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Troubleshooting in Exchange-Umgebungen 10 Tipps zur Fehlerbehebung bei Exchange-Servern

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Funktioniert „Micrososft Exchange“ nicht mehr richtig, hilft zumeist die Recherche im Internet, oder aber...: Autor Thomas Joos gibt zehn Tipps für das schnelle Eingrenzen von Fehlern und die mögliche Fehlerbehebung.

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Wenn das E-Mail-System nicht mehr funktioniert, ist meist der Aufschrei in der Belegschaft groß – und der Fehler oft nur schwer zu finden. Diese Tipps helfen.
Wenn das E-Mail-System nicht mehr funktioniert, ist meist der Aufschrei in der Belegschaft groß – und der Fehler oft nur schwer zu finden. Diese Tipps helfen.
(Bild: © Blue Planet Studio - stock.adobe.com)

Tipp 1: Probleme bei der Installation mit Protokolldatei lösen

Funktioniert die Installation oder die Aktualisierung zu einem neuen kumulativen Update von Exchange nicht, sollte der erste Blick immer in die Protokolldatei „ExchangeSetup.log“ im Verzeichnis „C:\ExchangeSetupLogs“ gehen.

Die Datei kann auch während einer Installation aufgerufen werden, zum Beispiel wenn die Installation sehr lange dauert und der Verdacht aufkommt, dass die Installation hängt. Durch das regelmäßige Öffnen der Datei während der Installation kann der Installationsfortschritt überprüft werden. Wird Exchange 2019 auf einem Core-Server installiert, kann die Protokolldatei mit „Notepad exchangesetup.log“ ebenfalls aufgerufen werden. Allerdings muss hierzu vorher in das Verzeichnis „C:\ExchangeSetupLogs“ gewechselt werden.

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Sind in der Datei Fehler zu erkennen, können diese Einträge eine gute Basis für eine Recherche im Internet sein. In vielen Fällen lassen sich Installationsprobleme so schnell beheben, da durch die genaue Fehlermeldung in den meisten Fällen schnell eine Lösung im Internet gefunden wird.

Tipp 2: Systemdienste überprüfen

Ist Exchange installiert, aber Teile des Systems funktionieren nicht, kann es durchaus sein, dass die Exchange-Systemdienste nicht gestartet wurden oder sich beendet haben. Das wird in der Ereignisanzeige protokolliert, kann aber auch in der Verwaltung der Systemdienste überprüfen werden. Dazu wird „services.msc“ aufgerufen. Durch einen Klick auf „Name“ wird die Anzeige sortiert. Alle Exchange-Dienste beginnen mit „Microsoft Exchange“.

Durch einen Klick auf „Starttyp“ werden die Dienste nach dem Starttyp sortiert. Hier sollten alle Dienste mit dem Starttyp „Automatisch“ gestartet sein. Sind Dienste nicht initiiert, lassen sich diese über das Kontextmenü starten.

Einer der wichtigsten Systemdienste ist „Microsoft Exchange Information Store“. Dieser stellt die Exchange-Datenbanken zur Verfügung. Ist dieser nicht gestartet, ist der Betrieb von Exchange nur sehr eingeschränkt möglich.

In der Powershell lässt sich die Abfrage mit „get-service *msexchange*“ überprüfen. Um die Dienste auch gleich zu starten, kann das Ergebnis an „start-service“ übergeben werden:

get-service *msexchange* | start-service

Die Dienste, die schon gestartet sind, bleiben gestartet, die anderen werden durch den Befahl gestartet, zumindest, wenn das möglich ist.

Tipp 3: Ereignisanzeige auf Einträge überprüfen

Funktioniert etwas auf Windows-Servern nicht, auch in Bezug auf Exchange, sollte immer auch ein Blick in die Ereignisanzeige gehen. Diese lässt sich am schnellsten mit „eventvwr.msc“ aufrufen. Neben dem Protokoll „Anwendung“ spielt auch „System“ eine wichtige Rolle. Exchange protokolliert vor allem bei „Anwendung“, Windows protokolliert seine Fehler in „System“. Über das Kontextmenü der Protokolle kann nach Fehlern gefiltert werden.

Teilweise hängen Fehler zusammen. Es lohnt sich zu überprüfen, ob Fehler in unterschiedlichen Protokollen zum gleichen Zeitpunkt aufgetreten sind. Über die Meldungen und eine Recherche im Internet lassen sich auf diesem Weg viele Fehler beheben.

Dazu sollte der Suchbegriff so eng wie möglich gesetzt werden. Es hilft auch immer, die Quelle und die ID zu verwenden. Eine gute Quelle für die Recherche ist die Website http://eventid.net.

Tipp 4: Datenbank offline defragmentieren

Startet eine Exchange-Datenbank nicht mehr, kann es helfen diese offline zu defragmentieren. Dazu wird das Tool „eseutil“ verwendet. Bei dem Vorgang wird die Datenbank verkleinert und Fehler werden entfernt.

Achtung: der Vorgang kann mehrere Stunden dauern. Ist die Datenbank nicht bereitgestellt, kann die Reparatur mit dem folgenden Befehl ausgelöst werden:

Eseutil /d "Mailbox Database.edb"

Tipp 5: Namensauflösung überprüfen

Die Namensauflösung spielt auch für Exchange eine wichtige Rolle. Hier sollte mit „nslookup“ überprüft werden, ob die Domänen-Controller und die anderen Exchange-Server im Netzwerk erreicht werden. Die Namen sollten ohne Fehlermeldung aufgelöst werden.

Gelingt das nicht, müssen die Domänen-Controller und die IP-Einstellungen der Exchange-Server, vor allem die DNS-Einstellungen überprüft werden. Wichtig sind hier auch die Einstellungen für das DNS-Lookup in den Einstellungen der Konnektoren, vor allem der Sende-Connectors. Wichtig sind an dieser Stelle aber auch die Einstellungen im „Exchange Admin Center“ bei „Server“. In den Einstellungen des Servers ist der Menüpunkt „DNS-Lookups“ zu finden. Hier sollte überprüft werden, ob die Server, die hier eingetragen sind, die Namen korrekt auflösen.

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Tipp 6: Nachrichtenfluss kontrollieren

Werden E-Mails nicht zugestellt, sollten im Exchange Admin Center die Einstellungen für den Nachrichtenfluss überprüft werden. Hier spielen vor allem die akzeptierten Domänen und die Einstellungen der einzelnen Empfangs- und Sende-Connectors eine wichtige Rolle.

Tipp 7: Active Directory kontrollieren

Funktioniert Exchange nicht richtig, gibt es oft auch Probleme im „Active Directory“. Aus diesem Grund sollte auf den Domänen-Controllern des Standorts überprüft werden, ob die Domänen-Controller optimal funktionieren.

Hier wird vor allem mit „dcdiag“ gearbeitet. Das Tool wird in der Befehlszeile gestartet. Auch die Replikation der Domänen-Controller mit „repadmin /showreps“ sollte in die Diagnose mit einbezogen werden. Hinzu kommt natürlich wieder die Kontrolle der Ereignisanzeigen auf den Domänen-Controllern.

Tipp 8: Transaktionsprotokollen auf der Spur bleiben

Die Transaktionsprotokolle der Postfachdatenbanken wachsen mit der Zeit an. Durch eine Datensicherung löscht das Sicherungsprogramm die nicht mehr benötigen Transaktionsprotokolle. Manuell sollte niemals ein Protokoll gelöscht werden.

Durch die wachsende Anzahl an Transaktionsprotokollen kann es passieren, dass der Speicherplatz nicht mehr ausreicht. Wenn Transaktionsprotokolle zu stark anwachsen, sollte überprüft werden, warum das so ist.

Wichtig ist eine regelmäßige vollständige Sicherung der Datenbanken, durch die dann auch immer nicht mehr notwendige Transaktionsprotokolle gelöscht werden. Das geht auch mit Bordmitteln in „Windows Server 2016/2019“.

Tipp 9: Überblick mit kostenlosen Tools verschaffen

Mit Zusatz-Tools lassen sich Informationen zur Exchange-Umgebung beschaffen und Probleme lösen. Einige wichtige Tools sind beispielsweise „Digicert,“ das Exchange Server SMTPDiag-Tool, der „Exchange Reporter“ und der „Exchange Monitor“ oder das Powershell-Skript „Generate Exchange Environment Reports using Powershell“ beziehungsweise das Microsoft-Skript „Modern Exchange Environment Report with Health Checks“ und „Manage Engines Exchange Health Monitor 3.0“.

Digicert überprüft die Gültigkeit des Zertifikats. Das Exchange Server SMTPDiag-Tool ist ein wichtiges Diagnoseprogramm für den E-Mail-Fluss. Exchange Reporter kann dagegen gesteuert durch eine Windows-Aufgabe in regelmäßigen Abständen einen Bericht per E-Mail an Administratoren, öffentliche Ordner oder eine Gruppe senden.

Der Entwickler von Exchange Reporter stellt mit dem Exchange Monitor ein weiteres Überwachungswerkzeug für Exchange zur Verfügung, welches bei Problemen auch SMS versenden kann. Im Fokus des Powershell-Skriptes stehen keine Berichte über die Servernutzung, sondern der Status des Servers. Exchange Monitor funktioniert ähnlich wie Exchange Reporter.

Eine weitere Möglichkeit zum Lesen von Informationen ist das Powershell-Skript Generate Exchange Environment Reports using Powershell aus der „Technet Gallery“.

Zusätzlich ist in der Microsoft Technet noch das Skript „Modern Exchange Environment Report with Health Checks“ zu finden.

Wenn es um die kostenlose Überwachung von Exchange geht, spielt aber auch ManageEngine Exchange Health Monitor 3.0 eine wichtige Rolle.

Tipp 10: Leistungsprobleme identifizieren

Funktioniert Exchange nicht mehr richtig, sollte über den Task-Manager bei „Prozesse“ überprüft werden, ob einzelne Dienste den Server zu stark belasten. Bei „Leistung“ sind weitere Infos zu finden. Teilweise kann ein Neustart des Servers helfen. Für eine erweiterte Überwachung wird die Leistungsüberwachung des Servers verwendet.

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*Thomas Joos ist freier Autor von IT-Fachartikeln und -büchern. Auf DataCenter-Insider füllt er seinen eigenen Blog mit Tipps und Tricks für Administratoren: Toms Admin-Blog

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Über den Autor

 Thomas Joos

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Freiberuflicher Autor und Journalist