Die entscheidende Botschaft vom OpenStack-Summit

OpenStack taugt für den Einsatz in Unternehmen

Seite: 3/4

Anbieter zum Thema

Was genau ist und kann OpenStack eigentlich?

Der Yahoo-Manager spricht aus, was auch der OpenStack-COO gerne hört: „OpenStack ist eine Integrationsplattform, die sowohl für wenige als auch für viele Tausende an virtuellen Maschinen, als auch physischen Infrastrukturen und (hybriden) Clouds einheitliche Application Programming Interfaces (APIs) verleiht.

OpenStack-Summit Vancouver
Bildergalerie mit 31 Bildern

Eine weitere Erläuterung liefert der Executive Director der OpenStack Foundation Jonathan Bryce: „Die einzige Schnittstelle zum Rechenzentrum wird die Cloud sein“. Dahinter steckt weit mehr als eine je nach missionarischen Eifer gefärbte Forderung oder Feststellung: „Alle müssen in die Cloud“.

Ergänzendes zum Thema
Red-Hat-Studie dokumentiert den Trend zur OpenStack-Nutzung

Red Hat gehört mittlerweile zu den starken Unterstützern von OpenStack. Das Open-Source-Unternehmen legt zum Summit in Vancouver die jüngste Untersuchung zur Adaption von OpenStack vor. Demnach setzen Unternehmen verstärkt OpenStack in ihren Cloud-Infrastrukturen ein oder planen dies.

Erhoben hat die Umfrage im April und Mai dieses Jahres Tech Validate. Befragt wurden IT-Verantwortliche in mehr als 310 kleinen, großen und riesengroßen Unternehmen. Die Mehrheit der Befragten, rund 75 Prozent, plant die Nutzung von OpenStack bei Cloud-Projekten. Rund 40 Prozent befinden sich in einer Phase der Evaluierung, weitere 40 Prozent setzen ein Proof of Concept oder eine Pilotinstallation auf. Bereits 18 Prozent stehen vor einem weiteren Ausrollen der Techniken und 16 Prozent setzen OpenStack bereist in Produktivsystemen ein.

Das Spektrum reicht von der Implementierung direkt auf der Hardware bis zu virtuellen Infrastrukturen, von der private bis zur public cloud. So soll OpenStack zu 35 Prozent in auf herkömmliche Weise virtualisierte Umgebungen laufen, zu 30 Prozent auf physischen Servern zu 22 Prozent in private Clouds beziehungsweise in Infrastrukturen als Service (IaaS) und zu 18 Prozent in public clouds.

Wie wird OpenStack eingeplant?

Rund 52 Prozent wollen Openstack in bereits existenten virtuellen Umgebungen verwenden, während 59 Prozent der Befragten planen, ihre Umgebung auf Cloud zu trimmen. Dazu passt, dass sowohl Platform as a Service (PaaS) und Container auf dem Vormarsch sind. Tatsächlich sagen 54 Prozent, dass sie OpenStack in Zusammenhang mit PaaS bringen. Immerhin geben bereits 42 Prozent der Auskunftgebenden an, dass sie die Nutzung von Container-Techniken im OpenStack-Umfeld planen.

Die meisten der Befragten, 75 Prozent, setzen auf „KVM“ als Hypervisor für die OpenStack-Implementierung. Doch auch „VMware vSphere ESXi“ bleibt gefragt, rund 64 Prozent setzen diesen Hypervisor ein. Etwa 18 Prozent hingegen setzen auf „Hyper V“ von Microsoft und 13 Prozent ziehen „Xen“ vor.

Das Für und Wider

Als zentrale Gründe für die OpenStack-Einführung wurden von den Befragten die schnellere Bereitstellung von Services (77 Prozent), die Reduzierung der operativen IT-Kosten (52 Prozent) und die höhere Flexibilität der Infrastruktur (44 Prozent) genannt.

Demgegenüber stehen jedoch zahlreiche Ängste. Eines der größten Hindernisse ist das fehlende Open-Stack-Knowhow. Diese vermissen 45 Prozent der Befragten in ihren Unternehmen. Außerdem glauben viele, 43 Prozent, dass OpenStack noch nicht reif genug ist, und 22 Prozent, dass die Techniken mit gegenwärtigen Applikationsarchitekturen nicht in Übereinstimmung gebracht werden können. Dazu befürchten 21 Prozent der Befragten, dass es Schwierigkeiten geben kann, solche Projekte im Unternehmen durchzusetzen.

Die Angst vor Neuem setzt sich auch in konkreteren Anforderungen durch. Zum Beispiel ist man besorgt darüber, ob kommerzielle OpenStack-Provider genügend technischen Support bereitstellen können. Für 82 Prozent der Befragten ist ein solcher auf einem Produktions-Level der wichtigste Aspekt, gefolgt von der Ermöglichung eines vereinfachten Installationsprozesses. Den erwarten immerhin 78 Prozent der Befragten. Dazu kommen zu 72 Prozent Anfragen an unterstützende Tools, etwa für ein Open-Source-Cloud-Management, Betriebssysteme und Deployment-Werkzeuge.

Denn gemeint ist die Art und Weise, in welcher IT angeboten wird – als Service aus öffentlichen Clouds und sämtlichen Spielarten privater Clouds und mithilfe von Clouds, die die Unternehmen selbst erzeugen und beheimaten. Von IT-Know-how, die das eigene Geschäft beziehungsweise die eigenen Prozesse betreffen, wird hierdurch niemand entbunden, lediglich von einem Teil der Infrastruktur.

Von Mexiko bis Fujitsu und Telekom

Deshalb kann auch die Regierung von Mexico auf Shared Infrastrukturen und Services powered by OpenStack setzen (siehe: Victor Lagunes, CIO oft he office oft he President of Mexico: „Mexicos Roadmap to the Cloud“) Das betrifft unter anderem 800 Rechenzentren, die in den verschiedenen Landesteilen residieren.

IT, die von den verschiedenen Administrationen gemeinsam genutzt werden kann, soll nur einmal entwickelt aber allen zur Verfügung gestellt werden, zum Beispiel die Erstellung und Verwaltung von Ausweisdokumenten. Die Services werden in den eigenen Rechenzentren, aber auch etwa bei Rackspace gehostet werden.

Beispiele, die auch hier in Deutschland eine Rolle spielen, liefern die Telekom und Fujitsu. Das Portal für die ISVs der Telekom wurde 2012 gestartet und vom Cloud-Architekten Gerd Prüßmann auf dem Summit vorgestellt. Ihm liegt etwa „Ceph“ und „Ubuntu“ zugrunde. Das Problem hier ist nicht die Anwendung selbst, vielmehr die Software der Partner, die oftmals eben nicht cloud-konform geschrieben ist.

OpenStack im Fujitsu-Portal

Ein weiteres Beispiel liefert Fujitsu mit dem Service „Systemwalker Service Catalog Manager“. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein Selfservice-Portal für Cloud-Dienste. Es bietet Business-bezogene und technische Dienste, um beliebige Produkte zu integrieren und diese Benutzern als Cloud-Service zur Verfügung zu stellen.

Dabei gilt wie beim Telekom-Beispiel: „Use as you need and pay as you use“. Diese Cloud-Services werden über einen Marktplatz angeboten, der an das CI Design des jeweiligen Unternehmens angepasst werden kann.

Das Service-Angebot kann öffentliche wie private Dienste aus den Bereichen IaaS, SaaS, PaaS, etc. umfassen. Beispiele für bestehende Integrationen sind: OpenStack, Fujitsu TPS5, Amazon Webservices, VMware sowie beliebige proprietäre Sotwareprodukte. Der Catalog Manager unterstützt zudem die Erfassung, das Bepreisen der Nutzung eines Dienstes sowie die Bereitstellung abrechnungsrelevanter Daten.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:43402736)