Jung bleibt, was laufend weiterentwickelt wird

Der Hybrid-Mainframe BS2000 SE von Fujitsu im 19"-Rack

| Autor / Redakteur: Otto Geißler / Ulrike Ostler

Für die Bewältigung großer Datenmengen, die wirtschaftliche Bedienung zahlreicher Endanwender und die Garantie einer permanenten Verfügbarkeit ist die BS2000 Mainframe-Technology ein wichtiger Baustein in dynamischen Infrastrukturen.
Für die Bewältigung großer Datenmengen, die wirtschaftliche Bedienung zahlreicher Endanwender und die Garantie einer permanenten Verfügbarkeit ist die BS2000 Mainframe-Technology ein wichtiger Baustein in dynamischen Infrastrukturen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Immer neue Lösungen treiben die IT-Landschaften voran. Wie behaupten sich Mainframe-Technologien von Fujitsu in den Zeiten von Cloud Computing und x86-Server-Farmen?

Mainframes machen weiterhin verlässlich ihren Job: Sie kommen nicht nur seit Jahrzehnten in den unterschiedlichsten Branchen zum Einsatz, sondern sind auch für die anstehende Digitalisierung bestens gerüstet. So werden auf Mainframes mehr als 50 Prozent aller Unternehmensanwendungen betrieben, sie verarbeiten etwa 80 Prozent der weltweit genutzten Unternehmensdaten sowie interagieren mit circa 90 Prozent aller mobilen Applikationen. Wer hätte das gedacht?

Repräsentative Umfragen unter IT-Chefs von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen untermauern, dass Großrechner auch zukünftig eine tragende Rolle in deren Rechenzentren einnehmen werden. Wobei ein Großteil der Befragten den Mainframe sogar weiterhin als eine Schlüsseltechnologie betrachtet, die wichtige Innovationen beeinflusst. CIO schätzen insbesondere das sehr hohe Sicherheitsniveau und ihre Performance, wenn es beispielsweise um die Analyse von Big Data geht.

Fujitsu BS2000
Fujitsu BS2000 (Bild: Fujitsu)

Typische Mainframe-Workloads

Großrechner wie die „Fujitsu BS2000“-Systeme werden in der Regel für komplexe, datenintensive Workloads eingesetzt, die einen absolut zuverlässigen Ablauf erfordern. Dazu gehören zum Beispiel Online-Transaktionsverarbeitung (OLTP) für die performante Verarbeitung großer Datenmengen oder die vollautomatisierte, mächtige Batch-Verarbeitung.

Kreditinstitute wie verschiedene Industrieunternehmen und öffentliche Verwaltungen müssen beide Prozessarbeiten in Echtzeit und interaktiv ausführen. So sind viele Daten bei Batch-Aufgaben wie beispielsweise Rechnungslegung, Tagesabrechnungen, Zinsberechnungen, Reminder, Marketing-Mails und Reporting innerhalb kurzer Zeit zu bewältigen.

Und dafür sind Mainframes seit jeher prädestiniert. Kein Wunder, dass neben Unternehmen aller Branchen auch Regierungsbehörden, Energieversorger, Schulen, Universitäten, Anbieter von ERP-Systemen und das Gesundheitswesen auf die Leistungen der Großrechner setzen. Nicht zu vergessen: Mainframes bedienen ebenso spielend das IoT, PC, Laptops, Smartphones, Sicherheitssysteme sowie die verschiedensten „Smart“-Geräte und Versorgungsnetze.

„Die OLTP-Performance ist nur eine Stärke der Mainframes“, erklärt Felicitas Birkner, Leiterin Portfolio-Management BS2000 bei Fujitsu. „Es geht vor allem um die ausgefeilten Funktionalitäten. Wenn riesige Datenmengen, eine hochgradige Menge an Transaktionssicherheit und höchste Verfügbarkeiten gefordert sind, dann bieten die Mainframes mit ihren Automatismen eine Qualität, die am Markt ihresgleichen sucht.“

Großrechner mit Zukunft

Von Beginn an wurden BS2000-Mainframes auch als zentrale Großrechner für Data Center konzipiert. Das ist ein entscheidender Unterschied zu den Industrie-Standard-Serverplattformen und den Enterprise-Server-Plattformen, die sich an einem dezentralen Design der verteilten Systeme orientieren. So können auf Mainframe-Architekturen viele Anwendungen auf einem einzigen System installiert werden, simultan ablaufen sowie unterschiedliche Systemumgebungen und Lastprofile gleichzeitig in einem Systemlauf unterstützt werden.

Zudem sind Mainframes auf extrem hohe Benutzerzahlen und eine schwankende Auslastung ausgelegt, die sich auch noch flexibel ausbauen lässt. Gerade im Hinblick auf eine erfolgreiche Beständigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ist die flexible Anpassungsfähigkeit von Geschäftsprozessen ein grundlegender Faktor. Gleichzeitig überzeugt der Großrechner mit überraschend niedrigen Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO).

Diese resultieren aus einem niedrigen Stromverbrauch und Wartungsaufwand, geringem Personalaufwand und nicht zuletzt aus einem langfristigen Investitionsschutz, da der Einsatz der Großrechner immer auf eine lange Nutzungsdauer angelegt ist und durch andauernde Weiterentwicklungen kontinuierlich an den technologischen Standard angepasst wird.

Hybridkonzept BS2000 SE

In die Weiterentwicklungen von BS2000 fließen stets auch Feedbacks der Kunden mit ein. Dabei wollen die Hersteller aktuelle Trends, Technologien und IT-Anforderungen bedarfsgerecht berücksichtigen. Diese kunden- und marktnahe Entwicklungsstrategie soll sich auch in der Infrastruktur der aktuellen „BS2000 SE“-Serie von Fujitsu widerspiegeln. Hierbei handelt es sich um ein Hybridsystem, für das erstmalig die /390- und x86- Hardware-Technologien gemeinsam in einem 19-Zoll-Standard-Rack integriert und eng zu einer gemeinsamen Infrastruktur verbunden wurde.

Der Intel-Bereich des Systems stellt dann die dort üblichen Schnittstellen für Netzwerkzugang und das Management der IT Infrastruktur bereit. Die Betreiber profitieren gleichzeitig von der immensen Leistung der Mainframe-Prozessoren für spezifische Aufgaben. Denn ein Mainframe-System hat deutliche Vorteile bei der Verarbeitung von großen Datenmengen in Verbindung mit hohen Workloads als ein Intel-System. Das ist der Tatsache geschuldet, dass schwer verteilbare Lasten eben diese „Mono-Leistung“ brauchen, um sie schnell abzuarbeiten.

In der SE-Infrastruktur lassen sich die einzelnen Units so kombinieren, dass sie die optimale Plattform für die jeweilige Kundenanforderung bereitstellen. „Der Vorteil der BS2000 SE-Infrastrukturen liegt - neben den zahlreichen Beratungsleistungen und Services - in der optimalen Anpassungsfähigkeit an die Kundenbedürfnisse“, so Birkner. „Das heißt, der Fokus liegt zunächst auf den Prozessen des Kunden und erst dann werden die Systeme und Services dazu angepasst.“

Ein hybrides System ermöglicht laut Fujitsu neben dem klassischen Mainframe-Betrieb vielfältige Einsatzszenarien wie zum Beispiel die Konsolidierung aller Anwendungsbestandteile eines IT-Services in eine gemeinsame Plattform. Darüber hinaus biete die SE-Infrastruktur einen schützenden Rahmen bei notwendigen Modernisierungen der geschäftskritischen Anwendungen. Nicht zuletzt kann sie als Enterprise-Plattform für geschäftskritische Standard-Anwendungen dienen.

Premiere: die Live-Migration

Mit der aktuellen Version 6.2 hat Fujitsu ein neues Software-Upgrade für die Fujitsu Enterprise Server BS2000 SE-System-Software vorgestellt. Damit kann Fujitsu unter anderem als weltweit erster Anbieter eine Live-Migration für Mainframe-Systeme auf /390 Servern und ebenso auf x86 Servern anbieten. Das bedeutet, dass Unternehmen nun ihre Mainframe-Gastsysteme und -Anwendungen ohne Unterbrechung des Geschäftsbetriebs auf eine andere Server-Unit migrieren können.

Auf diese Weise lassen sich eine geplante Wartung oder ein Failover entscheidend beschleunigen und die Auslastung ausgleichen (Workload Management) – ohne Beeinträchtigung von Kontinuität und Verfügbarkeit geschäftskritischer Anwendungen. Dank Cluster-Funktionalitäten können Anwender zwei BS2000 SE-Infrastrukturen verbinden und ein ebenso sicheres wie schnelles internes Datennetzwerk für nahtlose Kommunikation über Server- und Application-Units im Cluster aufbauen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: ausfallsichere, hochverfügbare Infrastrukturen, die als eine einzige Einheit verwaltet werden können.

Die Mainframe-Akademie

Laut den Analysten der US-Marktforscher Gartner zeichnet sich das Thema Akademie als ein weiterer wichtiger Trend am Mainframe-Markt ab. „Für einen gut ausgebildeten Nachwuchs an Fachkräften haben wir bei Fujitsu mit viel Aufwand eine eigene Mainframe-Akademie hochgezogen“, betont Birkner, die auch für die Fujitsu EPS-Academy verantwortlich ist.

Diese baut auf vier großen Säulen auf: Training und Ausbildung für BS2000, Schnupperkurse, duale Studentenprogramme sowie Kooperationen mit Fach- und Hochschulen. An der Enterprise Platform Services (EPS) Academy wird derzeit eine neue Generation von Ingenieuren ausgebildet. Damit reagiert Fujitsu schnell und adäquat auf die steigende Nachfrage an Fachkräften im Bereich der Mainframes.

Die Hauptmerkmale der SE-Serie:

  • Das Herzstück bilden die /390-basierten Server Units (SU), die x86-basierten Server Units, die Net Unit (NU) und Management Unit (MU).
  • eine Multi-Server Plattform mit einheitlichem Management-Konzept verbessert laut Fujitsu den TCO und erlaubt eine höhere Flexibilität.
  • x86-basierte Application-Units für den Betrieb unter Linux, Windows oder VMware.
  • hohe Gesamtsystem-Performance und hohe Effizienz des Systems bei einem geringen Stromverbrauch.
  • keine Aussetzer auch unter Voll-Last. Einzelne Defekte führen nicht zu einem System-Stillstand. Ersatzprozessoren stehen zur Verfügung. 24/7-Verfügbarkeit der Daten.
  • vereinfachte Steuerung über eine bequeme, Browser-basierte Oberfläche.
  • Unterstützung der Kunden mit individuell zugeschnittenen Service-Angeboten für die BS2000 SE-Infrastruktur.
  • alle Komponenten sind in einem 19“-Standard-Rack integriert und werden „ready to use“ an die Kunden ausgeliefert.
  • Integration der am internationalen Markt bewährten Techniken
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