Rechenzentrumslandschaft in den USA – Georgia Unbezahlte Wasserrechnung verschärft Konflikte um US-Rechenzentren

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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In Georgia nutzte der Betreiber Quality Technology Services monatelang Wasser ohne Abrechnung und das ganz ohne Strafe. Die Konsequenz: Der Stadtrat von Fayetteville verbietet neue Rechenzentren. Das steckt dahinter.

Hoch, höher, am höchsten – Das Ziel der USA ist eindeutig: Das KI-Wettrennen gewinnen. Aber zu welchem Preis?(Bild:  Atlanta, Georgia, USA /Domenico Convertini / CC BY-SA 2.0)
Hoch, höher, am höchsten – Das Ziel der USA ist eindeutig: Das KI-Wettrennen gewinnen. Aber zu welchem Preis?
(Bild: Atlanta, Georgia, USA /Domenico Convertini / CC BY-SA 2.0)

Rund 30 Millionen Gallonen Wasser hat ein Rechenzentrum im US-Bundesstaat Georgia genutzt, ohne zu bezahlen: Das entspricht etwa 114 Millionen Litern. Zum Vergleich: Die Stadt Frankfurt am Main verbraucht pro Tag insgesamt etwa 125 Millionen Liter Wasser. Die rückwirkende Forderung lag bei knapp 150.000 Dollar und wurde nachträglich beglichen. Unklar bleibt der genaue Zeitraum: Der Versorger nennt etwa vier Monate, der Betreiber spricht von neun bis 15 Monaten.

Der nicht erfasste Verbrauch fiel in eine Phase, in der der Landkreis Fayette County sein Abrechnungssystem auf intelligente Wasserzähler umstellte. In dieser Zeit existierten zwei industrielle Anschlüsse, die nicht korrekt in das Abrechnungssystem integriert waren. Eine Verbindung wurde ohne Wissen des Versorgers installiert, eine zweite war nicht einem Kundenkonto zugeordnet.

Keine Geldstrafe trotz Regelverstoß

Der Betreiber Quality Technology Services beglich die rückwirkenden Gebühren. Sanktion jedoch blieben aus. Der Versorger berechnete lediglich einen höheren Bautarif für den nicht genehmigten Verbrauch.

Wasserexperten bewerten diese Entscheidung als ungewöhnlich. Sie verweisen auf die wirtschaftliche Bedeutung großer Rechenzentrumsprojekte für Kommunen. Lokale Behörden stehen vor einem Zielkonflikt zwischen Versorgungssicherheit und wirtschaftlichen Erwartungen.

Der Fall wurde öffentlich, nachdem ein Anwohner das Schreiben des Versorgers veröffentlichte. Auslöser waren laut Polico Beschwerden über sinkenden Wasserdruck in einem nahegelegenen Wohngebiet.

Dürre, hoher Wasserverbrauch und die politische Dimension

Georgia erlebt aktuell eine ausgeprägte Dürreperiode. Der Gouverneur, Brian Kemp, rief Anfang März den Notstand aus, nachdem eine der schwersten Waldbrände im Süden des Staates einsetzte.

Gleichzeitig wächst die Zahl der Rechenzentren im Bundesstaat auf über 200 Standorte. Der steigende Wasserbedarf gilt als politischer Konfliktpunkt. Bürger wurden zu Wassersparmaßnahmen aufgefordert, während der Campus von Quality Technology Services zeitweise der größte Wasserverbraucher im Landkreis war.

Hoher Wasserbedarf nur während der Bauphase?

Der Betreiber verweist auf temporäre Bautätigkeiten als Ursache des hohen Verbrauchs. Betonarbeiten, Staubbindung und Gelände-Erschließung benötigen große Wassermengen. Für den späteren Betrieb kündigt das Unternehmen einen geschlossenen Kühlkreislauf an, der kaum Wasser für die IT-Kühlung benötigt.

Der Campus in Fayetteville zählt zu den größten Datacenter-Projekten der USA. Auf rund 250 Hektar sind bis zu 16 Gebäude geplant. Kommunalpolitiker rechnen mit jährlichen Grundsteuereinnahmen in Millionenhöhe.

Gleichzeitig wächst der lokale Widerstand. Der Stadtrat von Fayetteville beschloss inzwischen ein Verbot neuer Rechenzentren in allen Stadtgebieten.

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