Die Beispiele sind beeindruckend, doch reichen sie schon, um Anwender davon zu überzeugen, dass OpenStack erstens für das eigene Unternehmen taugt und zweitens in die Software-Entwicklung einsteigen muss? Schließlich heißt es immer wieder, dass OpenStack zwar „interessant“ aber doch unendlich kompliziert ist.
Immerhin haben bis zum elfer Release Kilo 3.500 Entwickler an OpenStack gearbeitet und es gab rund 15.000 Unit- und Integrationstests. Das steht sicher für eine dynamische Entwicklung. Doch reicht das, um Unternehmen vom Wert einer OpenStack-Implementierung zu überzeugen?
HP ist im Board der OpenStack-Foundation vertreten, SVP of Engineering bei HP Cloud Mark Interrante erläutert, dass niemand einen Doktorgrad haben müsse, um eine OpenStack-Implementierung in einer hybriden Umgebung betreiben zu können und kündigt an, dass die Komplexität in den kommenden drei Releases um den Faktor 5 sinken werde.
Die Komplexität muss sich verringern
Die Analysten von 451 Research, Peter ffoulkes und Eric Hanselmann, jedenfalls erläutern, dass noch in etwa fünf Jahre ins Land gehen werden, bis OpenStack in den Anwenderunternehmen bedenkenlos adaptiert werden könne. Doch sie betonen auch, dass es dringend ratsam sei, sich mit OpenStack zu beschäftigen.
Auch vom alleinigen Abwarten raten sie ab. Immerhin gebe es eine Reihe guter Distributionen, und deren Anbieter brächten das notwendige Know-how mit, um OpenStack-Umgebungen gewinnbringend zu implementieren (siehe auch: Die wichtigsten Bestandteile von OpenStack, OpenStack im eigenen Rechenzentrum).
Allerdings scheitert die Adaption bereits an dem Verständnis, was OpenStack überhaupt ist. So sieht sich OpenStack-COO Mark Collier genötigt zu erläutern: „OpenStack ist nicht Virtualisierung.“ Aktuell erhält tatsächlich eine Bare-Metal-Implementierung unter der Projektbezeichnung „Ironic“ viel Aufmerksamkeit. (siehe auch Download-Link: Gigamon Research: „Leveraging bare metal clouds“) Die Gründe sind ganz einfach, führt etwa James Penick, Cloud-Architect bei Yahoo aus, ausgerechnet er, der bald zehntausende an physischen und virtuellen Servern unter OpenStack laufen lassen wird. Es gebe einfach Anwendungen, etwa im Grid-Computing, die virtualisiert zu langsam und zu ineffektiv seien.