Management ist Strategie

CA Technologies verordnet sich und den Kunden Agilität

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Zu erwähnen sind noch zwei weitere eigens entwickelte Monitoring-Anwendungen: „CA Virtual Network Assurance“ liefert Operations-Teams Sicherheit für dynamische virtuelle Netzwerke der nächsten Generation sowie für Legacy-Infrastrukturen. Dazu gehört außerdem „CA Unified Infrastructure Management for z Systems“, Management-Software, die umfassende Einsicht in Services für mobile-zu-Mainframe-Systeme auf einen einzigen Blick gewährleistet.

Agil auf dem Mainframe

„Der Mainframe lebt“, so beginnt nahezu jeder Austausch über Mainframes. Für diejenigen allerdings, die täglich damit zu tun haben, ist das keineswegs eine Überraschung. So kann Andreas Thomasch, Platform Leader & Manager z Systems, IBM Deutschland, Österreich, Schweiz, berichten, dass das aktuelle „System z 13“ die im Januar dieses Jahres angekündigt und seit März ausgeliefert wird, die schnellste Adaption erfährt, seit der Einführung der Plattform im Jahr 1964.

Zu welcher Unternehmenskategorie wollen Sie gehören? Hier eine Typisierung von Freedom Dynamics.
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(Bild: Freedom Dynamics)

Das liege zum einen an der enormen Zunahme an Hauptspeicherkapazität – auf der großen Maschine lassen sich bis zu 141 Kerne aktivieren -, den 4 bis 5 Millionen Transistoren auf einem Chip, der Plausibilitätsüberprüfung jeder Rechenoperation, den neuen Cobol-Compiler-Versionen, die unter Ausnutzung der z13-Funktionen ein Performance-Plus von 20 bis 30 Prozent einbringen, … kurz: den technischen Möglichkeiten und andererseits an der Flexibilität, die damit einher geht. Vor allem die Verfügbarkeit von Technik, jederzeit und überall, durch mobile Anwendungen machten es den IT-Planern immer schwerer, die geforderten Kapazitäten zu berechnen. Der Mainframe erlaube auf einfache Art und Weise, zusätzliche Cores zu aktivieren, so dass auch am Black Friday oder Cyber Monday Online-Einkäufe getätigt werden können; der derzeitige Höchststand beläuft sich auf 30 Milliarden Transaktionen pro Tag.

Thomasch kann noch einige weitere beeindruckende Zahlen zum Mainframe-Computing hinzufügen. So laufen in West- und Zentraleuropa rund 60 Prozent der kritischen Workloads auf Mainframes, in Deutschland 50 Prozent. Das entspräche umgerechnet auf die Wertschöpfung rund 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Allerdings entfällt, bezogen auf die gesamte Arbeitskraft, die in IT investiert wird, lediglich 4 Prozent auf die Arbeit am, mit Mainframes. Und nur 2,4 Prozent der Aufwände, die in IT investiert wird, gehen in den Mainframe-Sektor.

Offen und integriert

Die jüngsten Update-Anstrengungen von IBM zielen insbesondere darauf, das System „offener“ zu machen. Zum Beispiel ermöglichen die Linux-Partitionen eine VMware-Schnittstelle sowie das Laden von Hadoop Spark; das zusätzliche Ubuntu-Linux erlaubt zudem KVM als Hypervisor. Generell läuft Linux seit 15 Jahren auf dem Mainframe und inzwischen nutzt ein Drittel der IBM-Kundschaft dieses Angebot. Mit „Linux One“ hat IBM gar den ersten komplett auf Linux basierenden Mainframe auf den Markt gebracht.

Ob das Open-Source-Engagement von IBM mit dazu beigetragen hat, dass CA Technologies auf der CA World eine Kooperation mit Red Hat bekannt gegeben hat …. und zudem das hohe Lied auf Open Source gesungen hat… ? Jedenfalls wollten CTO Berkes und CPO Sayed (noch) nicht so weit gehen, CA Technologies als „Open-Source-Company“ zu bezeichnen, wenngleich erste Schnittstellen des API-Managements an Cloud Foundry übergeben worden seien. „Der Anfang ist gemacht“, so Sayed.

Doch zurück zum Mainframe-Geschäft von CA Technologies: Der Mainframe als vernetzter Bestandteil der IT-Infrastruktur erhöht auch das Risiko, etwa der Kompromittierung von Daten. Einer der Großrechner-Anwender brachte es auf den Punkt: „Der Mainframe ist das sicherste System, sofern man etwas für die Sicherheit tut.“

Unbekannte Herausforderungen

Scott Fagen ist “distinguished engineer”, der dem Architektur-Team von CA Technologies unter die Arme greift. Es sagt, dass eines der größten Probleme im Mainframe-Computing sei, dass es die vorliegenden Probleme erst einmal zu entdecken seien. Zum Beispiel landen bei den Banken die Kreditkarten-Informationen auf dem Transaktionsrechner. Werden diese nicht mehr benötigt, ungültig oder veralten, landen sie in einem Archiv.

„Doch zugleich sind diese Daten noch etwas wert“, sagt Fagan. Sie werden etwa in Tests verwendet, in anderen Systemen und Anwendungen. Und nicht immer sind etwa persönliche Informationen von den Prozessdaten getrennt oder es gibt Hinweise aus die Kreditkartennummer auf einer Rechnung. Dem Missbrauch und dem Verletzen von Regularien ist dann Tor und Tür geöffnet. Das „CA Data Content Discovery“ soll sensible Mainframe-Informationen finden und klassifizieren.

Die Security-Software Nimsoft mit seinen „robots und probes“, die CA Technologies als Grundlage für sein CA Unified Infrastructure Management nutzt, wird nun um den Zugang zu zSystems-Plattform ergänzt und soll nun eine End-zu-End-Betrachtung erlauben. Laut Fagan sind diese Erweiterungen lediglich die ersten Produkte einer geplanten Serie an Mainframe-Tools, zumal sich diese noch sehr stark an den Bedürfnissen von Finanzinstituten ausrichteten.

Tatsächlich sind die CA-Kunden, oft Großunternehmen mit klingenden Namen, sehr intensiven Angriffen von innen und außen ausgesetzt. „Manche“, so Fagan, „werden derart bombardiert, das lediglich 10 Prozent des Traffics wertvoll ist“. Die aktualisierte Palette von CA Sicherheitsprodukten konzentriert sich auf den Identitätsschutz.

Ergänzendes zum Thema
Was soll man davon halten?

CA Technologies erfindet sich neu. Das ist spannend und wirft drei Fragen auf:

  • Trifft die Neuausrichtung die Bedürfnisse der Kundschaft?
  • Welchen Stellenwert räumen die Kunden CA Technologies ein?
  • Wie erfolgreich ist CA Technologies mit seiner Strategie?

Business ist Software und Software bedeutet agile Entwicklung. Diese gehört organisiert und verwaltet und dann ist ein Unternehmen erfolgreich in seiner Transformation zu einem digitalen Unternehmen. So in etwa lautet der Argumentationsstrang, mit dem sich CA Technologies als helfende Hand in diesem Transformationsprozess empfiehlt. Wie das dann aussieht, reibt das Unternehmen mit seiner Studie über die Disruptoren, das klingt schon wie Raptoren, unter die Nase.

Doch ist das nicht sehr stark aus dem IT-Geschäft, aus der Software-Entwicklung gedacht? Muss sich jedes Unternehmen „agil“ sein, jedes Produkt ständig „verbessern“? Schließlich möchte ich auch morgen noch demselben Versicherungsprodukt vertrauen und im Flugzeug fliegen. Die Möglichkeit der stetigen Verbesserung bedeutet nicht zwangsläufig das „bessere“ Produkt. Als Texte noch per Schreibmaschine entstanden, musste der Autor sich vorher Gedanken um Schreibweise, Ausdruck und Länge machen. Im Zeitalter digitaler Produktion wird geschrieben, verbessert, wieder verbessert und korrigiert. Selbst einmal Publiziertes verschwindet wieder? Klar ist das „go-to-market“ schneller – aber auch besser?

Kundin und Analyst

Zur Kundschaft gehört Ashley Haynes-Gaspar, General Manager Software & Services bei GE Oil & Gas. Sie hat das „Agile“-Momentum offenbar verinnerlicht und erklärt CA Technologies tatsächlich zum „strategischen Partner“. Bei Ölbohrungen erläutert sie, bekommt man derzeit rund 35 Prozent, was theoretisch möglich wäre aus dem Boden. Nur 1 Prozent mehr bedeutete eine Förderung von rund 80 Milliarden Fässer mehr pro Jahr. Ein solches Ziel ist nur durch Software zu erreichen und die soll sich verbessern.

Auch für Randy Heffner, Forrester-Analyst und vornehmlich befasst mit API-Management, ist CA Technologies ein „strategisches Unternehmen“. Ein solches Etikett heften sich ansonsten Unternehmen an wie VMware, AWS, Google, Red Hat, Docker, also Unternehmen, die Plattformen liefern und selbst als „Gamechanger“ gelten. Hersteller von Management-Tools hingegen stehen von Natur aus in der zweiten Reihe, sind die Ordner, die Verwalter, die Langeweiler.

Dennoch sei CA Technologies strategisch, so Heffner, denn die Themen, die das Unternehmen adressiere, seien die Spielmacher – APIs beispielsweise.

Bringt das etwas ein?

Bleibt die Frage, wie erfolgreich CA Technologies seine Strategie umsetzt und Kunden gewinnt. Ein Gradmesser kann die Hausmesse CA World sein. Dem geneigten Betrachter erschien die Veranstaltung in diesem Jahr ruhiger, übersichtlicher als in vergangenen Zeiten. Das Unternehmen selbst gibt die Besucherzahl mit 5.000 an, wobei 45 Prozent zum ersten Mal eine CA World 2015 besuchten.

Allerdings ist einer Steigerung von 40 Prozent im Neukundengeschäft, im 2. Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum, durchaus beachtenswert.

Und was macht die Konkurrenz? BMC zum Beispiel? Erfindet sich neu ….

Mit dem „CA Privileged Access Manager“ verhindert CA Datenlecks und schützt privilegierte Benutzerkonten in VMware NSX Umgebungen. Gleichzeitig können Kunden ihre Betriebsabläufe effizienter gestalten – dank einer Automatisierung, die ihnen hilft, mit ihren dynamischen Cloud- und Virtualisierungsumgebungen Schritt zu halten. Letztere bilden das Rückgrat der Application Economy. CA aktualisiert außerdem seine „CA Identity Suite“ und vereinfacht die Nutzererfahrung.

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