Die entscheidende Botschaft vom OpenStack-Summit

OpenStack taugt für den Einsatz in Unternehmen

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Warum taugt OpenStack für Anwenderunternehmen?

Die Beispiele sind beeindruckend, doch reichen sie schon, um Anwender davon zu überzeugen, dass OpenStack erstens für das eigene Unternehmen taugt und zweitens in die Software-Entwicklung einsteigen muss? Schließlich heißt es immer wieder, dass OpenStack zwar „interessant“ aber doch unendlich kompliziert ist.

OpenStack-Summit Vancouver
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Immerhin haben bis zum elfer Release Kilo 3.500 Entwickler an OpenStack gearbeitet und es gab rund 15.000 Unit- und Integrationstests. Das steht sicher für eine dynamische Entwicklung. Doch reicht das, um Unternehmen vom Wert einer OpenStack-Implementierung zu überzeugen?

Ergänzendes zum Thema
Red-Hat-Studie dokumentiert den Trend zur OpenStack-Nutzung

Red Hat gehört mittlerweile zu den starken Unterstützern von OpenStack. Das Open-Source-Unternehmen legt zum Summit in Vancouver die jüngste Untersuchung zur Adaption von OpenStack vor. Demnach setzen Unternehmen verstärkt OpenStack in ihren Cloud-Infrastrukturen ein oder planen dies.

Erhoben hat die Umfrage im April und Mai dieses Jahres Tech Validate. Befragt wurden IT-Verantwortliche in mehr als 310 kleinen, großen und riesengroßen Unternehmen. Die Mehrheit der Befragten, rund 75 Prozent, plant die Nutzung von OpenStack bei Cloud-Projekten. Rund 40 Prozent befinden sich in einer Phase der Evaluierung, weitere 40 Prozent setzen ein Proof of Concept oder eine Pilotinstallation auf. Bereits 18 Prozent stehen vor einem weiteren Ausrollen der Techniken und 16 Prozent setzen OpenStack bereist in Produktivsystemen ein.

Das Spektrum reicht von der Implementierung direkt auf der Hardware bis zu virtuellen Infrastrukturen, von der private bis zur public cloud. So soll OpenStack zu 35 Prozent in auf herkömmliche Weise virtualisierte Umgebungen laufen, zu 30 Prozent auf physischen Servern zu 22 Prozent in private Clouds beziehungsweise in Infrastrukturen als Service (IaaS) und zu 18 Prozent in public clouds.

Wie wird OpenStack eingeplant?

Rund 52 Prozent wollen Openstack in bereits existenten virtuellen Umgebungen verwenden, während 59 Prozent der Befragten planen, ihre Umgebung auf Cloud zu trimmen. Dazu passt, dass sowohl Platform as a Service (PaaS) und Container auf dem Vormarsch sind. Tatsächlich sagen 54 Prozent, dass sie OpenStack in Zusammenhang mit PaaS bringen. Immerhin geben bereits 42 Prozent der Auskunftgebenden an, dass sie die Nutzung von Container-Techniken im OpenStack-Umfeld planen.

Die meisten der Befragten, 75 Prozent, setzen auf „KVM“ als Hypervisor für die OpenStack-Implementierung. Doch auch „VMware vSphere ESXi“ bleibt gefragt, rund 64 Prozent setzen diesen Hypervisor ein. Etwa 18 Prozent hingegen setzen auf „Hyper V“ von Microsoft und 13 Prozent ziehen „Xen“ vor.

Das Für und Wider

Als zentrale Gründe für die OpenStack-Einführung wurden von den Befragten die schnellere Bereitstellung von Services (77 Prozent), die Reduzierung der operativen IT-Kosten (52 Prozent) und die höhere Flexibilität der Infrastruktur (44 Prozent) genannt.

Demgegenüber stehen jedoch zahlreiche Ängste. Eines der größten Hindernisse ist das fehlende Open-Stack-Knowhow. Diese vermissen 45 Prozent der Befragten in ihren Unternehmen. Außerdem glauben viele, 43 Prozent, dass OpenStack noch nicht reif genug ist, und 22 Prozent, dass die Techniken mit gegenwärtigen Applikationsarchitekturen nicht in Übereinstimmung gebracht werden können. Dazu befürchten 21 Prozent der Befragten, dass es Schwierigkeiten geben kann, solche Projekte im Unternehmen durchzusetzen.

Die Angst vor Neuem setzt sich auch in konkreteren Anforderungen durch. Zum Beispiel ist man besorgt darüber, ob kommerzielle OpenStack-Provider genügend technischen Support bereitstellen können. Für 82 Prozent der Befragten ist ein solcher auf einem Produktions-Level der wichtigste Aspekt, gefolgt von der Ermöglichung eines vereinfachten Installationsprozesses. Den erwarten immerhin 78 Prozent der Befragten. Dazu kommen zu 72 Prozent Anfragen an unterstützende Tools, etwa für ein Open-Source-Cloud-Management, Betriebssysteme und Deployment-Werkzeuge.

HP ist im Board der OpenStack-Foundation vertreten, SVP of Engineering bei HP Cloud Mark Interrante erläutert, dass niemand einen Doktorgrad haben müsse, um eine OpenStack-Implementierung in einer hybriden Umgebung betreiben zu können und kündigt an, dass die Komplexität in den kommenden drei Releases um den Faktor 5 sinken werde.

Die Komplexität muss sich verringern

Die Analysten von 451 Research, Peter ffoulkes und Eric Hanselmann, jedenfalls erläutern, dass noch in etwa fünf Jahre ins Land gehen werden, bis OpenStack in den Anwenderunternehmen bedenkenlos adaptiert werden könne. Doch sie betonen auch, dass es dringend ratsam sei, sich mit OpenStack zu beschäftigen.

Auch vom alleinigen Abwarten raten sie ab. Immerhin gebe es eine Reihe guter Distributionen, und deren Anbieter brächten das notwendige Know-how mit, um OpenStack-Umgebungen gewinnbringend zu implementieren (siehe auch: Die wichtigsten Bestandteile von OpenStack, OpenStack im eigenen Rechenzentrum).

Allerdings scheitert die Adaption bereits an dem Verständnis, was OpenStack überhaupt ist. So sieht sich OpenStack-COO Mark Collier genötigt zu erläutern: „OpenStack ist nicht Virtualisierung.“ Aktuell erhält tatsächlich eine Bare-Metal-Implementierung unter der Projektbezeichnung „Ironic“ viel Aufmerksamkeit. (siehe auch Download-Link: Gigamon Research: „Leveraging bare metal clouds“) Die Gründe sind ganz einfach, führt etwa James Penick, Cloud-Architect bei Yahoo aus, ausgerechnet er, der bald zehntausende an physischen und virtuellen Servern unter OpenStack laufen lassen wird. Es gebe einfach Anwendungen, etwa im Grid-Computing, die virtualisiert zu langsam und zu ineffektiv seien.

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