Rechenzentrumsausbau in Brandenburg Virtus installiert Großtransformatoren für 300-MW-Campus bei Berlin

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Mit zwei Transformatoren à 185 MVA baut Virtus die Energie-Infrastruktur seines Rechenzentrumscampus in Wustermark aus. Die Anlage ist auf einen späteren Ausbau über die geplanten 300 MW hinaus ausgelegt.

Blick auf die Baustelle in Wustermark: Der Standort soll ausschließlich mit zertifizierter erneuerbarer Energie betrieben werden.(Bild:  Virtus Data Centres)
Blick auf die Baustelle in Wustermark: Der Standort soll ausschließlich mit zertifizierter erneuerbarer Energie betrieben werden.
(Bild: Virtus Data Centres)

Der britische Rechenzentrumsbetreiber Virtus Data Centres hat auf seinem Campus in Wustermark bei Berlin zwei Transformatoren mit jeweils 185 Megavoltampere (MVA) installiert. Nach Angaben des Unternehmens zählen sie zu den größten bislang in europäischen Rechenzentren eingesetzten Anlagen. Der Standort wird bei vollständigem Ausbau direkt an das 380-Kilovolt-Übertragungsnetz (kV) angeschlossen.

V.l. Christina Mertens (Virtus Data Centers), Sascha Solbach (Stadt Bedburg), Gerald Obernosterer (KNG-Kärnten Netz) und Gerd J. Simon (Simabra) auf dem „Data Center Expert Summit“ sprechen im Panel über „Neue RZ-Regionen abseits von FLAPD. Die neue Geografie der digitalen Infrastruktur“.(Bild:  Paula Breukel)
V.l. Christina Mertens (Virtus Data Centers), Sascha Solbach (Stadt Bedburg), Gerald Obernosterer (KNG-Kärnten Netz) und Gerd J. Simon (Simabra) auf dem „Data Center Expert Summit“ sprechen im Panel über „Neue RZ-Regionen abseits von FLAPD. Die neue Geografie der digitalen Infrastruktur“.
(Bild: Paula Breukel)

Die Stromversorgung erfolgt künftig über ein Umspannwerk mit einer geplanten Leistung von 500 Megawatt (MW). Der Campus erhält dabei zwei direkte Anbindungen an das Netz des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz. Virtus hebt hervor, dass die Hochspannungsanbindung eine hohe Ausfallsicherheit und Skalierbarkeit ermöglichen soll.

Energie-Infrastruktur für langfristigen Ausbau

Nach Angaben von Christina Mertens, Managing Director Europe bei Virtus, ist die nun installierte Infrastruktur bereits auf einen späteren Ausbau ausgelegt. Die Planungen für den Standort laufen demnach seit 2022 und begannen damit noch vor dem aktuellen Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI). Der Campus startet mit einer Leistung von 300 MW, zentrale Komponenten sind jedoch bereits für höhere Kapazitäten dimensioniert.

Mertens führte auf dem „Data Center Expert Summit“ des Eco - Verband der Internetwirtschaft aus, dass die Gespräche mit der Gemeinde Wustermark früh begonnen hätten und der kommunale Nutzen des Vorhabens bereits in einer frühen Projektphase erkennbar gewesen sei.

Neun Rechenzentren auf 350.000 Quadratmetern

Der Campus entsteht in der Gemeinde Wustermark westlich von Berlin. Geplant sind insgesamt neun Rechenzentren auf einer Fläche von rund 350.000 Quadratmetern. Virtus beziffert die Investitionen auf etwa drei Milliarden Euro.

Die Anlagen sollen ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Ein Teil des Stroms stammt aus nahegelegenen Windparks. Zudem ist vorgesehen, die entstehende Abwärme in regionale Fernwärmenetze in den Regionen Havelland und Potsdam einzuspeisen.Alle Gebäude erhalten Unterstützung für Hochleistungs-Racks sowie geschlossene Kaltwasserkühlsysteme, die auf Anwendungen mit hoher Leistungsdichte ausgelegt sind.

Genehmigungen bleiben Herausforderung

Der Baustart für den Campus erfolgte im Mai 2026. Parallel entwickelt Virtus einen weiteren Standort im Berliner Gewerbepark „Marienpark“. Dort entstehen vier Rechenzentren mit einer geplanten IT-Leistung von 57,6 MW, deren Inbetriebnahme für 2027 vorgesehen ist.

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