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Gestapelte Befehle Was bedeutet Batch(-Verarbeitung)?

Autor / Redakteur: lic.rer.publ. Ariane Rüdiger / Ulrike Ostler

Nicht immer ist es am sinnvollsten, einen Befehl nach dem anderen einzugeben und sofort abzuarbeiten. Die Alternative dazu ist die Batch-Verarbeitung.

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Der Begriff Batchverarbeitung stammt aus der Zeit der Lochkarten
Der Begriff Batchverarbeitung stammt aus der Zeit der Lochkarten
(Bild: © djama - stock.adob.com)

Der Begriff Batch bedeutet eigentlich Stapel und stammt bezüglich der IT aus den Urzeiten der Datenverarbeitung. Damals benutzte man noch Lochkarten, um dem Rechner mitzuteilen, was man von ihm wollte. In der Regel wurden diese Karten stapelweise dem Gerät übergeben, das dann selbsttätig eine Karte nach der anderen abarbeitete. Batch-Verarbeitung ist also Stapelverarbeitung.

Die Lochkarten sind verschwunden, die Idee ist geblieben: Warum nicht mehrere Befehle bündeln und das Paket dann abarbeiten, wenn es am günstigsten ist?

Falls aufwändige administrative Routinen nötig sind, ist es schön, wenn der Admin dafür nur einmal etwas aufrufen muss statt die möglicherweise lange Befehlskette einen nach dem anderen einzugeben und dafür an den Bildschirm gefesselt zu sein. Bei einer solchen Vorgehensweise spricht man von Batch-Verarbeitung.

Langweiliges automatisieren

Typische Batch-Aufgaben sind langwierige Routinen, die zwar viel Arbeit machen, aber insgesamt wenig Varianz aufweisen und gegebenenfalls auch regelmäßig immer wieder auftauchen: das Ausdrucken mehrerer Druckaufträge im Rechenzentrum, das Einbuchen täglicher Bestellungen, das Verbuchen der an einem Tag bezahlten Rechnungen, die Lohnbuchhaltung, aber auch die Konvertierung größerer Datenmengen von einem in ein anderes Format.

Vom Batch zum Skript

In modernen Betriebssystemen spricht man inzwischen nicht mehr von Batch- sondern von Skriptverarbeitung, Skripte oder Batch-Dateien reihen Befehle des jeweiligen Programms, oft des Betriebssystems, in speziellen Dateien hintereinander.

Diese Dateien laufen bei Aufruf oder unter bestimmten Bedingungen automatisiert ab. Wie die jeweiligen Dateierweiterungen lauten und welches Handwerkszeug zur Erstellung der Dateien verwendet wird, unterscheidet sich von Betriebssystem zu Betriebssystem.

Die gute alte .bat

Bei „MS-DOS“ und frühen „Windows“-Varianten erhalten Batch-Dateien die Erweiterung „.bat“ oder „.cmd“ („NT“ und „OS/2“). Diese Dateitypen bestehen einfach aus untereinander geschriebenen Kommandozeilen, die auch Bedingungen formulieren dürfen. Dazu kommen unter Umständen weitere Elemente, beispielsweise Kommentare. Als Laufzeitumgebung dient ein Kommandozeileninterpreter.

Später entwickelte Microsoft die Powershell als Umgebung, in der Skripte, der neuere Begriff für Batch-Dateien, geschrieben werden können. Auch unter Unix spricht man von Skripten, die in einer so genannten Shell geschrieben werden.

Unter Unix und seinen Derivaten können einfacherer Routinen als so genannte Cronjobs durchgeführt werden. Sie automatisieren wiederkehrende Systemaufgaben und werden durch einen speziellen Cron-Daemon aufgerufen.

Großrechner und HPC

In komplexeren Umgebungen, beispielsweise für das Hochleistungsrechnen, verwendet man spezielle Programme, um entsprechende Skripte oder Cronjobs in der gewünschten Reihenfolge automatisiert abzuwickeln. In IBM-Großrechnerumgebungen, übrigens eine der ersten Domänen der Batch-Verarbeitung, spricht man beim Aufruf von Batch-Dateien von Jobs, die angestoßen werden. Die Ausführung von Batch-Dateien, die Reihenfolge ihres Aufrufs zum Beispiel, wird hier durch Skripte in einer speziellen Sprache, JCL (Job Control Language), gesteuert.

Skripte entwickeln sich immer stärker zu einem wichtigen Gestaltungselement agiler Informationstechnik. So kann man inzwischen die Konfiguration ganzer Infrastrukturumgebungen (Software-defined Infrastructure) oder Software-Produktionsketten in Skripten festlegen, die bei Bedarf nur noch aufgerufen werden müssen.

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Über den Autor

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

Freie Journalistin, Redaktionsbüro Rüdiger