Commodity-Appliances seien RAS-Features meist eine Zusatzausstattung, welche die Performance senke und in den wenigsten Leistungsvergleichen mit gemessen werde.

„Power 9“ ist die aktuelle Grundlage der „Power Systems“ von IBM; diese Prozessorfamilie bietet die 1,5-fache Übertragungsgeschwindigkeit der Vorgänger „Power 8“.
„Power 9“ ist die aktuelle Grundlage der „Power Systems“ von IBM; diese Prozessorfamilie bietet die 1,5-fache Übertragungsgeschwindigkeit der Vorgänger „Power 8“. (Bild: IBM)

Um Ausfälle zu verhindern, nutzen Power-Systeme bei SAP-HANA-Workloads im Hintergrund eine Heuristik die dem Administrator proaktiv Warnungen schickt. Ausfallsichere Systemarchitekturen erfordern einen passiven Knoten, der für Failover reserviert ist.

Im „Power Scale-Up“-System lässt sich laut Rutten eine virtuelle Maschine als Failover-Ziel zuweisen. Diese könne im Standby-Betrieb auf einem anderen Knoten als Testsystem zum Einsatz kommen.

Power-Systeme verarbeiten mehr Befehle als Commodity-Server

SAP HANA ist eine als Applikation überaus datenintensiv, und genau für diesen Einsatzzweck hat IBM die Power Plattform entwickelt. Power-Systeme nutzen Acht Wege simultanes Multithreading, während Commodity-Prozessoren nur auf ein Zwei-Wege-Multithreading kommen. Power-Systeme arbeiten demnach in der gleichen Zeit viermal so viele Befehle ab.

Eine definierte Workload erfordert laut Rutten weniger Prozessorkerne, und das wiederum senke die Lizenzkosten der Software sowie den Bedarf an Energie und Stellfläche im Rechenzentrum. Einige Workloads, die auf klassischen Systemen einen Cluster nötig machten, liefen auf einem einzelnen IBM-Power-System.

Als In-Memory-Datenbank braucht SAP HANA sehr viel Hauptspeicher. Auch hier sei die IBM-Power-Plattform mit 64 Terabyte im Vorteil. Soviel könne aktuell keine Appliance liefern. Laut Rutten profitiert SAP HANA auf der Power Plattform auch von der hohen Memory-Bandbreite von 230 Gigabyte pro Sekunde sowie vom single instruction multiple data processing. Eine spaltenbasierte Datenbank könne damit mehrere Elemente in einem einzigen Befehl abarbeiten.

Von der vertikalen Skalierung bis zum Multinode-Betrieb

Unternehmen, die sich für eine vertikale Skalierung ihrer SAP-HANA-Infrastruktur interessieren, sollten laut Rutten Power-Systeme evaluieren. Ein typischer Fall hierfür sei der Ausbau von SAP BW on HANA zu „Business Suite on HANA“ oder „SAP S/4HANA“.

Hier wirkten sich bei diesen Systemen die Virtualisierung und die Zahl der Partitionen sehr positiv aus. Die S-Klasse-Modelle sowie die Power-Systems Enterprise ermöglichten darüber hinaus ein Scale-out, also einen Multinode-Betrieb von SAP HANA.

Um Hochverfügbarkeit zu erreichen, erlaubt SAP laut Rutten ein so genanntes Cost Optimized Replication Szenario. Hierbei werden nichtproduktive Workloads auf Standby-Systeme verschoben. Dieses Szenario vermeide kostenintensive passive Failover-Knoten.

Cloud-Funktionalitäten als Add-On für On-Premise-Applikationen

Power Systems for HANA läuft sowohl in der Private- als auch in der Public Cloud, egal ob diese von IBM oder einem anderen Provider kommt. Darüber hinaus sei IBM ein Partner für die „HANA Enterprise Cloud“. SAP erwartet laut Rutten, dass viele Kunden dem Trend zur Hybrid Cloud folgen. Das jüngste Release der SAP HANA Cloud Platform ermögliche es daher, neue Cloud-Funktionalitäten mit vorhandenen On-Premise-Applikationen zu bündeln.

„Für Unternehmen, die Bedenken haben, missionskritische SAP-Workloads in die Public Cloud zu migrieren, stellt eine ausfallsichere Private Cloud auf IBM Power Systemen eine umfassende und zukunftssichere Option dar“, erläutert Rutten. Unternehmensanwender müssen sich nicht um die dahinterstehende Technik kümmern und können sich trotzdem darauf verlassen, dass alle vereinbarten Service Level eingehalten werden. Cloud-Provider auf der anderen Seite profitieren von der Hochverfügbarkeit und von der Tatsache, dass sie mehr Kunden mit weniger Infrastruktur bedienen können.“

Eine Cloud-ähnliche Funktion der IBM Power Systeme nennt sich Capacity on Demand. Unternehmen können bei Bedarf ungenutzte Rechenkerne abschalten, um Kosten zu sparen. Sie bezahlen nur dafür, wenn sie zum Einsatz kommen.

Vier Typen von Anwendern profitieren am meisten

Generell hat Rutten vier Typen von Unternehmen identifiziert, die besonders davon profitieren, SAP HANA oder SAP S/4HANA auf einem IBM Power System zu betreiben:

  • 1. Unternehmen, wo ein Austausch der HANA-Appliance ansteht, können ihre Scale-Out-Landschaft reduzieren, die Flexibilität erhöhen, Verfügbarkeit und Performance steigern sowie Hardware konsolidieren.
  • 2. Unternehmen mit Commodity-Architektur, die auf SAP HANA migrieren arbeiten typischerweise mit einem virtualisierten Rechenzentrum und profitieren daher besonders von den starken Virtualisierungsmöglichkeiten von IBM PowerVC, die sich eng mit OpenStack integrieren.
  • 3. Unternehmen mit traditionellen Datenbanken und SAP-Applikationen auf IBM Power steigern die Performance ihrer Datenbanken, können große Datenmengen schneller verarbeiten und verkürzten die Response-Zeit bei Tansaktionsanwendungen.
  • 4. Unternehmen mit einer IBM-Power-Architektur, die bislang kein SAP-System einsetzen können auf diesen Systemen mehr produktive HANA-Instanzen betreiben als auf Commodity-Servern.
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Hier wird auf ein IDC Whitepaper von Juni 2017 Bezug genommen. Die Argumente sind also gute zwei...  lesen
posted am 23.05.2019 um 13:43 von Unregistriert


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