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Wir gehören zusammen. Was ist eine Domain, Domäne?

Autor / Redakteur: lic.rer.publ. Ariane Rüdiger / Ulrike Ostler

Der Begriff Domain kommt in zwei Kontexten vor: einmal im Internet als zusammenhängende Adress-Range mit eindeutigem Namen, zum anderen als Gruppe zusammengehöriger Recher, die von einem Controller überwacht werden.

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Der Begriff Domain bedeutet in IP-Netzen eine Reihe zusammengehöriger IP-Adressen, im Microsoft-Infrastruktruen zusammengehörige Rechner, die von einem Domain Controller überwacht werden.
Der Begriff Domain bedeutet in IP-Netzen eine Reihe zusammengehöriger IP-Adressen, im Microsoft-Infrastruktruen zusammengehörige Rechner, die von einem Domain Controller überwacht werden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Eine Domain ist zweierlei. Einmal ist sie ein logisch begrenzter, zusammenhängender Bereich von Internet-Adressen, der einer Institution von der IANA (Internet Assigned Number Autohrity) oder von ihr autorisierten lokalen Institutionen zugewiesen wurde.

Zum anderen bezeichnet der Begriff auch zusammengehörige Gruppen von Rechnern in Infrastrukturen unter „Microsoft Server“ oder „NT“, für die einen Domain Controller Zugriff und Rechtevergabe überwacht.

Eindeutige Adressierung

Domain-Namen im Internet bestehen in der Regel aus drei Namensteilen, zum Beispiel: www.datacenter-insider.de. Dabei steht jeder Bestandteil für eine der hierarchischen Ebenen des Domain Name Systems. Die Ebene Null (Root) bleibt bei den klarschriftlichen Domain-Namen außen vor. Die einzelnen Namensteile bezeichnet man als Label.

Logisch stehen hinter den Namensteilen jeweils ein Oktett aus der hierarchisch aufgebauten IP-Adresse, die beim noch sehr verbreiteten IPv4 aus vier jeweils dreiziffrigen Blöcken aus Nullen und Einsen mit Punkten dazwischen besteht. Jeder dieser digitalen Blöcke kann also acht Zahlenwerte in unserem üblichen Zahlensystem darstellen.

Hierarchie des Domain Name Systems

Bei Domain-Adressen wie der oben genannten hat die oberste Ebene der IP-Adresse den Wert 000. Die Web-Adresse, die man in den Browser eingibt, beginnt mit der detailliertesten Ebene des hierarchischen Namenssystems des Web. Das ist die so genannte Subdomain oder Third-Level-Domain (siehe: Grafik). Es folgt die Second-Level-Domain und schließlich die Top-/First-Level-Domain, wie com, org und de.

Der hierarchische Aufbau des Domain Name Systems respektive der Internet-Adressen.
Der hierarchische Aufbau des Domain Name Systems respektive der Internet-Adressen.
(Bild: Wikipedia)

Weil sie einer absoluten Adresse entsprechen, bezeichnet man die üblichen Web-Adressen auch als Fully Qualified Domain Names (FQDN). Dies gilt, obwohl die Root-Adresse gar nicht dargestellt wird, und hat sich als Konvention etwa für die Adresseingabe in Web-Browsern durchgesetzt.

Domains und Subdomains

Subdomains sind grundsätzlich alle Domains, die unterhalb einer übergeordneten Domain liegen. Alle Domains können selbst wieder Hosts und Domains beherbergen. Allerdings wird der Begriff Subdomains praktisch nur für Domains ab der dritten Ebene nach unten verwendet, nicht für Top-Level-Domains und Second-Level-Domains.

Subdomains sind eine Methode, Dienste innerhalb der Domains von Organisationen sauber logisch voneinander zu trennen. Beispielsweise können Firmen zur Handhabung ihrer Mail eine Subdomain mail.blabla.com einrichten oder den Fileserver unter die Adresse ftp.blabla.com stellen. Filialen könnten ebenfalls jeweils eine eigene Subdomain erhalten, und diese ebenfalls wieder Subdomains.

Natürlich ist es auch möglich, die Rechner in einer Internet-Subdomain in einer Microsoft-Kontrolldomäne zusammenzufassen.

Rolle der Domain Name Server (DNS)

Die Aufgabe, die Nummern hinter der Adresse zu entschlüsseln und Daten entsprechend weiterzuleiten, fällt Domain Name Servern (DNS) zu. Sie halten Verzeichnisdienste vor, in denen sie beispielsweise die Domain www.datacenter-insider.de in die entsprechende IP-Adresse umsetzen, damit alle darauf gerichteten Anfragen ihr Ziel erreichen.

Mit IPv4 lassen sich nur rund 4,3 Milliarden Adressen darstellen. Mehr Adressen sind nicht da, ist dieser Raum aufgebraucht, können neue Domains nur vergeben werden, wenn alte Nutzer ihre Adressräume zurückgeben.

Weil diese Menge schon lange vorhersehbar inzwischen nicht mehr ausreicht, hat man IPv6 entwickelt, das sich nun Schritt für Schritt in den Netzen ausbreitet und wegen der größeren Länge der Adressen eine immens große Zahl an Adressen bereitstellen kann.

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Über den Autor

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

Freie Journalistin, Redaktionsbüro Rüdiger