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Die entscheidende Botschaft vom OpenStack-Summit OpenStack taugt für den Einsatz in Unternehmen

| Autor: Ulrike Ostler

Es wuselt und sprüht vor Ideen in der OpenStack-Community. So finden ihre Gipfeltreffen gleich halbjährlich statt. In der vergangenen Woche besuchten 6.000 den Summit in Vancouver. Die wichtigste Botschaft: „OpenStack is ready for enterprises“. Dazu tragen das Release 11, „Kilo“, ein Applikationskatalog, Federated Identity und Zertifizierungen bei. Der neue Star ist das Containerizing, mit und ohne Docker.

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Taugt OpenStack nun für den Einsatz in Unternehmen? Der Geist des OpenStack Summit in Vancouver sagt ja.
Taugt OpenStack nun für den Einsatz in Unternehmen? Der Geist des OpenStack Summit in Vancouver sagt ja.
(Bild: Ostler)

Nicht unbedingt für die Anwesenden, doch vermutlich für die Daheimgebliebenen hat die Aussage von Jonathan Bryce, Execitive Director der OpenStack Foundation etwas unangenehm Überraschendes: „Jedes Unternehmen, das wettbewerbsfähig sein will, muss Software produzieren.“ Denn die Aussage trifft auf eine Kultur der Standardsoftware, in der lediglich Anpassungen an Pakete gemacht werden, die Softwarehersteller liefern und IT nicht zum Kerngeschäft zählt. Und nun sollen alle Software erstellen?

OpenStack-Summit Vancouver

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Bryce und die OpenStack-Community kann viele Beispiele beibringen, die diese These untermauern. Dazu gehört Uber, ein Online-Vermittlungsdienst von Fahrgästen an Mietwagen mit Fahrer, auch privater Natur, der den Taxlern zunehmend das Geschäft streitig macht. „Seit Uber sind die Taxipreise in New York über 20 Prozent gefallen“, sagt Bryce.

Die OpenStack-Anwender

Zu den Unternehmen, die nicht nur OpenStack nutzen, sondern auch im großen Stil Codes an die Community zurückliefern, gehören Digital Film Tree (DFT), Walmart und Comcast. DFT produziert Dailies, erläutert Guillaume Aubuchon, CTO und Managing Partner der Firma aus Hollywood, ein Geschäft, das jede Menge an Daten fabriziert: Um 44 Minuten Film zu erzeugen, braucht es rund 216.000 Minuten für die Erstellung. Und trotzdem funktioniert das Produzieren schnell, obwohl Drehort, Schnitt, Special Effects und Redaktion örtlich verteilt stattfinden, etwa bei Aufnahmen mit 4K-Kameras in Vancouver und Schnitt in Los Angeles.

Guillaume Aubuchon, CTO und Managing Partner von DFT, erläutert: Für 44 Minuten Film braucht es 216.000 Minuten für die Erstellung.
Guillaume Aubuchon, CTO und Managing Partner von DFT, erläutert: Für 44 Minuten Film braucht es 216.000 Minuten für die Erstellung.
(Bild: OpenStack Foundation)

„Die gesamte Produktion basiert auf OpenStack, Release Kilo, und verschiedenen Clouds“, erläutert Aubuchon: HP Public Cloud, Los Angeles Private Instances, Blue Box Hosted Private Cloud und Vancouver Private Instances. Der CTO setzt auf Federated Identity, deren „Pass“ in den jeweiligen privaten Instanzen erzeugt werden. Insgesamt beschäftigt Aubuchon 20 Personen in der Software-Entwicklung; sechs davon beschäftigen sich mit OpenStack.

Alles auf OpenStack und Cloud basierend.
Alles auf OpenStack und Cloud basierend.
(Bild: OpenStack Foundation)

Die OpenSource-Implementierungen waren nicht immer und von Anfang an die erste Wahl: Doch die Versuche mit VMware und „Nvidia Grid“ seien schon nach kurzer Zeit des Ausprobierens gekippt worden, so der DFT-CTO. Beides sei einfach zu „statisch“ gewesen, einfach zu unflexibel und zu langsam in der Entwicklung. Allerdings sei auch der Sony-Hack, der für Aufregung sorgte, eine Art Türöffner geworden für die gesamte Filmindustrie. „Schließlich sind wir als Service-Anbieter und Entwickler dafür zuständig, dass die Entertainment-Industrie auch noch in 20 Jahren existiert“, kommentiert Aubuchon.

Ergänzendes zum Thema
Red-Hat-Studie dokumentiert den Trend zur OpenStack-Nutzung

Red Hat gehört mittlerweile zu den starken Unterstützern von OpenStack. Das Open-Source-Unternehmen legt zum Summit in Vancouver die jüngste Untersuchung zur Adaption von OpenStack vor. Demnach setzen Unternehmen verstärkt OpenStack in ihren Cloud-Infrastrukturen ein oder planen dies.

Erhoben hat die Umfrage im April und Mai dieses Jahres Tech Validate. Befragt wurden IT-Verantwortliche in mehr als 310 kleinen, großen und riesengroßen Unternehmen. Die Mehrheit der Befragten, rund 75 Prozent, plant die Nutzung von OpenStack bei Cloud-Projekten. Rund 40 Prozent befinden sich in einer Phase der Evaluierung, weitere 40 Prozent setzen ein Proof of Concept oder eine Pilotinstallation auf. Bereits 18 Prozent stehen vor einem weiteren Ausrollen der Techniken und 16 Prozent setzen OpenStack bereist in Produktivsystemen ein.

Das Spektrum reicht von der Implementierung direkt auf der Hardware bis zu virtuellen Infrastrukturen, von der private bis zur public cloud. So soll OpenStack zu 35 Prozent in auf herkömmliche Weise virtualisierte Umgebungen laufen, zu 30 Prozent auf physischen Servern zu 22 Prozent in private Clouds beziehungsweise in Infrastrukturen als Service (IaaS) und zu 18 Prozent in public clouds.

Wie wird OpenStack eingeplant?

Rund 52 Prozent wollen Openstack in bereits existenten virtuellen Umgebungen verwenden, während 59 Prozent der Befragten planen, ihre Umgebung auf Cloud zu trimmen. Dazu passt, dass sowohl Platform as a Service (PaaS) und Container auf dem Vormarsch sind. Tatsächlich sagen 54 Prozent, dass sie OpenStack in Zusammenhang mit PaaS bringen. Immerhin geben bereits 42 Prozent der Auskunftgebenden an, dass sie die Nutzung von Container-Techniken im OpenStack-Umfeld planen.

Die meisten der Befragten, 75 Prozent, setzen auf „KVM“ als Hypervisor für die OpenStack-Implementierung. Doch auch „VMware vSphere ESXi“ bleibt gefragt, rund 64 Prozent setzen diesen Hypervisor ein. Etwa 18 Prozent hingegen setzen auf „Hyper V“ von Microsoft und 13 Prozent ziehen „Xen“ vor.

Das Für und Wider

Als zentrale Gründe für die OpenStack-Einführung wurden von den Befragten die schnellere Bereitstellung von Services (77 Prozent), die Reduzierung der operativen IT-Kosten (52 Prozent) und die höhere Flexibilität der Infrastruktur (44 Prozent) genannt.

Demgegenüber stehen jedoch zahlreiche Ängste. Eines der größten Hindernisse ist das fehlende Open-Stack-Knowhow. Diese vermissen 45 Prozent der Befragten in ihren Unternehmen. Außerdem glauben viele, 43 Prozent, dass OpenStack noch nicht reif genug ist, und 22 Prozent, dass die Techniken mit gegenwärtigen Applikationsarchitekturen nicht in Übereinstimmung gebracht werden können. Dazu befürchten 21 Prozent der Befragten, dass es Schwierigkeiten geben kann, solche Projekte im Unternehmen durchzusetzen.

Die Angst vor Neuem setzt sich auch in konkreteren Anforderungen durch. Zum Beispiel ist man besorgt darüber, ob kommerzielle OpenStack-Provider genügend technischen Support bereitstellen können. Für 82 Prozent der Befragten ist ein solcher auf einem Produktions-Level der wichtigste Aspekt, gefolgt von der Ermöglichung eines vereinfachten Installationsprozesses. Den erwarten immerhin 78 Prozent der Befragten. Dazu kommen zu 72 Prozent Anfragen an unterstützende Tools, etwa für ein Open-Source-Cloud-Management, Betriebssysteme und Deployment-Werkzeuge.

Die Comcast-Geschichte beeindruckte auch die Jury des „Superuser Award“ (siehe Video); denn das Unternehmen, das rund 36.000 Zeilen Code an die OpenStack-Community an insgesamt 30 Projekte lieferte, erhielt in diesem Jahr diese Auszeichnung (siehe auch: gemeinsames Video von Comcast und DFT) https://youtube/dl010R-bZHw) .

OpenStack bei Walmart

Doch auch das Engagement und die Geschichte, die Amandeep Singh Juneja erzählen kann, erstaunt. Er ist der Senior Director Cloud-Design und Engineering bei Walmart.

Der Einzelhandelskonzern betreibt rund 11.000 Shops in 27 Ländern, zählt 245 Millionen Kunden pro Woche, besitzt 11 E-Commerce-Websites, auf denen er am Thanksgiving-Wochenende rund 1,5 Milliarden Pageviews verzeichnete. Außerdem kann das Unternehmen auf ein hohes Umsatzplus verweisen; im 3. Quartal 2014, das im September endete, war es ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 21 Prozent. Walmart garantiert für jedes Produkt im Portfolio eine Warenbereitstellung innerhalb einer Stunde.

Die Aussage von Juneja ist vergleichsweise simpel: „Die zu bewältigende Aufgabe ist komplex, OpenStack hilft uns dabei, sie zu bewältigen.“

Zwar seien die Open-Source-Elemente nicht die einzigen, die der Konzern nutze, daneben gebe es noch weitere Open-Source-Tools und Legacy, erlaube nur OpenStack eine solche Skalierung, die zudem schnell und elastisch sei, schlicht eine echte Cloud Computing Infrastruktur. „Openstack wird in einem rasanten Tempo zum de-Facto-Standard für alle Händler – den kompletten Stack rauf und runter“, so der Walmart-Manager.

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Über den Autor

 Ulrike Ostler

Ulrike Ostler

Chefredakteurin, DataCenter-Insider