Mehr Kontrolle am Exchange-Gateway Directory-Based Edge Blocking jetzt auch für Public Folders und dynamische Gruppen

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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„Exchange Online Protection“ erkennt ab sofort auch Mail-aktivierte öffentliche Ordner und dynamische Verteilergruppen als gültige Ziele für „Directory-Based Edge Blocking“ (DBEB). Was lange als Lücke im Adressvalidierungsprozess galt, schließt sich nun durch eine Erweiterung des Filtersystems direkt an der Gateway-Ebene.

„Directory-Based Edge Blocking“ ist jetzt auch für Public Folders und dynamische Gruppen möglich.(Bild:  Thomas Joos)
„Directory-Based Edge Blocking“ ist jetzt auch für Public Folders und dynamische Gruppen möglich.
(Bild: Thomas Joos)

Bisher war DBEB nur für reguläre Postfächer und statische Verteiler einsetzbar. Organisationen mit reinen „Exchange“-Online-Topologien mussten das Feature deaktivieren, um Public Folders oder dynamische Gruppen aus dem Internet erreichbar zu halten. Jetzt lässt sich die Filterlogik auch auf diese Sonderobjekte anwenden, unter Beibehaltung des bestehenden Schutzmodells auf „MX“-Ebene..

Für hybride Szenarien bringt die Umstellung zusätzliche Komplexität. Kunden, die Mail-aktivierte öffentliche Ordner über „Entra Connect“ nach „Entra“ synchronisiert hatten, können diesen Schritt künftig überspringen. Entscheidend ist nun, dass die Objekte über das „Script Sync-ModernMailPublicFolder.ps1“ direkt nach Exchange Online repliziert werden.

Erst danach darf die Synchronisation in Entra Connect deaktiviert werden. Die Verantwortung für das Adressobjekt verschiebt sich damit vollständig nach Exchange Online, was die Konsistenz der Empfängerverwaltung verbessert und Fehler in der Adressauflösung minimiert.

Das gilt nun bei Domain- und Gruppenobjekten

DBEB funktioniert nur auf Domains, die als 'Authoritative' konfiguriert sind. Wer das Attribut 'Internal Relay' gesetzt hatte, um bestimmte Mail-Flüsse zu ermöglichen, muss vor der Umstellung sicherstellen, dass alle betroffenen Pfade nach der Änderung korrekt aufgelöst werden. Die Aktivierung erfolgt entweder über das „Exchange Admin Center“ oder per „Powershell“-Kommando Set-AcceptedDomain. Wichtig ist dabei, dass Public Folders und dynamische Gruppen zuvor eindeutig im Verzeichnis sichtbar und adressierbar sind, andernfalls blockiert DBEB eingehende Mails ohne Rückfrage.

Unverändert bleibt die Einschränkung bei on-premises erstellten dynamischen Verteilergruppen. Diese lassen sich nicht in Exchange Online synchronisieren und werden dort nicht als gültige Objekte erkannt. DBEB blockiert sie daher weiterhin. Umgehungen bestehen nur über den Umweg eines identischen Mailkontakts oder durch Abschalten des DBEB-Filters auf Domainebene, was wiederum andere Risiken nach sich zieht. Hier entscheidet die Mailarchitektur über die richtige Strategie, nicht das Feature allein.

Mit dem DBEB-Update schließt Microsoft eine langjährige Funktionslücke in Exchange Online Protection, die besonders hybride Umgebungen in pragmatische Kompromisse zwang. Der Schutz auf SMTP-Ebene wird präziser, die Zustellbarkeit klarer, die Objektverwaltung einheitlicher, vorausgesetzt, das Zusammenspiel von Synchronisation, Directory-Sichtbarkeit und Domainkonfiguration wird technisch sauber umgesetzt.

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