Eco Datacenter Award 2026 Noris Network und Nlighten gewinnen Eco-Award

Von Daniel Schrader 2 min Lesedauer

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Noris Network und Nlighten gewinnen die Eco Datacenter Awards 2026 für innovative Rechenzentren. Thomas Lippert und Béla Waldhauser ehrt die Eco-Jury für ihre Branchenverdienste.

Neben der persönlichen Ehrung von Béla Waldhauser (im Bild) und Thomas Lippert, zeichnete die Eco-Jury Noris Network und Nlighten als Betreiber besonders innovater Rechenzentren aus.(Bild:  Paula Breukel / Vogel IT-Medien)
Neben der persönlichen Ehrung von Béla Waldhauser (im Bild) und Thomas Lippert, zeichnete die Eco-Jury Noris Network und Nlighten als Betreiber besonders innovater Rechenzentren aus.
(Bild: Paula Breukel / Vogel IT-Medien)

In der Kategorie des Eco Datacenter Award 2026 für innovative Rechenzentren mit über 3,5 Megawatt Leistung setzt sich Noris Network mit dem Neubau NBG6 BA3 durch. Das dreigeschossige Gebäude in Nürnberg verfügt über eine geplante finale Anschlussleistung von 30 Megawatt bei einer nutzbaren Fläche von 9600 Quadratmetern. Die Architektur basiert auf einem modularen Design aus abgeschlossenen Blöcken. Dieses Konzept erlaube laut Hersteller die parallele Bereitstellung klassischer Server und Infrastrukturen für künstliche Intelligenz innerhalb desselben Brandabschnitts.

Der Betreiber gibt an, in diesem Setup Leistungsdichten von bis zu einem Megawatt pro Rack bedienen zu können, bei direkter Flüssigkeitskühlung und einer Gleichstromverteilung mit 800 Volt. Das Rechenzentrum besitze einen PUE von 1,15 und versorge das lokale Fernwärmenetz mit Abwärme.

„Ein Leuchtturmprojekt der Sektorkopplung“

Den Preis in der Klasse unter 3,5 Megawatt sichert sich Nlighten. Mit Förderung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und in Kooperation mit der Stadtverwaltung setzt Nlighten an seinem Rechenzentrum in Eschborn bei Frankfurt ein Sektorenkopplungsprojekt zur Abwärmenutzung um.

Dabei greift der Betreiber das rund 32 Grad Celsius warme Rücklaufwasser aus den Kühlkreisläufen der Server ab. Eine Großwärmepumpe hebt diese Vorlauftemperatur auf ein für Heizzwecke nutzbares Niveau an. Über eine neu errichtete Rohrleitung von rund 800 Metern Länge leitet Nlighten die Energie in ein städtisches Nahwärmenetz, welches das kommunale Wiesenbad sowie angrenzende Bürogebäude versorgt.

Betreiberangaben zufolge liefert das System jährlich 3.6 Gigawatt Wärme und spart so 1200 Tonnen Kohlendioxid ein. Gerade die sinnvolle Nutzung der Abwärme in der Region Frankfurt – dicht besiedelt von Rechenzentren bei einem relativ kleinen Fernwärmenetz – soll ein besonderes Auszeichnungsmerkmal des Projekts darstellen.

Forschungseinsatz und Lebensleistung für Datacenter

Neben den Infrastrukturprojekten prämierte die Jury zwei persönliche Karrieren. Als aktueller Innovator geehrt wurde Thomas Lippert, Direktor des Jülich Supercomputing Centre. Lippert ist maßgeblich für die Entwicklung von Jupiter verantwortlich, des aktuell leistungsstärksten Supercomputer Europas. Neben einer Leistungsfähigkeit der Exascale Klasse (Trillionen Rechenoperationen pro Sekunde), integriert Jupiter auch Quantenberechnungen in seine Infrastruktur.

Den Lifetime Award vergab der Verband der Internetwirtschaft an Béla Waldhauser. Der langjährige Geschäftsführer von Telehouse Deutschland leitet seit 2009 die Arbeitsgruppe Datacenter bei Eco. Waldhauser agiert als prominenter Treiber der Initiative „Climate Neutral Data Centre Pact“, die auf eine klimaneutrale europäische Rechenzentrumsbranche bis 2030 abzielt.

In der Folge #66 der DataCenter Diaries „Dr. Béla Waldhauser über die Meilensteine in der Datacenter-Entwicklung, die jetzigen und künftigen Herausforderungen“ beleuchtet Waldhauser, welche gravierenden Veränderung die Branche erfahren hat und welche Aufgaben noch bevorstehen. Was sagt er zu „Nachhaltigkeit ist heute Pflicht" und „Europa braucht eigene Chips"?

Die Podcast-Folge #66 der DataCenter Diaries findet sich auf Spotify, Apple Podcasts, Deezer und Amazon Musik.

Die Verleihung des Eco Data Center Award 2026 fand am Abend des 10. Juni 2026 im Vorfeld des 6. Data Center Expert Summits im hessischen Dreieich nahe Frankfurt am Main statt. Die Fachjury bildeten Ralph Hintemann vom Borderstep Institut, Mareike Jacobshagen von DE-CIX, Ulrike Ostler von DataCenter-Insider, der Unternehmensberater Gerd Simon, der Eco-Ehrenpräsident Harald A. Summa und die Präsidentin des Vereins Di4 Sandra Thomas.

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