AMD will im Rennen um KI-Berechnungen im Weltall mit Edge-Kompetenz punkten. Denn im Orbit seien Effizienz, Autonomie und Zuverlässigkeit umso entscheidender. AMD besitze dafür mit einem heterogenen Stack an CPUs, GPUs und frei programmierbaren adaptiven Chips die richtigen Bausteine.
Im Rennen um KI im Weltall will sich AMD mit Edge-Kompetenz profilieren.
(Bild: AMD)
AMD positioniert sich als Anwärter im Rennen um „KI im Weltall“. Der Weg zu orbitalen Rechenzentren führe allerdings nicht über gigantische KI-Fabriken, sondern über heterogene Edge-Ansätze, so Mark Papermaster, Chief Technology Officer und Executive VP bei AMD, in einem Blogbeitrag, der zugleich ein strategisches Positionspapier darstellt.
Auch Papermaster, der seine Karriere im Space-Shuttle-Programm von IBM begann, teilt eine Vision von „riesige[n] Rechenzentr[en] im Weltall“. Diese hätten aber wenig mit Großrechenzentren auf der Erde gemein. Angesichts stark begrenzter Bandbreiten und hoher Latenzen bei der Datenübertragung zur Erde sei eine lokale Datenverarbeitung an Bord unerlässlich.
AMD hofft hier, auf seiner vorhandenen Edge-Kompetenz aufbauen zu können. Mit KI-Hardware für Endnutzer-PCs, industrielle Systeme und die Automobilbranche habe der Hardwarehersteller sich erfolgreich in einer „Edge-Realität“ zurechtgefunden, gekennzeichnet durch „strenge Energie- und Wärmebudgets, unregelmäßige Kommunikationsverbindungen, eine erwartete lange Lebensdauer sowie einen hohen Stellenwert von Zuverlässigkeit und Autonomie“.
Weltraumtechnik brauche autonome KI
„Der Weltraum ist die ultimative Edge-Umgebung“, so Papermaster. Schmale und zeitlich begrenzte Verbindungen zur Erde mit hohen Latenzen seien ein zentrales Argument dafür, auch KI-Workloads direkt an Bord von Satelliten und Raumfahrzeugen zu verlagern. Gleichzeitig mache die fehlende Luft zur Abführung von Abwärme Leistung per Watt zu einer entscheidenden Metrik.
Mit einer effizienten Onboard-KI ließen sich dann Weltraumsysteme von passiven Empfängern von Sensordaten und Steuerungsbefehlen in autonome Systeme verwandeln. Diese würden künftig etwa unbrauchbare Sensordaten wie durch Wolken verdeckte Erdbilder selbstständig verwerfen oder dringliche Ereignisse wie Waldbrände und Telemetrie-Anomalien eigenständig erkennen können.
Der Fokus auf eine fortgeschrittene Edge-Kompetenz bedeutet im Umkehrschluss, dass AMD sich bereits im Besitz der „Baublöcke für den nächsten Schritt“ sieht. AMD könne hier auf einen heterogenen und daher an verschiedene Edge-Anforderungen anpassbaren Hardware-Stack von CPUs, GPUs und „adaptive compute“ zählen. Die Botschaft ist eine Herausforderung sowohl an den Marktführer Nvidia, der den Ansatz hochdichter, zentralisierter GPU-Fabriken versinnbildlicht, als auch an spezialisierte Anbieter strahlungsresistenter und konfigurierbarer Weltraumhardware.
Faktor FPGAs: strahlungsresistent und umprogrammierbar
Mit „adaptive compute“ bezieht sich Papermaster auf Field-Programmable Gate Arrays (FPGAs): Chips, deren Hardware-Logik nach der Herstellung frei konfiguriert werden kann. Dies soll dynamische Missionsanpassungen auch nach dem Start möglich machen. 2022 kaufte AMD Xilinx, einen Schlüsselhersteller von FPGAs in einem kompakten System-on-Chip-Format (SoC), bei dem der Großteil der Rechnerkomponenten auf einem Siliziumchip integriert wird.
Xilinx produzierte seine Hardware unter anderem auch für Luft- und Raumfahrt und entwickelte strahlungsresistente Chips für Weltraumfahrzeuge im Auftrag der United States Air Force. AMD arbeitet aktuell an einer Zertifizierung seiner aus der Übernahme hervorgegangenen „Versal“-Chips mit einem Hauptfokus auf KI-Inferenz für den Weltraumeinsatz. Die Versal-Chips werden aktuell in Prototypen von Steuerungsmodulen für Landungssysteme des Raumfahrtunternehmens Blue Origin eingesetzt, die ab 2028 Astronauten auf den Mond bringen sollen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Ein Schwarm von Rechenmodulen statt Großstationen
Zudem positioniert AMD seinen Software-Stack „Rocm“ als Grundlage eines „offenen Ökosystems“ für Entwickler, aber auch andere Hardware-Hersteller. Dieser führe, im impliziten Kontrast zu „Nvidia CUDA“, nicht zu einem Vendor-Lock-in. Gleiches gelte für offene Standards für Sicherheit, Interconnect und Infrastruktur für KI-Systeme im Weltall, an denen AMD mitwirke. Dabei bleibt offen, wann AMD Rocm auch für die Arbeit mit FPGAs bereit machen will.
Erst mit einem hochgradig modularen Ansatz ließen sich in den Augen von AMD und Papermaster skalierbare Rechenzentren im Weltall realisieren. Deren Bausteine sollen austauschbare Einzelmodule mit eigener Energiezufuhr und Abwärmeabfuhr bilden, verbunden über schnelle optische Links. Mit einer solchen Architektur seien auch Multi-Megawatt-Komplexe im Weltall möglich.