Kostenvorteile nutzen

Was ist Commodity-Off-the-Shelf (COTS)?

| Autor / Redakteur: Otto Geißler / Ulrike Ostler

COTS-Produkte sind zum Beispiel Computer, Software oder IT-Komponenten, die relativ preiswert, weit verbreitet und weitgehend mit anderen Produkten ihres Typs austauschbar sind.
COTS-Produkte sind zum Beispiel Computer, Software oder IT-Komponenten, die relativ preiswert, weit verbreitet und weitgehend mit anderen Produkten ihres Typs austauschbar sind. (Bild: © djama - stock.adob.com)

Unter Commodity-Off-the-Shelf (COTS), „Ware aus dem Regal“, versteht man serienmäßig gefertigte Produkte des Hardware- oder Softwaresektors (Standard-Hard- und Software), die völlig gleich („von der Stange“) und in großer Stückzahl angeboten werden.

Im Gegensatz zu speziell für bestimmte IT-Funktionen entwickelte Systeme können so genannte Off-The-Shelf- beziehungsweise COTS-Produkte viele verschiedene Funktionen ausführen. Ein Off-The-Shelf-Computer ist beispielsweise ein Standard-Rechner, der über keine besonderen Funktionen verfügt und daher bei vielen Händlern käuflich zu erwerben ist.

Begriffsabgrenzung

Eine Sonderform des COTS, die zwar aus Serienfertigung zur Verfügung steht, aber immer noch auf die Bedürfnisse des Endkunden angepasst werden kann oder muss, ist MOTS (modifiable off-the-shelf).

Das Gegenteil von COTS sind selbst entwickelte Branchen- oder Individuallösungen, die für spezielle Anforderungen oder bestimmte Unternehmen entwickelt werden. Die englische Bezeichnung für solche Lösungen lautet CFI (Customer Furnished Items) oder CFM (Customer Furnished Materials), zu Deutsch etwa: kundenspezifische Komponenten. Ein Beispiel dafür sind die anwendungsspezifischen integrierten Schaltungen (Application Specific Integrated Circuits – ASICs) zu nennen.

Entstehung der COTS-Produkte

Im Grunde kann beispielsweise aus einem technisch ausgereiften Produkt eine COTS-Hardware entwickelt werden. Daher sind die viele Hardwareprodukte, die seit mindestens fünf Jahren auf dem Markt sind, in Standardversionen erhältlich.

In der Regel handelt es sich bei COTS-Hardware um preiswerte Computer, Clients, Server, Komponenten, Switches ...; die Betriebssysteme wie „Microsoft Windows“ oder „Linux“ ohne zusätzliche Software oder Anpassungen ausführen können.

COTS-Vorteile – aber auch Nachteile

Hardware-Komponenten können verbunden beziehungsweise integriert werden, um komplexere Computerumgebungen entstehen zu lassen, die eine Mainframe-ähnliche Verarbeitung zu geringeren Kosten gestatten. Unternehmen, die ein Off-The-Shelf-Computing-Modell verwenden, können bei der IT-Beschaffung häufig viel Geld einsparen.

Denn eine COTS-Hardware-Umgebung ist in der Regel kostengünstiger in der Einrichtung, Wartung, Erweiterung und Entwicklung. Zudem wird eine Lieferantenbindung verhindert. Im Gegensatz zu Großrechnern ist die Leistung von Standard-Hardware einfacher zu messen und abzustimmen.

Dem gegenüber stehen eine Zunahme von Arbeit bei der Integration von Softwarekomponenten, Sicherheitsproblemen sowie mögliche Inkompatibilitäten aufgrund künftiger Änderungen.

Einsatzszenarien für COTS

Standard-Festplatten lassen sich beispielsweise als redundantes Array unabhängiger Festplatten (Redundant Array of Independent Disks - RAID) für Ausfallsicherungen konfigurieren. In vielen Umgebungen teilen sich mehrere Low-End-Server die Workload. Off-The-Shelf-Server werden meist als so genannte „Einweg-Server“ eingesetzt und in der Regel eher öfter ersetzt als repariert.

COTS-Hardware wird häufig für Hochverfügbarkeits- und Notfallwiederherstellungszwecke wie zum Beispiel in mobilen Büros, die nach Katastrophen als Arbeitsplatz fungieren, bei Off-Site-Backups oder bei der Live-Replikation zwischen mehreren Standorten bereitgestellt.

Während alle Enterprise-IT-Lösungen von Suse auf COTS-Hardware ausgeführt werden, nutzt Geo-Clustering für „Suse Linux Enterprise High Availability Extension“ COTS-Hardware, um eine durchgehende Geschäftskontinuität zu gewährleisten.

Mithilfe eines Hochverfügbarkeits-Cluster, das auf COTS-Hardware basiert, werden in diesem Fall die Daten über sehr große Entfernungen hinweg live repliziert. Das heißt, wenn das primäre Rechenzentrum ausfällt, können die Dienste automatisch auf ein funktionierendes Rechenzentrum umgestellt werden.

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