CeBIT 2018: „Hardware as a Cloud“

Die Plusserver GmbH bietet eine Bare-Metal-Cloud und Cloud-Optimierung

| Autor: Ulrike Ostler

Das Plusserver-Rechenzentrum in Köln ist eines von elf mit jeweils mehreren Tausend Geräten, aus denen die "Hardware-Cloud" angeboten werden soll.
Das Plusserver-Rechenzentrum in Köln ist eines von elf mit jeweils mehreren Tausend Geräten, aus denen die "Hardware-Cloud" angeboten werden soll. (Bild: René Lamb Fotodesign GmbH)

Es klingt paradox: „Die Hardware-Cloud“ und ist ein Angebot der Plusserver GmbH. Gemeint ist ein Bare-Metal-Angebot – also ohne Virtualisierung -, das via API zugänglich ist, minutengenau abgerechnet wird, günstiger ist als eine Shared Ressource und dennoch Multi-Cloud-Orchestrierung in die Hyperscaler, zunächst „Microsoft Azure“ und AWS“, demnächst auch „Google Cloud“ erlaubt.

„Wenn die Kunden Shared Ressourcen nutzen, zahlen sie am Markt tendenziell immer ein wenig zu viel“, erläutert Stephan Ilaender, die CTO von Plusserver. Mit der Hardware-Cloud hat nicht nur wie ohnehin Plusserver alle Produktionspreise in der Hand, sondern in gewissem Maß auch der Kunde – von der Rechenzentrumsmiete über die Kühlung und den Strom bis zur Auslastung der CPUs. Und die sind selbst bei einem hohen Virtualisierungsgrad in aller Regel nur zu einem geringen Prozentsatz ausgelastet. Zudem ist bei gemeinsamer Nutzung einer Cloud-Ressource eine Qualitätszusicherung nur begrenzt möglich.

Stephan Ilaender ist Chief Technical Officer der Plusserver GmbH. Er verantwortet das technische Gesamtkonzept des Unternehmens. Nach einem Informatikstudium gründete er zunächst eine eigene Firma, die bis heute besteht, und sammelte anschließend rund 20 Jahre Erfahrung in der Hosting-Branche, speziell in der erfolgreichen Steuerung und Umsetzung von individuellen Projekten für große Geschäftskunden.
Stephan Ilaender ist Chief Technical Officer der Plusserver GmbH. Er verantwortet das technische Gesamtkonzept des Unternehmens. Nach einem Informatikstudium gründete er zunächst eine eigene Firma, die bis heute besteht, und sammelte anschließend rund 20 Jahre Erfahrung in der Hosting-Branche, speziell in der erfolgreichen Steuerung und Umsetzung von individuellen Projekten für große Geschäftskunden. (Bild: Plusserver GmbH)

Das soll in der Hardware-Cloud von Plusserver anders sein. Der Kunde hat entweder selber Durchgriff auf die Hardware und kann sie selbst administrieren oder der Anbieter von Co-Location, Managed- und Cloud-Services übernimmt die Zuteilung dedizierter Ressourcen. „Denn das bedeutet nicht zwangsläufig eigene oder dedizierte Server“, will Ilaender klarstellen. Vielmehr erhalte der Kunde die Möglichkeit, entweder über eine Programmierschnittstelle oder über eine Orchestrierungsplattform exklusiv und dynamisch Hardware dazu zu schalten und bei Bedarf auch wieder abzuschalten.

Die technische Grundidee der Hardware-Cloud liegt also in der Nutzung nativer Hardware-Ressourcen, um diese flexibel über eine REST API zur Verfügung zu stellen. Dabei werden die Server, die als Hardware-Nodes für das Setup zur Verfügung stehen, über diese API via PXE mit Betriebssystem-Templates versorgt.

Kontrolle per REST API

Gedacht ist diese Art des Cloud-Computing für Performance-kritische Anwendungen, da alle Hardware-Ressourcen nativ dem Endanwender zur Verfügung stehen und für High-Performance Computing (HPC) Setups. Darüber hinaus ist Bare Metal auch in vielen Fällen die Grundlage für containerisierte Anwendungen. Die erlauben viel mehr und unterschiedliche Workloads auf einen Knoten zu packen, als das mit Virtualisierung möglich wäre. Zudem dient eine Microservices- beziehungsweise Container-Umgebung der Vermeidung von Cloud-Lock-ins.

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Über Plusserver GmbH

So kann der Kunde eines Bare-Metal-Angebots verschiedene Container-Techniken nutzen, OpenShift, Docker und Kubernetes zum Beispiel. Da das Tool-Angebot in diesem Umfeld unübersehbar vielfältig ist, macht Plusserver-CTO Ilaender die Verwendung lediglich davon abhängig, ob diese zu den genannten Industriestandards passen.

Zu den Funktionen der REST-API gehören:

  • Swagger-Framework (das Generieren eines Client ist möglich)
  • mehrere API-User pro Setup
  • API-Calls
  • Contract Start & Stop
  • Server Start & Stop
  • Reboot
  • Zugriff Remote-Konsole (iLO)
  • Übersicht über alle Server
  • Verbrauchsmetriken
  • Aktivierung und Deaktivierung
  • Monitoring (TCP-Check) und
  • Boot eines Standard-OS (PXE)

Ilaender sagt: „Das machen im Übrigen auch alle Hyperscaler für ihre Bare-Metal-Server so“. Insofern bietet es sich an, dass über ein „Direct Connect“ Verbindungen zu diesen bestehen, sofern sie Microsoft Azure und AWS heißen; Google Cloud ist noch in Vorbereitung. Plusserver-Kunden können sich somit vergleichsweise einfach Cloud-Services aus diesen Quellen dazu buchen.

Die Kosten für einzelne Compute-Nodes sinken; doch die Auslastung und geschickte Nutzung bleibt Thema.
Die Kosten für einzelne Compute-Nodes sinken; doch die Auslastung und geschickte Nutzung bleibt Thema. (Bild: Plussserver GmbH)

Für die Vermittlung erhält Plusserver m Rahmen des Partnergeschäfts eine Art Vermittlungsgebühr von den Hyperscalern. Für die Kunden habe das den Vorteil, dass sie alle Kosten auf einer Rechnung haben, nämlich auf einer nach deutschem Recht. Hierzulande gingen viele Hypersclale-Services zulasten der „Kreditkarte des Chefs“, die quasi als Firmenbudget zur Verfügung stehe, doch oftmals mit überschaubarem Limit, führt Ilaender aus. Wenn dieses überschritten werde, sperrten die Cloud-Anbieter die Services, was dem Geschäft des Kunden selten gut täte. „Bei uns sind die Daten nicht weg, wenn die Kreditkarte ihr Limit erreicht“, so der Plusserver-CTO.

Beratung und Betrieb

Zudem biete Plusserver eine neutrale Beratung, Hilfe beim Ausrollen von Anwendungen und den Betrieb von Applikationen, was insbesondere wenn es um Container gehe, sehr komplex werden könne. „Wir designen einen Dienst, der in verschiedenen Rechenzentren, Zonen und Clouds lauffähig ist“, so Ilaender.

Um zu dokumentieren, dass das durchaus von Belang sein kann, berichtet Ilaender von dem Fall, dass in Russland vor einiger Zeit der Messanger Dienst „Telegram“ verboten wurde. Da die Anwender den Dienst über Umwege dennoch weiternutzten, der Dienst aber zu einem Großteil über AWS-Instanzen bereitgestellt wurde, sperrte man in Russland kurzerhand die entsprechenden Instanzen. Die Folge war: Auch populäre Websites wurden gesperrt.

Ilaender stellt klar, dass das kein AWS-spezifisches Problem ist, dass irgendwo auf der Welt jederzeit Cloud-Angebote verboten oder sonstwie wegfallen können. Umgekehrt aber könne Plusserver die Verbindungen in Hyperscale-Clouds mit gewünschten Security- und Compliance-regeln verbinden, etwa nach dem BSI-Grundschutz. Schon heute nutzt die Mehrheit der deutschen Unternehmen – 57 Prozent laut der Studie „Cloud Migration 2018“ von IDG – mindestens eine Cloud-Lösung.

So nutzt Plusserver eine eigene Registry für die Container. Somit ist in jeden eine Art „Anker oder Haken“ integriert, die Plusserver ein Monitoring erlaube, zum Beispiel um sicherzustellen, dass der benötigte beim nächsten Request noch derselbe ist, der es beim vorherigen war, ohne Manipulationen.

Plusserver auf der CeBIT 2018

Die Multi-Cloud-Angebote, zeigt die Plusserver GmbH heute noch auf der CeBIT in Hannover, am Stand D52 in Halle 12.

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