Definition: Server

Warum heißt der Server Server?

| Autor / Redakteur: Mirko / Ulrike Ostler

(Bild: © djama /Fotolia.com)

Der Server ist eine der wichtigsten Komponenten im Datacenter. Ob im Firmennetzwerk, im Internet oder beim Cloud-Computing, Server sind die zentralen Rechnersysteme, die Netzwerk- und Internet-Dienste überhaupt erst ermöglichen.

Ein Server ist als die dienstleistende Seite in einer Client-Server-Architektur. Dieses Computing-Modell der dezentralen Aufgabenverteilung ist seit den Mainframe-Systemen der 1960er Jahre Grundlage der IT. Das Client-Server-Modell trennt zwischen dem Server als dienstleistendes Zentralsystem und einem oder mehreren, die Dienstleistungen in Anspruch nehmenden Clients.

Am Anfang durchaus umstritten, hat diese Trennung viele Vorteile. Zum einen lassen sich spezialisierte Hochleistungsssysteme für die Dienstbereitstellung sowie einfach gehaltene Workstations und PCs als Client-Rechner einsetzten. Zum anderen ermöglicht die Architektur das zentral koordinierte Verwalten von Ressourcen wie Datenbanken und Dateien, Speicherkapazitäten, Rechenleistungen oder Kommunikationskanälen.

Dabei sind die Clients von der spezifischen Implementation des Zentralsystems unabhängig. Verwenden beide Seiten dasselbe Kommunikationsprotokoll, spielt es für die Client-Rechner keine Rolle, welcher Software-Server auf welchem Hardware-Server läuft.

Software-Server und Hardware-Server

Umgangssprachlich wird der Begriff Server häufig mit einem zentralen Hochleistungscomputer - dem Hardware-Server - gleichgesetzt. Tatsächlich kann aber jeder Computer als Server agieren, vorausgesetzt auf ihm läuft ein Dienst-bereitstellendes Programm - der Software-Server.

Als Zentralrechner muss ein typisches Server-System allerdings eine große Anzahl gleichzeitiger Anfragen von vielen Client-Rechnern bewältigen. Deshalb laufen Software-Server üblicherweise auf speziellen, leistungsstarken Computersystemen, woraus sich die umgangssprachliche Bedeutung ergab.

Hardware-Server gibt es in vielfältigen Formen. Einfache Systeme sind von Hochleistungs-PCs kaum zu unterscheiden. Des Weiteren sind große, eigenständige Tower-Bauformen erhältlich sowie kleine, oft würfelförmige Appliances. Die häufigsten Bauformen für Rechenzentren sind jedoch Rack- und Blade-Systeme.

Durch ihren modularen Aufbau eignen sie sich für fast alle Einsatzbereiche - vom kleinen Firmen-Server bis zu den großen Server-Farmen im Rechenzentrum. Die Hardware-Server sind üblicherweise auf den spezifischen Dienst abgestimmt. Häufige Anforderungen sind hoher Datendurchsatz bei Massenspeicher-Laufwerken und Netzwerk-Hardware, eine große Anzahl schneller CPUs, viel RAM- und Cache-Kapazität und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung.

Effiziente Rechnernutzung mittels virtueller Server

Obwohl Virtualisierungs-Techniken dem Massenmarkt erst seit den späten 1990ern zur Verfügung stehen, sind sie schon seit den 1960ern im Einsatz. In virtualisierten Umgebungen lassen sich mehrere voneinander isolierte Betriebssysteme oder Software-Server auf derselben Hardware ausführen. Die Verwendung virtueller Server ermöglicht das Bereitstellen unterschiedlicher, zueinander nicht kompatibler Betriebssysteme und Software-Server, ohne Investition in zusätzliche Hardware-Server. Der Einsatz virtueller Server auf einem Hochleistungsserver ist oft günstiger als die Verwendung mehrerer kleinerer Systeme.

Für die Ausführung virtueller Server sind verschiedene Techniken verfügbar. Bei einfachen Formen wie chroot-cages und den BSD-Jails wird ein virtueller Server auf Betriebssystem-Ebene isoliert. Weit häufiger eingesetzt werden die flexiblen und sichereren virtuelle Maschinen wie von VMware, VirtualBox aber auch KVM, und Hyper-V von Microsoft und weitere. Sie ermöglichen die vollständige gegenseitige Abschottung mehrerer virtueller Server und Betriebssysteme.

Co-Location, Managed Services und Cloud-Computing

Ist die Anschaffung von Hardware-Servern zu kostspielig oder sind spezielle Hochleistungs-Systeme oder Supercomputer erforderlich, lassen sich Server in einem Rechenzentrum mieten - dedizierte Systeme genauso wie virtuelle im Pool. In einem Rechenzentrum stehen eine große Anzahl von Server- und/oder Supercomputern bereit. Sie werden zentral von speziell ausgebildeten Fachleuten, aus dem eigenen Unternehmen, von Outsourcing-Firmen oder von Rechenzentrumsbetreiber verwaltet und gewartet, wodurch sich eine hohe Kosteneffizienz erreichen lässt.

Die Systeme in einem Rechenzentrum sind zumeist auf vielfältige Weise gegen Ausfälle gesichert. In hohem Grad redundante Computersysteme, unterbrechungsfreie Stromversorgung, effiziente Kühlanlagen, Backups und vieles mehr garantieren geringe Ausfallzeiten. Das Outsourcing der Unternehmens-IT sowie die Einrichtung einer Firmen-Cloud im firmenfremden Rechenzentrum ist eine kostengünstige Alternative zur eigenen IT-Infrastruktur.

* Mirko arbeitet bei der Content.de AG.

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