Die agentische Plattform „Cisco Cloud Control“ soll künftig die Kommandozentrale bilden, auf der Menschen und vertrauensvolle KI-Agenten zusammenkommen, um gemeinsam an IT-Problemen zu arbeiten. Ein Überblick zu den Ankündigungen der Veranstaltung „Cisco Live“.
Auf dem Weg zu einer autonomen Infrastruktur mithilfe von KI-Agenten braucht es laut Cisco eine vereinheitlichte und sichere Plattform, die die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Agent transparent macht.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Auf der Hausmesse Cisco Live in Las Vegas hat der Netzwerkhersteller seine neue Plattform Cisco Cloud Control vorgestellt. Sie soll Menschen und KI Agenten eine gemeinsame Umgebung für den Betrieb, die Überwachung und den Schutz kritischer IT-Infrastrukturen bieten. Die Plattform bildet zugleich die Grundlage für die AgenticOps-Strategie von Cisco.
Cloud Control vereint Netzwerk, Security, Compute, Observability und Collaboration in einer zentralen Management-Ebene. Anwender erhalten mit einem Login Zugriff auf alle relevanten Betriebsdaten. Menschen und KI-Agenten arbeiten dabei auf derselben Datenbasis und im gleichen operativen Kontext.
Jeetu Patel, President and Chief Product Officer, Cisco
(Bild: Cisco)
Jeetu Patel, President und Chief Product Officer bei Cisco, sagt: „KI-Agenten denken und handeln kontinuierlich in Softwaregeschwindigkeit. Und das verändert alles: Wie wir unsere kritische Infrastruktur skalieren, verwalten und schützen.“Cisco Cloud Control sei die Kommandozentrale für agentenbasierte KI: Eine Plattform, auf der Ihr Team und Ihre KI-Agenten zusammenarbeiten: in derselben Umgebung, mit denselben Informationen und unter menschlicher Kontrolle.“
Mensch und Agent im Team
Im Kern bringt die Plattform drei Dinge zusammen: domänenübergreifende Telemetriedaten, speziell entwickelte KI-Modelle und autonome Agenten. Diese erkennen Probleme, analysieren Ursachen und können selbst Korrekturen vornehmen.
Das Hin- und Herspringen zwischen einem Dutzend Konsolen soll damit der Vergangenheit angehören. Auch das stundenlange Loggen vieler einzelner Tools entfällt. Klagt ein Nutzer beispielsweise über VPN-Probleme, reicht eine Frage im Interface von Cloud Control. Mehrere KI-Agenten beginnen daraufhin parallel mit der Fehlersuche. Im Reiter „Actions“ kann der Mensch ihre Schritte transparent nachvollziehen und überwachen.
Mit dem „AI Canvas“ stellt Cisco zudem eine Arbeitsumgebung für die Zusammenarbeit bereit, in der Teams und KI Agenten gemeinsam Vorfälle analysieren und beheben. Über das Cloud Control Studio lassen sich auch eigene Agenten, Anwendungen und Workflows per Spracheingabe erstellen.
Über 50 Partner im Cloud Control Marketplace
App Builder lässt daher Anwendungen und Workflows direkt aus Spracheingaben heraus entstehen. Im Hintergrund arbeitet „OpenAI Codex“, eine agentische Entwicklungsplattform, die das Erstellen und Ausrollen von KI-Anwendungen automatisiert. Nicht jedes Unternehmen verfügt über einen reinen Cisco-Stack. Die Funktion Agent Builder dient deshalb dem Bau eigener Agenten und bindet über native Konnektoren oder das offene Model Context Protocol (MCP) an.
Eigene Applikationen und Agenten können anschließend über einen Cloud Control Marketplace bereitgestellt werden. Somit sind auch Anbindungen an größere Ökosysteme wie AWS, Servicenow, Linear oder Slack möglich.Bisher beteiligen sich über 50 Cisco-Partner an dem Marketplace und stellen dort ihre Applikationen und Agenten bereit.
Cloud Control startet zunächst in den USA als Controlled Availability. Die globale Verfügbarkeit soll später folgen.
Erweiterter Schutz gegen neue Schwachstellen
Parallel baut Cisco seine Sicherheitsfunktionen aus. Im Mittelpunkt steht die Erweiterung von Live Protect. Die Technologie schützt unterstützte Systeme bereits zur Laufzeit vor neu entdeckten Schwachstellen und soll ohne Neustarts, Upgrades oder Wartungsfenster auskommen.
Live Protect ist ab sofort für Switches der „N9000“-Serie verfügbar und Bestandteil von „Nexus One“. In den kommenden Monaten soll die Funktion auf weitere Produkte ausgedehnt werden, darunter Campus und Branch Switches sowie später Secure Router.
Darüber hinaus erweitert Cisco seine Agentic-Security-Angebote. Dazu zählen neue Funktionen für AI Defense, Zero Trust für Agenten und das Agentic SOC.
Fokus auf Quantenresistenz
Mit Blick auf künftige Bedrohungen kündigt der Netzwerkhersteller mehrere Neuerungen für quantensichere Infrastrukturen an. Bis Dezember 2026 sollen quantensichere Kommunikationsfunktionen für den Großteil des Kernportfolios verfügbar sein.
Neue Router, Switches und Firewalls für Campus, Niederlassungen und Rechenzentren werden künftig standardmäßig mit Quantum Safe Secure Boot ausgeliefert.
Über die neuen Quantum Ready Assessments identifiziert Cisco besonders gefährdete Systeme für so genannte Harvest now, decrypt later-Angriffe. Ergänzend stellt das Unternehmen ein Quantum Resilience Framework für die Planung und Umsetzung von Post-Quantum-Kryptografie bereit.
Auch das Servicegeschäft wird erweitert. Die neuen Resilient-Infrastructure-Services kombinieren Risiko-Analyse, Infrastrukturmodernisierung und Maßnahmen zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen Bedrohungen durch moderne KI-Modelle.
Stand: 08.12.2025
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Die KI-gestützte Plattform für Support und Customer Experience „Cisco IQ“ wird vollständig in Cloud Control integriert. Neu sind unter anderem lokale Bereitstellungsoptionen für Kunden mit besonderen Anforderungen an Datensouveränität sowie Peer-Benchmarking-Funktionen auf Basis anonymisierter Vergleichsdaten.
Quantum Ready Assessments und die neuen Cisco-IQ-Funktionen sollen weltweit ab Juli 2026 verfügbar sein.