Self-Service statt Tickets Kubermatic veröffentlicht Developer Platform

Quelle: Pressemitteilung Kubermatic 2 min Lesedauer

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Kubermatic erklärt die „Kubermatic Developer Platform" (KDP) mit den Releases 1.0.0 und 1.1.0 für produktionsreif. Die auf kcp und kro basierende Software soll Entwicklern Dienste ohne Ticketprozesse bereitstellen.

Die Kubermatic Developer Platform soll Entwicklern die Selbstbedienung bei Microservices ermöglichen.(Bild:  Daniel Schrader / GPT Image 2 / KI-generiert)
Die Kubermatic Developer Platform soll Entwicklern die Selbstbedienung bei Microservices ermöglichen.
(Bild: Daniel Schrader / GPT Image 2 / KI-generiert)

Der Hamburger Cloud-Native-Anbieter Kubermatic erklärt seine interne Entwicklerplattform „Kubermatic Developer Platform“ (KDP) mit den Releases 1.0.0 und 1.1.0 für produktionsreif im Unternehmenseinsatz. KDP fungiert als API-Rückgrat, über das Plattform-Engineering-Teams Dienste für Entwickler bereitstellen. Statt Ressourcen wie Datenbanken oder Caches über Tickets oder manuelle Anfragen anzufordern, sollen Entwickler sie unmittelbar per API oder Servicekatalog beziehen können. Voraussetzung dafür ist wahrscheinlich eine Vorabdefinition der Dienste, Sicherheitsvorgaben und Berechtigungen durch Plattformteams.

Der Ansatz folgt dem Prinzip des Platform Engineering und ist der Verbesserung Nutzererfahrung von Entwicklern (Developer Experience, DX) verpflichtet. Ziel ist es dabei, manuellen Supportaufwand durch Self-Service-Funktionen zu ersetzen. Die gleichzeitige Veröffentlichung von KDP 1.0.0 und 1.1.0 deutet auf einen kurzen Abstand zwischen dem GA-Meilenstein (allgemeine Verfügbarkeit) und einem darauffolgenden Feature-Release hin.

Virtuelle Workspaces mit gemeinsamer Steuerungsebene

Die Architektur von KDP baut auf „kcp" auf, einem Sandbox-Projekt der Cloud Native Computing Foundation (CNCF) für logische Kubernetes-Cluster. Ein Sandbox-Status markiert die früheste Reifestufe eines CNCF-Projekts. Die Software stellt jedem Entwicklerteam einen isolierten, Kubernetes-nativen Arbeitsbereich (Workspace) auf einer gemeinsam genutzten Control-Plane (Steuerungsebene) zur Verfügung.

Jeder Workspace verhält sich dabei wie ein vollwertiger Kubernetes-API-Server, sodass sich Werkzeuge wie kubectl sowie bestehende CI/CD- und GitOps-Prozesse unverändert weiternutzen lassen sollen. Anders als bei dedizierten Clustern teilen sich die Workspaces jedoch die zugrunde liegende Infrastruktur, wodurch laut Kubermatic Kosten für separate physische Cluster entfallen.

Kubermatic beteiligt sich seit Jahren an der Entwicklung von kcp und unterstützte dessen Aufnahme in die CNCF-Sandbox. Kcp ermöglicht Kubermatic die Mandantentrennung in der Developer Platform und die Integration bestehender Kubernetes-Werkzeuge. Für den Betrieb verlangt die Plattform laut Dokumentation mindestens einen Kubernetes-Cluster mit drei Knoten, einen CSI-Treiber für die Speicheranbindung, den „cert-manager“ zur Zertifikatsverwaltung sowie einen Ingress-Controller für den externen HTTP-Zugang. Mit den aktuellen Releases von KDP wird zugleich kcp auf die Version 0.32.3 aktualisiert, die auf Kubernetes 1.36.0 aufsetzt.

Blueprints sollen Plattformwissen bündeln

Das KDP-Dashboard zeigt das veröffentlichte Blueprint „OrderApp Databases“. Die grafische Abhängigkeitsansicht verdeutlicht, dass die Vorlage zwei PostgreSQL-Instanzen für eine Anwendung bereitstellt.(Bild:  Kubermatic)
Das KDP-Dashboard zeigt das veröffentlichte Blueprint „OrderApp Databases“. Die grafische Abhängigkeitsansicht verdeutlicht, dass die Vorlage zwei PostgreSQL-Instanzen für eine Anwendung bereitstellt.
(Bild: Kubermatic)

Für die Orchestrierung von Ressourcen nutzt KDP die Orchestrierungsengine „kro". Plattformingenieure erstellen damit sogenannte Blueprints, wiederverwendbare Vorlagen, die aus mehreren Ressourcen und Diensten zusammengesetzt sind, etwa Anwendung, Datenbank und Zugriffsregeln. Entwickler rufen diese Vorlagen über den Servicekatalog ab, ohne die zugrunde liegende Konfiguration selbst erstellen zu müssen. Neu sind KI-gestützte Skills zur Erstellung solcher Blueprints. Welche Modelle dabei zum Einsatz kommen und welche Prüfungen des KI-Outputs vor einer produktiven Übernahme generierter Konfigurationen greifen, geht aus der Ankündigung nicht hervor.

Das Werkzeug „kbind“ ermöglicht, Dienste aus dem Kubernetes-Cluster einer Anwendung zu bestellen und einzubinden. Für einfachere Szenarien überträgt der „External Secrets Operator“ Verbindungsdaten wie Zugangsdaten und Endpunkte automatisch in den Anwendungskontext. Das überarbeitete Dashboard visualisiert laut Hersteller Abhängigkeiten zwischen Ressourcen und Diensten. Kubermatic nennt zudem kürzere Ladezeiten der Oberfläche sowie zahlreiche Fehlerbehebungen im Hintergrund als wichtige Neuerungen der Release-Version.

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Das Hauptprodukt des Hamburger Softwareherstellers ist die „Kubermatic Kubernetes Platform" (KKP) für die Verwaltung von Kubernetes-Clustern in Multi-Cloud-, On-Premises-, Bare-Metal- und Edge-Umgebungen. Mit KDP erweitert Kubermatic dieses Cluster-Management um eine Self-Service-Ebene für Entwicklungsteams. Anders als die KKP-Community-Edition wird KDP als Enterprise-Produkt vertrieben. Das Vergleichsportal Capterra nennt einen Startpreis von rund 5.000 Euro pro Jahr. Konkrete Lizenzmodelle nennt Kubermatic in der Ankündigung nicht.

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