Kritik an Rechenzentrumsausbau im Main-Kinzig-Kreises Bürgerentscheid zu 200-MW-Rechenzentrum in Birstein gestoppt

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Die Gemeindevertretung von Birstein hat ein Bürgerbegehren gegen das geplante Rechenzentrum „Frank Cube“ abgelehnt. Das Projekt der Argaman Group mit 200 Megawatt IT-Leistung bleibt damit zunächst in kommunaler Hand.

Symbolbild: Die Bürgerinitative „Gemeinsam für Birstein“ spricht von einem „schwarzen Tag für die Demokratie in Birstein“.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Symbolbild: Die Bürgerinitative „Gemeinsam für Birstein“ spricht von einem „schwarzen Tag für die Demokratie in Birstein“.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

Die Diskussion um das geplante Rechenzentrum „Frank Cube“ im osthessischen Birstein erreicht eine neue Stufe. Die Gemeindevertretung hat ein Bürgerbegehren gegen das Vorhaben abgelehnt und damit einen Bürgerentscheid vorerst verhindert. Das berichtet die „Hessenschau“.

Trotz ausreichender Unterstützung aus der Bevölkerung bleibt die Entscheidung damit zunächst bei den gewählten Gemeindevertretern. Nach Angaben der Initiative „Gemeinsam für Birstein“ hatten 667 Bürgerinnen und Bürger das Bürgerbegehren unterzeichnet und damit die erforderliche Zahl an Unterstützern erreicht.

200-MW-Rechenzentrum geplant

Hinter dem Projekt steht die Argaman Group aus Frankfurt. Das Unternehmen plant im Gewerbegebiet „Im Obersten Grünnel“ ein Rechenzentrum mit einer IT-Leistung von bis zu 200 Megawatt auf einer Fläche von elf Hektar. Die Fertigstellung ist bislang für 2028 vorgesehen.

Die Anlage soll überwiegend mit Strom aus einem nahegelegenen Windpark versorgt werden. Für die Anfangsphase ist zusätzlich ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk vorgesehen, das später auf Wasserstoff umgestellt werden kann. Darüber hinaus plant der Betreiber die Einspeisung von Abwärme in ein lokales Nahwärmenetz.

Kritik an Energieversorgung und Standort

Gegner des Projekts verweisen auf mögliche Auswirkungen für Landschaft, Infrastruktur und Anwohner. Kritisiert werden unter anderem die Nähe zu Schule und Kindergarten, zusätzliche Verkehrsbelastungen sowie die geplante Energieversorgung über ein Gaskraftwerk in der ersten Ausbaustufe.

Die Befürworter sehen dagegen wirtschaftliche Chancen für die rund 5.000 Einwohner große Gemeinde. Nach früheren Angaben der Projektverantwortlichen könnten durch Betrieb und Infrastruktur bis zu 250 Arbeitsplätze entstehen. Zudem werden zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen erwartet.

Kritiker verweisen zudem auf offene Fragen zur konkreten Ausgestaltung des Projekts. Diskutiert werden unter anderem die angekündigte Zahl von bis zu 250 Arbeitsplätzen, die langfristige Energieversorgung sowie die Frage nach künftigen Betreibern oder Mietern der Anlage.

Null Reaktion

DataCenter-Insider hat die Argaman Group bereits vor mehreren Wochen um eine Stellungnahme zu den Planungen und deren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gebeten. Eine Antwort liegt bislang nicht vor.

Die Bürgerinitiative kündigte nach der Entscheidung der Gemeindevertretung an, weitere Schritte zu prüfen. Auch rechtliche Maßnahmen werden demnach nicht ausgeschlossen. Am Donnerstag, den 18. Juni organisiert der Verein Gemeinsam für Birstein einen Bürgerdialog zum Thema „Rechenzentrum und Demokratie in Birstein“.

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