KI Institut Plauen stärkt angewandte KI KI-Rechenzentrum und Hoch­schu­l­al­li­anz in Plauen – Das steckt dahinter

Von Paula Breukel 3 min Lesedauer

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In der Hempelschen Fabrik in Plauen entsteht ein KI-Rechenzentrum als Basis für Anwendungen in Unternehmen und Verwaltung. Parallel startet eine Hochschulallianz für Forschung, Lehre und praxisnahe Entwicklung souveräner KI-Systeme.

Das Rathaus der Stadt Plauen in Sachsen: Die Stadt liegt zwischen Hof und Zwickau nahe der tschechischen Grenze.(Bild:  The Rathaus, Plauen /Dave_S. / CC BY )
Das Rathaus der Stadt Plauen in Sachsen: Die Stadt liegt zwischen Hof und Zwickau nahe der tschechischen Grenze.
(Bild: The Rathaus, Plauen /Dave_S. / CC BY )

Die Hochschulallianz ist unterzeichnet: Das KI Institut AI Fabric und die Duale Hochschule Sachsen (DHSN) legen in der Hempelschen Fabrik in Plauen den Grundstein für ein KI-Rechenzentrum. Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) ist bei der Unterzeichnung dabei gewesen.

Das Vorhaben verbindet den Aufbau eigener KI-Infrastruktur mit Forschung, Praxisanwendungen und Ausbildung in einer Region, die laut Gemkow in vergangenen Jahren weniger im Fokus von Strukturwandelförderung gestanden habe als andere Teile Sachsens. Er bezeichnete das Konzept als bislang einzigartiges Modell im Freistaat.

Initiiert hat das Projekt Rainer Gläß, vogtländischer Software-Unternehmer, der die ehemalige Industrie-Anlage erworben und zu einem gemischten Nutzgebäude umgebaut hat. Das KI Institut ist als gemeinnützige GmbH organisiert und soll Infrastruktur, Forschung und Anwendung in einem regionalen Arbeitsraum bündeln. Wichtigster Praxispartner ist Newwork Software, das IT-Unternehmen von Gläß, dessen CEO Jens Krüger auch dem Beirat des Instituts vorsteht.

Infrastruktur für angewandte Künstliche Intelligenz

Innerhalb des folgenden Quartals sollen Spezialrechner in der Hempelschen Fabrik angeliefert werden. Damit entsteht vor Ort ein Rechenzentrum, das als technisches Rückgrat für Training und Betrieb von KI-Modellen dienen kann. Die geplante Infrastruktur ist auf den Betrieb eigener Modelle ausgerichtet.

Gläß begründet diesen Ansatz mit dem aktuellen Stand der Umsetzung: Datensouveränität werde zwar breit diskutiert, aber selten praktisch realisiert. Sein Argument lautet, dass eigene Handlungsfähigkeit den Aufbau eigener Systeme voraussetze. Die Infrastruktur soll künftig auch als Basis für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben genutzt werden, die in Kooperation mit der DHSN durchgeführt werden.

Das sind die Anwendungsfelder

Das Konzept sieht konkrete Einsatzfelder in öffentlichen Verwaltungen und im Mittelstand vor. In Verwaltungen sollen KI-Systeme eingehende Bürgeranfragen strukturieren und Entscheidungsprozesse vorbereiten.

Im Unternehmensumfeld liegt der Fokus auf der Unterstützung komplexer Abläufe. Dazu zählen etwa die Bearbeitung von Kundenanfragen, die Erstellung von Angeboten sowie die Strukturierung von Wissen und internen Prozessen.

Jens Krüger beschreibt industrielle KI-Anwendungen am Beispiel der automatisierten Bearbeitung von Garantiefällen. Die Systeme arbeiten dabei im jeweiligen Unternehmenskontext und berücksichtigen interne Regeln. Gleichzeitig sollen bestehende IT-Strukturen weiter nutzbar bleiben, ohne vollständige Systemwechsel.

Aus Sicht der regionalen Wirtschaft wird insbesondere der Bedarf an sicherer Datenverarbeitung und an automatisierter Unterstützung für Routineaufgaben hervorgehoben, auch im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel.

Die Rolle der Dualen Hochschule Sachsen und Ausbildungsansatz

Die Duale Hochschule Sachsen bringt wissenschaftliche Expertise und den Zugang zu Praxisunternehmen in die Allianz ein. Grundlage ist das duale Studienmodell mit verpflichtenden Praxisphasen in Unternehmen.

Die Hochschule plant, ab 2027 einen internationalen Bachelor-Studiengang „Angewandte KI“ in Plauen anzubieten. Ergänzend ist eine Professur für Künstliche Intelligenz vorgesehen. Seit der Umwandlung zur Hochschule im Jahr 2025 verfügt die Einrichtung über einen Forschungsauftrag sowie die Möglichkeit zur Einwerbung von Drittmitteln. Studierende sollen in Projekten mit Unternehmen und Verwaltung arbeiten und Ergebnisse direkt in Anwendungen überführen.

Das Konzept der souveränen KI

Das Projekt beschreibt „souveräne KI“ als Ansatz, bei dem Daten, Systeme und Anwendungen innerhalb kontrollierter Strukturen betrieben werden. Dazu zählen vier Grundprinzipien:

  • 1. die Nutzung kontrollierter Daten,
  • 2. nachvollziehbare Systemarchitekturen,
  • 3. überprüfbare Technologien sowie
  • 4. klar zugeordnete Verantwortung beim Menschen.

Abgrenzend dazu steht die Nutzung externer KI-Plattformen, bei denen Daten und Verarbeitung teilweise außerhalb eigener Kontrolle liegen. Ziel des Ansatzes ist es, KI-Modelle auf regionaler Datenbasis zu entwickeln und innerhalb eines definierten Datenraums zu betreiben.

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