Java-Lizenzmanagement Handeln, bevor der Auditor kom­mt – Viele kehren Oracle Java den Rücken

Ein Gastbeitrag von Simon Taylor* 4 min Lesedauer

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Java-Audits gehören für viele Unternehmen zum Alltag. Doch komplexe Lizenzmodelle und hybride IT-Umgebungen erhöhen den Compliance-Aufwand. Immer mehr Unternehmen wechseln deshalb von Oracle auf OpenJDK.

Drei von vier Unternehmen waren laut einer Studie von Azul und dem ITAM Forum in den vergangenen drei Jahren von einem Oracle-Java-Audit betroffen. Viele Organisationen reagieren darauf mit einer strategischen Neuausrichtung ihrer Java-Umgebung und prüfen den Umstieg auf „OpenJDK“.(Bild: ©  Zamrznuti tonovi - stock.adobe.com)
Drei von vier Unternehmen waren laut einer Studie von Azul und dem ITAM Forum in den vergangenen drei Jahren von einem Oracle-Java-Audit betroffen. Viele Organisationen reagieren darauf mit einer strategischen Neuausrichtung ihrer Java-Umgebung und prüfen den Umstieg auf „OpenJDK“.
(Bild: © Zamrznuti tonovi - stock.adobe.com)

Die Komplexität im Java-Umfeld wird von zwei wesentlichen Faktoren getrieben: undurchsichtige Lizenzmodelle und die Schwierigkeit, in hybriden IT-Landschaften den Überblick zu behalten. Diese Herausforderungen sind keine Nebensächlichkeiten, sondern binden erhebliche Ressourcen und verursachen hohe Kosten.

79 Prozent der Befragten sind bereits von Oracle Java zu einer alternativen Java-Distribution migriert, sind aktiv dabei oder planen es. (Bild:   „The ITAM/SAM Survey & Report“ von Azul und dem ITAM Forum)
79 Prozent der Befragten sind bereits von Oracle Java zu einer alternativen Java-Distribution migriert, sind aktiv dabei oder planen es.
(Bild: „The ITAM/SAM Survey & Report“ von Azul und dem ITAM Forum)

Die Frequenz von Software-Audits im Oracle-Java-Umfeld ist bemerkenswert hoch. Laut der Studie „The ITAM/SAM Survey & Report“ waren drei Viertel (75 Prozent) der befragten Unternehmen in den letzten drei Jahren von einem Audit betroffen. Dies führt zu einem erheblichen internen Aufwand, da 93 Prozent der Unternehmen zusätzlich regelmäßige eigene Audits durchführen, um die Compliance sicherzustellen.

Solche Prüfungen sind administrativ aufwendig und stellen auch ein operatives Risiko dar: 30 Prozent der Befragten berichten von unerwarteten Betriebsstörungen oder ins Stocken geratenen Projekten infolge von Audits.

Die Situation wird durch weitverbreitete Unsicherheiten verschärft. Sich häufig ändernde Lizenzmetriken und -bedingungen führen dazu, dass 27 Prozent der Manager Schwierigkeiten haben, die Vorgaben von Oracle überhaupt richtig einzuordnen. Dies macht eine verlässliche Budgetplanung und die Gewährleistung der Compliance zu einer zermürbenden Daueraufgabe.

Compliance in hybriden IT-Landschaften

Die zunehmende Verteilung von Anwendungen über On-Premises-Systeme, verschiedene Clouds und Container-Plattformen erschwert das Tracking der tatsächlichen Softwarenutzung erheblich. Für 29 Prozent der Unternehmen ist dies eine der größten Hürden. Ohne eine präzise und automatisierte Erfassung aller Java-Instanzen entsteht eine gefährliche Intransparenz, die gravierende finanzielle Folgen haben kann.

Die Studiendaten belegen dies eindrücklich: 54 Prozent der Unternehmen geben jährlich über 100.000 Dollar für die Lösung von Problemen im Zusammenhang mit Lizenz-Compliance aus.

Strategische Reaktion: der Trend zur Migration auf OpenJDK

Als logische Konsequenz aus diesem hohen Management-Aufwand und den unkalkulierbaren Kosten vollzieht der Markt eine klare Bewegung weg von „Oracle Java“. Die Studie zeigt, dass die überwältigende Mehrheit der Unternehmen (79 Prozent) bereits zu „OpenJDK“ migriert ist, sich im Migrationsprozess befindet oder diesen fest plant.

Interessant sind dabei die Treiber dieser Entwicklung. Zwar ist die Einsparung von Lizenzkosten ein wichtiger Faktor, steht aber nicht an erster Stelle. Für 51 Prozent der Befragten – und damit für eine knappe Mehrheit – ist der wichtigste Grund für den Wechsel der Wunsch nach mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit ihrer Java-Anwendungen. Dies zeigt, dass die Migration weniger eine rein taktische Kostenentscheidung als vielmehr eine strategische Neuausrichtung ist, um die Kontrolle über die eigene Java-Infrastruktur zurückzugewinnen.

Lösungsansatz: strukturiert zu sicherer und Compliance-konformer Java-Umgebung

Eine erfolgreiche Neuausrichtung der Java-Strategie basiert auf zwei Schritten.

Schritt 1: die Basis schaffen durch vollständige Inventarisierung

Bevor strategische Entscheidungen getroffen werden können, ist eine präzise und lückenlose Bestandsaufnahme aller im Unternehmen genutzten Java-Versionen unabdingbar. Nur wer genau weiß, welche Anwendung wo und auf welcher Java-Instanz läuft, kann Risiken bewerten und eine fundierte Migrationsplanung durchführen.

Angesichts der Komplexität moderner IT-Landschaften ist eine manuelle Erfassung kaum noch möglich. Automatisierte ITAM-Tools sind hier das Mittel der Wahl, um eine verlässliche und aktuelle Datenbasis zu schaffen.

Schritt 2: die richtige OpenJDK-Plattform wählen

Der Wechsel zu OpenJDK löst das Problem der Lizenzkomplexität, wirft aber die Frage nach Sicherheit und Support auf. Die strategisch richtige Entscheidung ist daher die Wahl eines Open-Source-Anbieters, der einen erweiterten und langfristigen Support für eine breite Palette von Java-Versionen garantiert.

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Ebenso entscheidend ist die Zusage für zuverlässige und zeitnahe Sicherheitspatches. Dies adressiert direkt das von den Unternehmen als Top-Priorität genannte Bedürfnis nach mehr Sicherheit und Stabilität. Gleichzeitig vermeiden sie so den Zwang zu riskanten und aufwendigen Upgrades, nur um weiterhin notwendige Sicherheitsupdates zu erhalten.

Fazit: proaktives Java-Management als Schlüssel zu Effizienz und Sicherheit

Die Studienergebnisse belegen deutlich, dass ein rein reaktiver Ansatz im Management von Java-Umgebungen angesichts komplexer Lizenzmodelle und steigender Sicherheitsanforderungen überholt ist. Ein proaktives Java-Management ist zu einer strategischen IT-Disziplin geworden. Eine auf OpenJDK basierende Strategie, unterstützt durch einen verlässlichen Partner, der langfristigen Support und Sicherheit gewährleistet, verwandelt die Java-Plattform in ein stabiles, sicheres und wirtschaftlich planbares Asset – und damit in ein entscheidendes Fundament für den Geschäftserfolg. Dies gewinnt mit dem Aufstieg von Künstlicher Intelligenz (KI) noch an Bedeutung: Da viele Unternehmen ihre neuen, geschäftskritischen KI-Anwendungen und Datenplattformen auf dem robusten Java-Ökosystem laufen lassen, wird ein sicheres, performantes und konform gemanagtes Java-Fundament zur unabdingbaren Voraussetzung auch für stabile und wirtschaftliche KI-Lösungen.

Über die Umfrage

Das Marktforschungsunternehmen Dimensional Research führte die elektronische Umfrage vom 11. Februar bis 3. März 2025 durch. Das ITAM Forum und Azul verfassten einen Report basierend auf den Umfrage-Ergebnissen. Die Datengrundlage stammt von insgesamt 500 Fachkräften aus dem Bereich IT Asset Management und Software Asset Management aus sechs Kontinenten, die Java in ihrem Unternehmen einsetzen. Alle Befragten hatten direkte Verantwortlichkeiten im Software Asset Management und erhielten eine symbolische Vergütung für ihre Teilnahme.

Über den Autor:
Simon Taylor ist Senior Vice President of Global Channel and Alliances bei Azul. Er ist ein Manager mit über 30 Jahren Branchenerfahrung in den Bereichen Software Asset Management (SAM), IT Asset Management (ITAM), maschinelles Lernen, Data Analytics und Information Governance.

Seine Karriere begann Simon Taylor als Projektmanager bei Glaxo Smithkline und hatte seitdem verschiedene Führungspositionen bei Technologieunternehmen wie Symantec, Commvault, Proofpoint, Firemon, Lucidworks und Nitro inne.

Sein strategischer Fokus liegt auf zentralen Go-to-Market-Themen wie der Anwendungsmodernisierung, dem digitalen Arbeitsplatz und transformativen KI-Lösungen.

Als anerkannter Branchensprecher unterstützt Simon Taylor weltweit Partner vor Ort. Darüber hinaus berät er strategisch führende Distributoren, Value-Added-Reseller (VARs), Systemintegratoren und ISV-Allianzpartner.

Bildquelle: Azul

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