Projektpartner wollen europäische Datenverarbeitung bei Halbleiteraufträgen sicherstellen Global Foundries und Telekom kooperieren für Produktion und Datenverarbeitung „Made in Europe“

Von Daniel Schrader 3 min Lesedauer

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Der Halbleiterhersteller Global Foundries und die Deutsche Telekom geben eine Partnerschaft zur Sicherstellung einer komplett in Europa angesiedelten Produktions- und Datenflusskette bekannt. Angesprochen werden sollen sicherheits- und souveränitätskritische Branchen, aber auch Startups und KMUs.

Global Foundries und die Deutsche Telekom kooperieren, um neben der physischen Produktion auch die Datenverarbeitung bei der Halbleiterherstellung in Europa sicherzustellen. Im Bild ein Blick ins Innere der Dresdner Fabrik von Global Foundries.(Bild:  Global Foundries)
Global Foundries und die Deutsche Telekom kooperieren, um neben der physischen Produktion auch die Datenverarbeitung bei der Halbleiterherstellung in Europa sicherzustellen. Im Bild ein Blick ins Innere der Dresdner Fabrik von Global Foundries.
(Bild: Global Foundries)

Sämtliche für Halbleiteraufträge relevante Daten sollen im Rahmen der Partnerschaft in europäischen Rechenzentren und Netzwerken verarbeitet werden. Global Foundries werde damit zum ersten Auftragsfertiger für Halbleiter in Europa, der eine solche Option speziell für sicherheitskritische Anwendungen und kritische Infrastrukturen anbiete.

Die aus der Partnerschaft entstehenden Angebote sollen vor allem Kunden mit besonders hohen Souveränitätsanforderungen ansprechen, etwa aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur. Aber auch kleine und mittlere Unternehmen, Startups und hochspezialisierte Hersteller sollen von der europäischen Datenverarbeitung profitieren können in Kombination mit dem Angebot von Produktionsserien mit kleinen Volumina in der Fabrik in Dresden.

Kontext
Wer ist Global Foundries?

Global Foundries ist ein US-amerikanischer Auftragsfertiger für Halbleiter und gehört zu den fünf umsatzstärksten Foundries der Welt. Der 2009 aus der Produktionssparte von AMD ausgegründete Halbleiterproduzent besitzt mittlerweile vier Fertigungsstandorte weltweit.

Eine der zwei größten Fabriken steht in Dresden. Diese wird seit März 2026 signifikant ausgebaut, auch mit Fördermitteln der Bundesrepublik und des Landes Sachsen in Höhe von 495 Millionen Euro im Rahmen des European Chips Act. Vorgesehen ist ein Produktionsanstieg um 110.000 Wafer pro Jahr bis 2028. Im Gegenzug wird Global Foundries den Standort Dresden als eine für alle europäischen Unternehmen zugängliche „Open EU Foundry“ betreiben.

Global Foundries hat sich primär als Hersteller spezialisierter und produktionsstabilerer Chips jenseits des einstelligen Nanometerbereichs profiliert, etwa für:

  • (Automobil-)Industrie
  • Internet of Things (IoT) und Robotik
  • Luft- und Raumfahrt
  • Photonische Datenübertragung

Ziel: europäisch souveräne Halbleiterfertigung

Die Dresdner Fabrik von Global Foundries wird bis 2028 als eine „Open EU Foundry“ weiter ausgebaut. (Bild:  Global Foundries)
Die Dresdner Fabrik von Global Foundries wird bis 2028 als eine „Open EU Foundry“ weiter ausgebaut.
(Bild: Global Foundries)

Die Partnerschaft befindet sich in einem frühen Stadium. Die Partner analysieren derzeit gemeinsam, wie genau die Verarbeitung sämtlicher für die Produktion relevanter Daten in Europa sichergestellt werden kann. Dabei sollen unter anderem Rechen- und Netzwerk-Kapazitäten der Telekom zum Einsatz kommen. Hardware-Entwickler sollen so Produkte anbieten können, die in Bezug auf Produktion wie Datenfluss „Made in Europe“ seien.

Manfred Horstmann, General Manager bei Global Foundries, spricht angesichts der Partnerschaft von einem „Goldstandard für digitale Souveränität in der Halbleiterfertigung“. Ziel sei es, Kunden zu ermöglichen, „ihre zentralen Systeme unabhängig von außereuropäischen Lieferketten planen [zu] können, von denen sie aktuell noch abhängig sind“.

Die Partnerschaft baut auf Kooperationserfahrungen der beiden Unternehmen auf. Zuvor half die Telekom Global Foundries, für die Dresdner Fabrik ein KI-gestütztes Verfahren für eine vorausschauende Wartung zu entwickeln. Dabei gewonnene Erkenntnisse bei der Integration von Edge-, IoT- und Fertigungsumgebungen sollen auch die neue Partnerschaft speisen.

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