5 Gigawatt in Planung Nvidia investiert in Neocloud-Anbieter Iren und Iren in Mirantis

Von Ulrike Ostler 3 min Lesedauer

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Im Rahmen einer strategischen Vereinbarung erhält Nvidia das Recht, bis zu 2.1 Milliarden Dollar in Iren zu investieren durch eine fünfjährige Option zum Kauf von bis zu 30 Millionen Aktien zu einem Ausübungspreis von 70 pro Aktie. Der Neocloud-Anbieter mit Sitz in Sydney plant mithilfe der Finanzmittel „im Laufe der Zeit“ bis zu fünf Gigawatt an Nvidia-kompatibler KI-Infrastruktur zu implementieren.

Nvidia scheint sein Fangarme überallhin ausgestreckt zu haben. (Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Nvidia scheint sein Fangarme überallhin ausgestreckt zu haben.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Iren, früher Iris Energy, betribt Rechenzentren vor allem in Nordamerika - Texas und Kanada: McKenzie (zirka 80 Megawatt), Prince George (zirka 50 MW) Canal Flats (30MW), Childress (West Texas, 75 MW) und Sweetwater (bis zu 2 Gigawatt geplant). Im Rahmen der Übereinkunft werden Nvidia und Iren an der Bereitstellung von Nvidia‑beschleunigten Systemen arbeiten, die intensive KI‑Aufgaben mit spezialisierten Prozessoren in „DSX“‑KI‑Fabriken bewältigen sollen.

Eine Neocloud ist ein Trendbegriff. Er soll eine neue Generation spezialisierter Cloud-Anbieter beschreiben, die sich von Hyperscalern wie AWS, Meta, Microsoft und Google) abheben. Alle vier großen US‑Technologiekonzerne haben vor zwei Wochen ihre Ergebnisse bekanntgegeben , die darauf hindeuten, dass die KI‑bezogenen Ausgaben weiter robust bleiben. Die kumulierten Investitionen sollen in diesem Jahr 700 Milliarden Dollar übersteigen.

Zu den so genannten Neocloud-Anbietern lassen sich auch Coreweave, Nebius, Nscale, Firmus und Lamda zählen, in die Nvidia ebenfalls investiert und die ebenfalls Nvidia-Technik einsetzen. Übrigens stiegt Nvidia auch bei Corning ein; angekündigt sind Investitionen in Höhe von 3,2 Milliarden Dollar. Das Geld soll helfen, die Produktion von Glasfaserkabeln in den USA um mehr als 50 Prozent auszubauen. Um diese Produktionsziele zu erreichen, sollen drei neue Produktionsstätten in North Carolina und Texas errichtet werden, wodurch mehr als 3.000 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.

Verteilte KI-Rechenzentren

Glasfaser und Switching-Technik wird insbesondere auch dafür benötigt, KI-rechenzentren miteinander zu verbinden, das Gigafactories aufgrund des immensen Strombedarfs an einem Standort nicht unendlich wachsen können. Die optische Transporttechnik „Nokia 1830 GX / PSS“ n Kombination mit der optischen Engine Infinite Capacity Engine 6 (ICE6 ) beispielsweise ist für nicht nur für Unterseenetze sondern auch für Datacenter-Interconnects gedacht. Nokia ICE6 liefert bis zu 1,6 Terabit pro Sekunde pro optischem Modul bis zu einer Reichweite von 3000 Kilometern.

Iren indes hat in der vergangenen Woche die erfolgreiche Inbetriebnahme seines 1,4-GW-Rechenzentrums „Sweetwater 1“ in Texas bekannt gegeben. Außerdem Iren seien weitere 600 MW im nahegelegenen „Sweetwater 2“ in Vorbereitung. Die beiden Anlagen sollen „als Vorzeigeprojekt für Nvidias DSX-Architektur dienen“, so Nvidia. DSX ist das Referenzdesign von des techgiganten, quasi eine Anleitung zum Aufbau von Rechenzentren, die die neuesten CPU-GPU-Racks sowie „Spectrum-X“-Ethernet-Netzwerke und -Speicher unterstützen.

Die Software-Plattform

Angesicht der Milliarden-Summern, die die Techgiganten sich gegenseitig zustecken, ist die Kaufsummer von Mirantis geradezu harmlos. Iren hat hat für den Anbieter von Software und Services für Cloud-Infrastrukturen Mirantis rund 625 Millionen Dollar geboten. Das Unternehmen hat seine Wurzeln im Umfeld von OpenStack, einem Projekt von OpenInfra, der Linux-Foundation zugehörig.

Mirantis liefert Software + Services für Private Clouds (im eigenen Rechenzentrum), Hybrid‑ und Multiclouds sowie Edge‑Infrastrukturen. Dazu gehören Kubernetes‑Management beziehungsweise Container-Orchestrierung. eine Container Runtime, früher „Docker Enterprise“ sowie Deployment und Betrieb von Microservices. Im Bereich Monitoring, Updates, Lifecycle‑Management und dem automatisierten Betrieb von Clouds ist Mirantis ebenfalls zuhause. Vergleichsweise neu ist die „k0rdent“ AI-Platform für AI‑Infrastrukturen.

Insofern ist die Kombination Mirantis, Iren und Nvidia keinesfalls harmlos, sondern spannend.

In Ergänzung zur Aussage von Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia angesichts des Iren-Nividia-Deals KI‑Fabriken würden zu einer zunehmend entscheidenden Infrastruktur für die Weltwirtschaft, sagt Daniel Roberts, Mitbegründer und Co‑CEO von Iren, die Partnerschaft kombiniere Nvidias Führungsrolle bei KI‑Systemen mit Irens operativer Expertise in den Bereichen Energie, Flächen, Rechenzentren und GPU‑Rollout: „Die Skalierung dieser Systeme erfordert eine tiefe Integration über den gesamten Stack — Compute, Networking, Software, Energie und Betrieb.“

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Mirantis soll als eigenständige Tochtergesellschaft weitergeführt werden und gleichzeitig die KI-Cloud-Lieferkapazitäten von Iren stärken, insbesondere bei der Bereitstellung, dem Monitoring und dem Betrieb von Kundenumgebungen.

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