Dynatrace Perform 21 Monitoring-Plattform bekommt Cloud-Native-, Mobile- und DevSecOps-Features

Autor / Redakteur: lic.rer.publ. Ariane Rüdiger / Ulrike Ostler

Wie derzeit üblich virtuell fand in der vergangenen Woche die Anwenderkonferenz „Dynatrace Perform 21“ statt. Der Spezialist für Infrastruktur-Monitoring Dynatrace baut bei seiner Plattform die Ende-zu-Ende-Unterstützung für Cloud-Native und Multicloud-Umgebungen, sicheres DevOps sowie mobile Anwender aus.

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Wenn Software aus hochkomplexen Multiclouds zukünftig ganze Städte steuert, sind integrierte, intelligente Monitoring-Lösungen nötig, so Dynatrace auf der „Perform 21“.
Wenn Software aus hochkomplexen Multiclouds zukünftig ganze Städte steuert, sind integrierte, intelligente Monitoring-Lösungen nötig, so Dynatrace auf der „Perform 21“.
(Bild: Dynatrace)

„Multi-Tool ist tot“, sagte John van Siclen, CEO von Dynatrace, in seiner Keynote anlässlich derPerform 21. Die alljährliche Anwenderkonferenz von Dynatrace fand wie nicht anders zu erwarten komplett virtuell statt. Das Geschehen in komplexen Multicloud- und Containerumgebungen sei, so van Siclen, viel zu komplex, um es mit solchen Ansätzen zu durchblicken und die Ursachen von Störungen oder Verbesserungspotentiale schnell genug zu finden.

BizDevOps als Killerapplikation

„BizDevOps ist die Killerapplikation für die digitale Transformation“, proklamierte van Siclen. Daten über Konversionsraten müssten sofort in das Deployment und die Weiterentwicklung von Software einfließen, Störungen erkannt werden, bevor Anwender sie überhaupt bemerken.

Vier Themen dominieren laut van Siclen das aktuelle Geschehen. In ihnen spiegelt sich die Digitalisierung der Wirtschaft und der Umstieg auf mobile und Cloud-Technologien mit den daraus resultierenden neuen Bedrohnungen wieder.

Cloud Native fordert mehr Kooperation

Ganz oben stehen Containerisierung und Cloud Native. Denn, so von dem Dynatrace-CEO präsentierte Zahlen, „K8“ (Kubernetes) wird in 92 Prozent der großen Unternehmen bereits in Produktivumgebungen genutzt. Und dies, obwohl 74 Prozent der CEOs sagen, dass Cloud Native mehr manuelle Arbeit verursacht.

Das erzwingt zweitens die übergreifende Zusammenarbeit von IT-Teams. Nur sie ermögliche, so van Siclen, Fehler schnell genug zu beseitigen. Heute dauert dies laut Dynatrace 58 Tage. Um die Daten für einen Fall zusammenzubringen, brauchen IT-Spezialisten mehr als 12 Stunden. „Dynatrace Software Intelligence Platform liefert einen Datensatz und eine Erkenntnisquelle über alle Schichten, Prozesse und Service hinweg“, betonte der Manager.

2. Auch Mobilität und Sicherheit sind Kernthemen

Drittens wird die Analyse von mobilen Transaktionen immer wichtiger. „Die Messung mobiler Nutzungserfahrungen hat sich im vergangenen Jahr verdreifacht“, berichtete van Siclen. Deshalb hat das Mobil-Modul der Plattform neue Funktionen bekommen (siehe unten).

"Multi-Tool ist tot", sagt Dynatrace-CEO John van Siclen, CEO. Bisher werden im Schnitt 58 Stunden pro Jhr für Troubleshooting verschwendet und bei jedem einzelnen Vorfall gehen durchschnittlich 12,5 Stunden dafür drauf, die relevanten Daten aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen, damit eine adäquate Analyse erfolgen kann. Und eine Stunde Downtime kostet zwischen 140.000 und 540.000 Dollar. Wenn sich alle Infos auf einer Plattform zusammenfänden, ließe sich dieser Missstand beheben.
"Multi-Tool ist tot", sagt Dynatrace-CEO John van Siclen, CEO. Bisher werden im Schnitt 58 Stunden pro Jhr für Troubleshooting verschwendet und bei jedem einzelnen Vorfall gehen durchschnittlich 12,5 Stunden dafür drauf, die relevanten Daten aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen, damit eine adäquate Analyse erfolgen kann. Und eine Stunde Downtime kostet zwischen 140.000 und 540.000 Dollar. Wenn sich alle Infos auf einer Plattform zusammenfänden, ließe sich dieser Missstand beheben.
(Bild: Dynatrace)

Viertens gewinnt DevSecOps, also die Integration von Sicherheitsfunktionen schon in den Entwicklungs- und Bereitstellungsprozess, an Bedeutung. Denn 70 Prozent der Angriffe gegen Containerumgebungen sind auf bekannte Sicherheitslücken und Fehlkonfigurationen zustande.

„Mit unserem Sicherheitsmodul müssen Programmierer nicht mehr perfekt sein“, betonte van Siclen. Das Modul automatisiere wichtige Sicherheitsfunktionen und entlaste damit Entwicklungsteams. Auch hier gab es Neuerungen.

Eine Sicht auf Daten, mehr Zeit fürs Wesentliche

Im Einsatz ist die Dynatrace-Plattform bei Unternehmen aus vielen Branchen. Einige Beispiele: der Verlag Wiley, das Rüstungs- und Raumfahrtunternehmen Lockheed Martin. die britische TSB Bank oder JB Hunt, ein US-Logistikunternehmen.

Auch Porsche Informatik nutzt die Software des Monitoring-Spezialisten. Das Unternehmen aus dem VW-Konzern unterstützt Autohäuser mit Software und Softwareservices. Peter Friedwagner, Head of Infrastructure and Common Services bei Porsche Informatik, zeigte sich in einem Interview auf der Konferenz besonders begeistert von der Flexibilität der Dynatrace-Plattform.

“Diverse Entwickler- aber auch Infrastrukturteams, zum Beispiel gibt es eine "Javascript-Ecke", haben mithilfe der Dynatrace-Plattform jetzt Zeit fürs Wesentliche", so Peter Friedwagner, Head of Infrastructure und Common Services, Porsche Informatik.
“Diverse Entwickler- aber auch Infrastrukturteams, zum Beispiel gibt es eine "Javascript-Ecke", haben mithilfe der Dynatrace-Plattform jetzt Zeit fürs Wesentliche", so Peter Friedwagner, Head of Infrastructure und Common Services, Porsche Informatik.
(Bild: Dynatrace)

Die Lösung wird unter anderem für die Optimierung des Porsche-Fahrzeugkonfigurators eingesetzt. Dabei sind teamspezifische Monitoring-Sichten möglich. Entwickler hätten dank der Plattformintelligenz und Automatisierungsmechanismen nun mehr Zeit für Innovationen, so Friedwagner.

Im Folgenden ein kurzer Blick auf die wichtigsten Dynatrace-Neuigkeiten der Perform 21.

Cloud Automation Module

Die „Software Intelligence Platform“ erhält ein „Cloud Automation Modul“, das mit den Automatisierungsmechanismen und der KI „Davis“ im Kern der Dynatrace-Plattform kooperiert. Das neue Modul orchestriert den Lebenszyklus der Software-Entwicklung. Es basiert auf dem Open-Source-Projekt „Keptn“, das von der Cloud Native Computing Foundation CNCF etabliert wurde.

Das Modul ermöglicht automatisierte Qualitätsprüfungen früher Produktionsstadien durch die Messung von zuvor definierten Service-Level-Zielen (SLAs) an festgelegten Messpunkten (Quality Gates). Fehlerbehaftete Releases, die in der Produktion nicht funktionieren, werden automatisch repariert, Releases inventarisiert und Versionen hinsichtlich Leistung und Stabilität verglichen, um das beste in die Produktion übernehmen zu können.

Monitoring für Multicloud und Log-Frameworks

Das Infrastruktur-Monitoring kann jetzt auch die Protokolle von Kubernetes- und Multiccloud-Umgebungen (AWS, Azure, GCP, Red Hat Open Shift) sowie der wichtigsten Open-Source-Logdaten-Frameworks analysieren. Ein neuer „Log Viewer“ filtert und analysiert Echtzeit- und archivierte Log-Daten zentral.

„Dynatrace Smartscape“ bildet sie mit anderweitigen Beobachtungsdaten zusammen ab. Die KI-Engine Davis erkennt Anomalien durch die Analyse von Log- und andere Daten und identifiziert mittels patentierter Algorithmen die Ursachen von Problemen oder Fehlern, ohne auf Korrelationen zurückzugreifen. Insgesamt sollen dadurch Softwareteams mehr Zeit für Innovationen haben, statt sich um Fehleranalyse zu kümmern.

Mobile Sitzungen tracken

Das „Digital Experience Modul“ der Plattform kann nun Sitzungen mit nativ mobilen Applikationen aus Anwenderperspektive filmähnlich nachspielen. Dabei hält es DSGVO-Regeln ein, so dass sich die individuellen User nicht identifizieren lassen.

Zudem sind die Funktionen für „Digital Business Analytics “nun auch auf mobile Apps anwendbar. Man spricht hier von BizDevOps. Mit solchen Mechanismen lässt sich erkennen, wie genau eine Transaktion aus Kundensicht abläuft und wo gegebenenfalls nachgebessert werden muss, um mehr Konversionen zu erzielen.

Software Intelligence Hub: Integrationen für mehr als 500 Technologien

Ein „Software Intelligence Hub“ vereinfacht die Out-of-the-Box-Integration von Dynatrace mit mehr als 500 Technik-Anwendungen. Dazu gehören diverse Umgebungen wie Java, Node.js, Python und C++ sowie der offene Messstandard Open Telemetry.

Auch vielfältige Infrastrukturen einschließlich zahlreicher Cloud-Technologien werden unterstützt, darunter AWS Lambda, Kubernetes, Statsd, Telegraf und Prometheus sowie mehr als 200 weitere Frameworks. Der Software Intelligence Hub besitzt offene APIs und SDKs für ergänzende Anwendungen. Er wird ständig erweitert und ist den Kunden der Dynatrace Software Intelligent Platform direkt zugänglich.

Neue Funktionen fürs Sicherheitsmodul

Das im Dezember vergangenen Jahres veröffentlichte „Application Security Module“ mit seiner KI-basierten Risikobewertung erfasst jetzt auch Anwendungen, die auf Node.js laufen. Es erkennt zudem Schwachstellen nicht mehr nur in Apps auf Kubernetes, sondern auch auf der Plattform selbst. Damit können DevSecOps-Teams in Echtzeit die Quelle und die Qualität von Software-Schwachtellen in Produktionsanwendungen und früheren Softwarestadien erkennen, die dann im laufenden Betrieb beseitigt werden.

Insgesamt spiegelt sich in den Dynatrace-Ankündigungen der Trend wieder, sich von Silos in der IT zu verabschieden sowie auf Automatisierung und KI zu setzen. Anders lassen sich die Komplexitäten in hybriden Multicloud-Umgebungen mit agiler Entwicklung und Nutzung von Cloud-native-Apps auf Container- und Mikroservice-Basis wohl nicht mehr bewältigen.

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lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

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Freie Journalistin, Redaktionsbüro Rüdiger