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Kühlung frisst Energie und noch mehr Energie, aber es gibt Abhilfe Effiziente Klimatechnik für den Mittelstand

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Schwer öffnet sich eine feuerfeste Tür. Eine Kältewelle lässt jeden frösteln, der den Server-Raum im Keller betritt. Kein Doppelboden, dann würden bei der deutschen Normbauhöhe die Racks gar nicht hineinpassen. Dazwischen noch einfache Stahlregale, in denen Desktops als Server dienen. Das ist das Bild, das die meisten 20 bis 25 Quadratmeter großen Server-Räume kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMUs) bieten.

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Das ist auch in kleinen und mittelgroßen Rechenzentren keine adäquate Möglichkeit der Kühlung.
Das ist auch in kleinen und mittelgroßen Rechenzentren keine adäquate Möglichkeit der Kühlung.
(Bild: Primergy-Tower von Fujitsu)

Offenkundig ist den IT-Verantwortlichen das klimatechnische Prinzip „kalte und heiße Gänge“ durchaus bekannt: Kein Server sollte so aufgestellt sein, dass seine heiße Abluft einem Server hinter ihm auf die Front bläst, sondern beide sollten „Face to Face“ aufgestellt sein. Aber wie ist das zu machen ohne Doppelboden, durch den sich kalte Luft zu den Frontseiten leiten ließe?

Also stehen die Systeme „Face to Face“ rechtwinkelig an den Längsseiten des Raumes oder sich gegenüber mit dem „Kaltgang“ in der Mitte. Auf ihren Rückseiten muss die heiße Luft irgendwie den Weg zu den Ansaugschlitzen an der Wandseite der Klimageräte an der Decke finden.

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Die blasen vorne kalte Luft in den Raum, bei voller Kraft etwa 1,5 Meter weit. Was hoffentlich bis zur Mittelachse des Raumes und bis nach unten reicht. Die Klimaanlage hat natürlich ein ortsansässiger Klimatechniker installiert.

Kalt kann jeder

„Kalt machen kann jeder“, erklärt durchaus doppelbödig gemeint Edmund Jäger, Niederlassungsleiter Bayern von Stulz GmbH Klimatechnik in Garching. „Und trotzdem kommt zu wenig Kaltluft an den Servern an, die das Pech haben, unten im Rack oder Regal zu stehen.“

Während in großen Rechenzentren die Server oben zuerst am Hitzeschlag sterben, sind es bei den KMUs, die Server unten. „Also werden die Komfortklimageräte noch ein paar Grade heruntergestellt“, hat Jäger beobachtet, „bis sie die meisten Tage auf hoher Last fahren.“

Und genau dafür sind sie nicht ausgelegt. Denn es handelt sich in den Server-Räumen der KMUs in der Regel um so genannte „Komfortklimageräte“. Die sind eigentlich dafür gebaut, Büros zu klimatisieren, also acht oder zehn Stunden am Tag für angenehme Temperaturen zu sorgen – nicht dauernd für Kühlschrankgrade. Ihr Ausfall droht.

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