Für Telcos, Edge und Cloud-Storage AMD Epyc 8005 mit bis zu 84 Kernen als Ein-Sockel-System

Von Daniel Schrader 2 min Lesedauer

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AMD veröffentlicht die Server-CPUs „Epyc 8005“. Das Topmodell bietet 84 Kerne und 4,5 Gigahertz Boost-Takt bei maximal 225 Watt TDP. Bei gleichem SP6-Sockel bringt der Wechsel auf Zen 5 im Vergleich zu „Epyc 8004“ zudem einen größeren L3-Cache (maximal 384 Megabyte) und schnelleren Arbeitsspeicher (DDR5-6400) mit sich.

Die „AMD Epyc 8005“-CPUs bieten bis zu 84 Kerne und 384 Megabyte L3-Cache bei 225 Watt TDP.(Bild:  AMD)
Die „AMD Epyc 8005“-CPUs bieten bis zu 84 Kerne und 384 Megabyte L3-Cache bei 225 Watt TDP.
(Bild: AMD)

Im Vergleich mit dem 64-Kerner-Spitzenmodell der „Epyc 8004“-Reihe verspricht AMD beim neuen Topmodell CPU 40 Prozent mehr Leistung bei Ganzzahloperationen und 9,5 Prozent mehr Performance pro Watt. Die Verdreifachung des L3-Cache basiert auf einer veränderten Architektur mit nun 12 statt 4 Chiplets (Core Complex Die, CCD) pro Topmodell.

Ein Upgrade des Interconnect-Standards CXL (Compute Express Link) auf die Version 2.0 ermögliche zudem eine geteilte Speichernutzung zwischen mehreren Servern (memory pooling) und eine höhere technische Konsistenz der Cache-Nutzung verschiedener Komponenten. Hinzu kämen eine dynamische Reparaturfunktion für Arbeitsspeicherzellen, eine robustere Fehlermeldung (MCA-over-APML) sowie Verbesserungen bei der Speicherverschlüsselung für virtuelle Maschinen (Secure Encrypted Virtualization). Sechs DDR5-Speicherkanäle und bis zu 96 PCIe-Gen5-Lanes teilt Epyc 8005 mit der Vorgängergeneration.

Im Duell mit „Intel Xeon 6“

Dem Spitzenmodell „Epyc 8635P“ folgen weitere Ausführungen, darunter „8535P“ mit 64, „8435P“ mit 48 und das Einstiegsmodell „8025P“ mit 8 Kernen (95 Watt TDP). Anders als die High-End-Reihe „Epyc 9005“ besteht die Epyc 8005-Serie ausschließlich aus kleineren und kostenoptimierten Einzelsockel-Systemen.

Gemessen an Ganzzahloperationen biete das Topmodell der Epyc 8005-CPUs 8635P im Vergleich zum 72-Kerner „Intel Xeon 6776P-B“ 48 Prozent mehr Leistung pro Watt und US-Dollar. Noch deutlicher falle der Vorsprung gegenüber „Nvidia Superchip“ aus.

Informationen von Serve The Home zufolge wird der Preis für das Topmodell 8635P bei einer Abnahme von 1.000 Prozessoren bei 5.799 US-Dollar liegen. Das Einstiegsmodell 8025P würde AMD hingegen für 529 US-Dollar anbieten.

Für Telco-Workloads, aber auch Edge-Einsätze und Cloud-Storage

Die 8005-CPUs sind auf Einsatzgebiete gerichtet, die Kompaktheit und Effizienz fordern. Das sind etwa Edge-Installationen in Industrie und Handel mit einem besonderen Blick auf die lokale KI-Inferenz. Etwa setze das Unternehmen Wobot.ai KI-Agenten für die Auswertung von Überwachungskameras Server mit Epyc-8005-CPUs ein. Weitere Zielgruppe sind Anbieter von Software-definiertem Cloud-Storage. Die 96 PCIe-Lanes ermöglichen eine üppige Bestückung mit NVMe-SSDs.

Die Hauptzielgruppe dürfte allerdings der Telekommunikationssektor sein. Für virtualisierte (vRAN) und offene Funkzugangsnetze (Open RAN) verspricht AMD eine schnellere Verarbeitung bei der 5G-Fehlerkorrektur (LDPC-Codierung und Decodierung) direkt auf der CPU. Wo Intel auf spezielle Beschleuniger-Blöcke im Prozessor für vRAN-Aufgaben setzt, verlässt sich AMD auf die allgemeinen Leistungsgewinne der Zen-5-Architektur, insbesondere bei den Vektorrecheneinheiten. In Validierungstests habe Samsung sein vRAN-System mit 54 Mobilfunkzellen auf einer „8635P“-CPU ohne zusätzliche Beschleuniger betreiben können.

Giga und Supermicro kündigen Updates für Epyc 8005 an

Giga Computing kündigt zeitgleich BIOS-Updates für die eigenen Server und Mainboards mit dem Sockel SP6 an, um die Kompatibilität mit den neuen Epyc-8005-CPUs sicherzustellen. Als erstes Giga-Produkt wird das Mainboard „ME03-CE0“ das Update erhalten, weitere Komponenten und Server sollen in einem phasenweisen Rollout folgen. Supermicro positioniert insbesondere seinen kompakten 1U-Server „AS-1115S-FWTRT“ als Plattform für die neuen AMD-Chips. Der Server gehört zur WIO-Modellreihe mit erweiterten I/O-Konfigurationsmöglichkeiten.

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