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Orchestrierung, Automatisierung, Multiclaudisierung Neu gestrickt: Hybrid-Cloud-Technik von Red Hat

Redakteur: Ulrike Ostler

Auf dem „Red Hat Summit 2020“, der vergangene Woche virtuell stattfand, hat die Open-Source-Company einige Neuerungen für sein Hybrid-Cloud-Portfolio eingeführt, it dabei: „Openshift-Virtualisierung“ und „Advanced Cluster Management for Kubernetes“. Der Anspruch: Die Technik und Tools ermöglichen Unternehmen „alles zu entwickeln und überall einzusetzen“, vom Edge bis hin zu Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen.

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Red Hat .... vom Edge bis hin zu Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen ....
Red Hat .... vom Edge bis hin zu Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen ....
(Bild: Red Hat/ Pixabay)

Stärker als je zuvor sehe Red Hat die Notwendigkeit, die IT weiterzuentwickeln, um der rasch steigenden Nachfrage nach permanent verfügbaren digitalen Services und einer durchgängigen Konnektivität gerecht zu werden, heißt es aus dem Unternehmen. Das vorhandene und angestrebte Portfolio unterstütze Unternehmen jeder Größe und Branche bei der Optimierung, Skalierung oder einfach nur beim Schutz von IT-Betriebsprozessen.

Das gelte auch nahezu für jede Branche, einschließlich Gesundheitswesen, Logistik, Einzelhandel, Finanzdienstleistungen, Behörden oder Bildungswesen. Denn die Unternehmen müssten die Nachfrage nach einem schnelleren und umfassenderen Zugang zu Anwendungen und Services bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der operativen Stabilität erfüllen.

Aufbauend auf dem Anspruch seitens Red Hat, den Unternehmen zu ermöglichen, Anwendungen mit der Konsistenz und Flexibilität zu erstellen und bereitzustellen, wie es mit einer offenen Hybrid-Cloud-Basis möglich ist, sei das eigene bemühen darauf ausgerichtet, die Bereitstellung, Verfügbarkeit und Stabilität kritischer Services und Applikationen auf dem Fundament der Hybrid Cloud zu verbessern.

Openshift-Virtualisierung und Red Hat Advanced Cluster Management for Kubernetes

Insbesondere die Neuerungen Openshift-Virtualisierung und Red Hat Advanced Cluster Management for Kubernetes seien dazu angetan, die Barrieren zwischen Applikationen zu überwinden und die Kontrolle über verteilte Ressourcen zu erweitern. Darüber hinaus biete Red Hat Openshift in der aktuellen Version 4.4 Verbesserungen für die Entwicklung und den Betrieb Cloud-nativer Anwendungen.

In der Telekommunikationsindustrie zum Beispiel hat der Traffic in einigen Regionen der Welt um mehr als 50 Prozent zugenommen. Dieser Anstieg hat die Telekommunikations- und Service-Provider veranlasst, ihre Kapazitäten zu erweitern und 5G- und Edge-Computing-Implementierungen zu beschleunigen. Im Zuge dessen ergeben sich auch erhöhte Anforderungen an Netzwerk- und Cloud-Infrastrukturen.

Veraltete Software-Stacks oder proprietäre Technik würden den derzeitigen Herausforderungen nicht gerecht. Insbesondere Cloud-native Technologien würden durch Open-Source-Innovationen vorangetrieben. Sie setzten Unternehmen in die Lage, die Vorteile Cloud-nativer Plattformen auf allen Ebenen zu nutzen – vom Edge- und On-Premise-Rechenzentrum bis hin zu mehreren Public Clouds.

Mit Software wie Linux und Kubernetes erhielten Unternehmen zum einen Zugang zu Innovationen, die ihnen Wettbewerbsvorteile verschaffen können. Zum anderen eröffnet ihnen Open Source die Möglichkeit, bestehende Prozesse in IT-Umgebungen zu automatisieren, anzupassen und zu skalieren, und zwar mit einer größeren Flexibilität als es proprietäre Angebote leisten können.

Traditionelle und Cloud-native Anwendungen

Bei Kubernetes etwa ist Red Hat neben Google von Anfang an beteiligt. Auch aktuell liefert Red Hat die zweitmeisten Beiträge von Unternehmensseite und unterstützt damit die Weiterentwicklung von Schlüsseltechnologien in Kubernetes und den damit verbundenen Communities. Zudem stelle Red Hat Funktionen bereit, die zusätzliche Workloads auf Openshift ermöglichten, um so die Barrieren zwischen traditionellen und Cloud-nativen Anwendungen weiter zu reduzieren.

So ist als eine neue Funktion und Technologie-Vorschau in die Openshift-Virtualisierung verfügbar, die auf dem Open-Source-Projekt „KubeVirt“ basiert. Sie ermöglicht Unternehmen die Entwicklung, Bereitstellung und Verwaltung von Anwendungen, die aus virtuellen Maschinen, Containern und Serverless-Komponenten bestehen.

Der grundsätzliche Ansatz: Traditionelle Application-Stacks werden in eine offene Innovationsschicht transferiert, damit die Anwender die Möglichkeit haben, Transformationen mit der gewünschten Geschwindigkeit voranzutreiben, ohne dass sie dabei durch einen proprietären Lock-in behindert werden. (Weitere Informationen zu den neuen Container-nativen Virtualisierungsfunktionen der OpenShift-Virtualisierung)

Basierend auf Kubernetes 1.17 bringt Openshift 4.4:

  • eine Entwickler-zentrierte Sicht auf Plattformmetriken und die Überwachung von Anwendungs-Workloads,
  • die Überwachung der Integration von „Red Hat Operators“ und das Kosten-Management zur Bewertung der Ressourcen, die für Anwendungen in der Hybrid Cloud verwendet werden.

(Weitere Informationen zu Red Hat Openshift 4.4)

Zur Bewältigung der Herausforderungen in puncto Verwaltung bei der Ausführung von Cloud-nativen Anwendungen in großen, produktiven und verteilten Kubernetes-Clustern führt Red Hat mit Red Hat Advanced Cluster Management for Kubernetes ferner ein neues Management-Tool ein. Es ist demnächst als Technologie-Vorschau verfügbar und bietet

  • einen einzigen, vereinfachten Kontrollpunkt für die Überwachung und Bereitstellung von Openshift-Clustern in großem Maßstab,
  • eine Richtlinien-gesteuerte IT-Governance und
  • ein Management des Anwendungs-Lebenszyklus.

(Weitere Informationen zu ).

Bereitstellung einer Innovationsbasis

Die Red-Hat-Tools hängen weder von einer bestimmten Hardware noch von einem einzigen Cloud-Anbieter ab, da das Unternehmen, die Technik vollständig über Hybrid- und Multi-Cloud-Architekturen hinweg liefert. Das Angebot umfasst:

  • Unterstützung jedes großen Public-Cloud-Anbieters wie Amazon Web Services, Google Cloud Platform, IBM Cloud und Microsoft Azure sowie vieler spezialisierter Cloud-Provider.
  • Mit „Openshift Dedicated“, „Azure Red Hat Openshift“ und „IBM Red Hat Openshift Kubernetes Service“ verwaltete Lösungen ermöglichen Unternehmen Enterprise-Kubernetes-Vorteile, laut Red Hat ohne Belastung durch das Infrastruktur-Management.
  • Unterstützung verschiedener Computing-Architekturen, einschließlich x86, „IBM Power“ und Mainframes.

Neven der Einführung neuer Produkte, hat Red Hat auch Aktualisierungen im Bestandsdortiment vorgenommen. Dazu zählen:

  • Erweiterungen von „Red Hat Insights“, dem As-a-Service-Angebot von Red Hat für das proaktive Sicherheits- und Risiko-Management. Sie sollen IT-Teams die Erkennung, Analyse und Behebung potenzieller Probleme erleichtern, bevor sie Auswirkungen auf Produktionssysteme oder Endbenutzer haben. Red Hat Insights ist kein Add-on, sondern standardmäßig in jeder unterstützten Subskription von „Red Hat Enterprise Linux“ enthalten.

Schließlich bietet Red Hat auch Schulungen und Zertifizierungen für IT-Teams an, die ihre Kenntnisse und Fähigkeiten schnell erweitern möchten, wenn sich die Konnektivitätsanforderungen weiterentwickeln. Das Angebot reicht von der Vermittlung von Grundlagenwissen zu Enterprise-Kubernetes bis hin zur Erlangung der Zertifizierung in der Telekommunikationsarchitektur.

Red Hat erweitert Ansible Automation Platform

Nach dem „Digital Readiness Index“ von Cisco macht Deutschland zwar Fortschritte bei der Digitalisierung, doch andere sind schneller: Unter 141 Ländern erreicht die Bundesrepublik Platz 14 – im vergangenen Jahr war es noch Platz 6.

Wichtig für die Digitalisierung ist die Automatisierung. Damit kommt bei auch die „Ansible Automation Platform“ ins Spiel. Sie umfasst alle Tools, die zur Entwicklung, Implementierung und Ausführung unternehmensweiter Automatisierungsprozesse erforderlich sind.

Neu eingeführt hat Red Hat nun einen „Automation Services Catalog“; dieser soll eine größere Transparenz über die Automatisierung bieten und so den Unternehmen helfen, die Governance-, Kontroll- und Compliance-Vorgaben einzuhalten und die Ressourcen und Umgebungen vor unerwünschten Änderungen zu schützen. Der Katalog bietet ein Lifecycle-Management für Automatisierungsressourcen, das die Bereitstellung, Außerbetriebnahme und Protokollierung von Ansible-Plattformen umfasst, unabhängig davon, ob es sich um physische, virtuelle, Cloud- oder Container-basierte Umgebungen handelt.

Die Funktion „Automation Analytics“ soll den Anwender erlauben, im Detail zu sehen, wie einzelne Automatisierungsaktionen konkret ablaufen. Bestandteile sind Statistiken und Daten zu den am häufigsten verwendeten Modulen und Ressourcen sowie Informationen zum Zustand der Automatisierung und zur Leistungsfähigkeit einer Automatisierungsumgebung. Zu den neuen Features gehören auch:

  • Filtermöglichkeiten, um nach Red Hat Ansible Tower Cluster und nach Datum zu sieben.
  • Zusätzliche Job-Statistiken geben Auskunft über die Anzahl der Gesamtdurchläufe, die Gesamtzeit, die Durchschnittszeit, die Erfolgsquote oder die am häufigsten fehlgeschlagenen Aktionen.

Das Feature „Ansible Content Collections“ organisiert Ansible-Inhalte, etwa Module, Plug-ins, Rollen und Playbooks. Damit können Anwender oder Community-Beteiligte Inhalte unabhängig von Ansible-Release-Zyklen leichter verteilen, teilen oder nutzen. Inzwischen gibt es mehr als 30 zertifizierte Partner, von denen 26 zertifizierte Content Collections bereitstellen. Der Automation Hub beinhaltet jetzt über 1.200 zertifizierte Ansible-Module, im November 2019 waren es noch 100 Module.

60-Tage-Testversion

Red Hat bietet für Interessenten eine kostenfreie 60-Tage-Testversionen von Red Hat Ansible Automation Platform an, mit der bis zu 100 Knoten automatisiert werden können. Zusätzliche Informationen zu Red Hat Ansible Automation Platform gibt es auch im Red Hat Blog. https://www.redhat.com/de/blog/bringing-collaboration-and-scale-automation-latest-red-hat-ansible-automation-platform.

Azure Red Hat Openshift, Version 4

Da Cloud und Schnelligkeit für heutige IT unerlässlich sind, ermöglicht „Azure Red Hat Openshift“ eine schnelle Cluster-Erstellung im Self-Service-Verfahren. Es handelt sich um einen vollständig verwalteten Service mit Patching, Upgrades, Disaster Recovery sowie einem proaktiven 24/7-Management und Support, sowohl durch Microsoft als auch durch Red Hat.

Zu dem Release-Neuerungen gehören außerdem:

  • Cluster-Admin-Support: Durch die Aktivierung der Cluster-Admin-Rolle auf den Clustern von Azure Red Hat Openshift ist die Anpassungsfähigkeit des Cluster gegeben, etwa mit der Ausführung von privilegierten Containern oder der Installation von Custom Resource Definitions (CRDs).
  • Cluster Autoscaling: Mit dem „Cluster Autoscaler“ und „Machine-Autoscaler“ lässt sich die Größe des Cluster automatisch an den aktuellen Bedarf anpassen.
  • Azure-Verfügbarkeitszonen: Cluster-Komponenten werden jetzt in drei Azure-Verfügbarkeitszonen in unterstützten Azure-Regionen bereitgestellt, um eine hohe Verfügbarkeit für unternehmenskritische Anwendungen und Daten zu gewährleisten.
  • Zudem stehen die Schlüsselinnovationen von Red Hat Openshift 4 stehen nun auch für Azure Red Hat Openshift zur Verfügung, unter anderem:
  • Kubernetes 1.16 auf „Red Hat Enterprise Linux CoreOS“, einem Container-optimierten Betriebssystem, das auf der weltweit führenden Linux-Plattform für Unternehmen basiert und als Komponente von Openshift bereitgestellt und installiert wird.
  • „Openshift Service Mesh“ bietet basierend auf den Projekten „Istio“, „Jaeger“ und „Kali“ ein integriertes Service-Mesh für Sicherheit und Netzwerksegmentierung von Microservices-Anwendungen.
  • Openshift Serverless basiert auf dem „Knative“-Framework und ermöglicht Entwicklern, funktionsbasierte Anwendungen zu erstellen, die auf Null skaliert werden können und nur dann Compute-Ressourcen verbrauchen, wenn Funktionen ausgeführt werden.

(Zusätzliche Informationen zu Azure Red Hat Openshift auf Openshift 4 gibt es auch im Red Hat Blog.)

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