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USB-Device-Server myUTN-2500 im Test SEH liefert blaues Wunder für USB und Clients

| Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Mit dem „myUTN-2500“ liefert die Bielefelder SEH Computertechnik (SEH) einen USB-Device-Server, der verschiedene Peripheriegeräte ins Netzwerk bringt. Wie gut das funktioniert, seht hier:

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Der „myUTN-2500“ funktioniert mit Windows, MacOS und einigen Linux-Varianten.
Der „myUTN-2500“ funktioniert mit Windows, MacOS und einigen Linux-Varianten.
(Bild: Srocke)

Den ersten Eindruck des myUTN-2500 kann man durchaus als Understatement bezeichnen. SEH liefert den USB-Device-Server in einer unverzierten, weißen Pappschachtel aus, die neben Netzkabel und Quick Installation Guide nur noch das Gerät selbst beinhaltet. Das wiegt 155 Gramm und ist in einem circa 14 x 10 x 3 Zentimeter großen, blauen Gehäuse untergebracht, das auf transparenten Gummifüßchen steht. Für eine feste Montage ist das System, außre in Abwandlungen, offenbar nicht vorgesehen.

An der Frontseite befinden sich Status-LEDs, alle Anschlüsse hat der Hersteller derweil auf die Rückseite des Systems verbannt. Hier finden sich RJ-45-Buchse für Gigabit-Ethernet, Stromanschluss sowie drei USB-3.0-Ports, die sich übrigens auch zum Laden angeschlossener Mobilgeräte eignen.

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Einsatzfelder bei Windows, MacOS und Linux

Sinn und Zweck des myUTN-2500 ist es, USB-Geräte für verschiedene Anwender echter oder virtueller Desktops so verfügbar zu machen, als wären sie lokal am Gerät angeschlossen. Somit können Nutzer ortsunabhängig auf Peripherie zugreifen und sich Geräte teilen. Hierfür stellt der Hersteller auf seiner Homepage umfangreiche Tools zur Verfügung, die das Management erleichtern, Aufgaben automatisieren und die Arbeit kleinerer Gruppen unterstützen.

Der USB-Device-Server funktioniert mit gängigen Varianten von Windows und MacOS; zudem unterstützt der Hersteller einige Linux-Varianten. Unseren Test haben wir in einer Windows-Umgebung (Windows 10 und Windows 7) mit physischen Clients durchgeführt.

Dreh- und Angelpunkt hierfür ist der „UTN Manager“. Mit dessen Installation landet auch eine entsprechende USB-Treibersoftware auf den Clients, um die per myUTN-2500 im LAN bereitgestellten Systeme ansprechen zu können. Neben der graphischen Version des Tool liefert der Hersteller auch eine Variante für die Kommandozeile.

Erste Gehversuche

Der myUTN-2500 kann sich zur Not selbst eine IP-Adresse aus dem für ZeroConf reservierten Adressbereich geben; zuvor prüft das System aber, ob es nicht eine IP-Adresse über die Bootprotokolle BOOTP oder DHCP erhält. Letzteres war in unserem Testnetz der Fall und so konnten wir problemlos mit dem Erkunden des UTN Managers starten.

Von dem gibt es übrigens auch eine abgespeckte Variante für die Kommandozeile. An dieser Stelle konzentrieren wir uns aber auf die umfassendere, graphische Version.

Für Teams optimiert

Die Anwendung präsentiert die am Device-Server verfügbaren Ports samt daran angeschlossener Peripherie. Per Rechtsklick können Anwender die jeweiligen Geräte für ihren Client aktivieren – oder auch deaktivieren und somit für andere Nutzer freigeben.

Bereits an dieser Stelle zeigt sich, dass SEH die Lösung mit kleineren Arbeitsgruppen im Hinterkopf entworfen hat. Ist ein USB-Port belegt, zeigt das der UTN Manager an und nennt überdies den jeweils aktuellen Nutzer. Von anderen Anwendern verwendete Geräte lassen sich nicht ohne Weiteres entführen – stattdessen müssen Nutzer ihr Wunschgerät anfordern; erst wenn der bisherige Anwender dieser Anforderung nachkommt und das Device freigibt, kann es der nächste Nutzer verwenden.

Automatismen und Skripte

Mit dem UTN Manager können Anwender überdies Skripte erstellen. Diese „UTN Aktionen“ werden als Batch-Datei oder einzelne Programmaufrufe folgender Form gespeichert:

"C:\Program Files (x86)\SEH Computertechnik GmbH\SEH UTN Manager\screxe.exe" "C:/Program Files (x86)/SEH Computertechnik GmbH/SEH UTN Manager/utnm.exe" /c "activate 192.168.178.34 1"

Somit lassen sich per Doppelklick auf ein Icon Ports aktivieren oder deaktivieren. Zudem können Ports auch mit beliebigen Anwendungen verknüpft werden: Dann starten Anwender per Mausklick nicht nur ein Programm; zugleich wird für die Nutzungsdauer der App auch ein passendes USB-Gerät aktiviert.

Zudem bietet der UTN Manager die Möglichkeit, USB-Geräte bereits beim Systemstart des Clients in Beschlag zu nehmen. Beide Optionen funktionieren allerdings nur, wenn das jeweilige USB-Gerät noch frei ist und von keinem anderen Nutzer verwendet wird – eine Anforderung zur Freigabe wird dabei nicht erzeugt.

Web-Interface, SNMP und E-Mail für Admins

Der UTN Manager stellt auch eine Verbindung zum Web-Interface des UTN-Servers her – das dann eigenständig im Webbrowser angezeigt wird. Über das Interface können Administratoren den Zugriff auf einzelne Ports per Verschlüsselung oder VLAN-Zuordnung weiter absichern sowie den Server warten oder mit Updates versorgen.

Neben SNMP steht hierfür auch eine E-Mail-Steuerung bereit. Der myUTN-2500 kann sich so etwa mit einem POP3-Account verbinden und Befehle entgegennehmen. Systemadministratoren können dabei nicht nur Statusmeldungen abrufen, sondern auch Firmwareupdates per E-Mail in Gang setzen. Überdies verschickt der Server auf Wunsch auch Benachrichtigungen – etwa beim Neustart des Servers oder dem Trennen eines USB-Gerätes.

Die Konfiguration gestaltet sich hierbei nicht ganz trivial. Um verschlüsselt auf E-Mail-Postfächer zuzugreifen, müssen Nutzer neben den eigentlichen Accounteinstellungen im Tab „Netzwerk“ noch weitere Anpassungen an ganz anderer Stelle machen. Im Reiter „Sicherheit“ finden sich weitere Optionen zu den SSL-Verbindungen. Hier gilt es dann, nicht den naheliegenden Punkt „beliebig“ zu wählen, sondern die für den jeweiligen Provider passende Version von Verschlüsselungsprotokoll und Verschlüsselungsstufe zu finden.

Was geht, was geht nicht?

Nicht alle USB-Geräte lassen sich gleichermaßen gut mit dem myUTN-2500 nutzen. Problemlos klappte bei uns der Zugriff auf bürotypische Hardware, wie USB-Speichersticks, SD-Card-Lesegeräte, Computermäuse, Laserdrucker (Samsung ML-1610) oder Scanner (HP Scanjet 5590).

Erhebliche Schwierigkeiten bekamen wir jedoch beim Anschluss verschiedener Webcams, einer USB-Soundkarte sowie eines USB-Speichers mit Hardwareverschlüsselung. Keines der aufgezählten Geräte funktionierte. Schlimmer noch: Die Kopplung führte zu Instabilitäten bis zum Systemabsturz (Bluescreen).

Erklärung des Herstellers: Wir haben offenbar Geräte genutzt, die für die Datenübertragungen einen „Isochronen Modus“ nutzen. An einer entsprechenden Erweiterung des UTN Managers zur Unterstützung des isochronen Modus arbeite man bereits. Auch den Ursachen der von uns beobachteten Bluescreens wolle man auf den Grund gehen.

Der Server selbst lief im Test weitgehend stabil – lediglich einmal stürzte das Gerät beim Kopieren von Daten auf eine SD-Card komplett ab. Aus der Ferne ließ sich der Server nicht mehr neu starten. Im realen Einsatz sollten Anwender also einen physischen Zugang zum Gerät sicherstellen.

Performance

Mit dem aktuellen Firmwarerelease 14.4.11 will SEH die maximal erreichbare Transferrate des myUTN-2500 von 65 MByte/s auf 100 MByte/s gesteigert haben; sind alle Ports im Einsatz könnten an jedem Anschluss jeweils bis zu 30 MByte erreicht werden.

Wir haben zunächst mit einem einzelnen USB-3.0-Stick (SanDisk Extreme, 32 GByte) am Device-Server nachgemessen. Alle Netzwerkgeräte waren dabei direkt mit einem Gigabit-Switch (Netgear ProSAFE GS105E) verbunden.

Mit den Standardeinstellungen im synthetischen AS SSD Benchmark erreichten wir dabei bis knapp über 80 MByte/s beim sequentiellen Lesen sowie bis zu 64 MByte/s beim sequentiellen Schreiben. Das Potential des USB-Sticks haben wir dabei übrigens nicht ausgeschöpft: Direkt am USB-Port des Rechners schaffte der Flash-Speicher im gleichen Szenario 249 MByte/s lesend sowie 97 MByte/s schreibend.

Anschluss verschiedener Clients

Versuche mit „echten“ Datentransfers bestätigten die Werte des Benchmarks. Eine Handvoll größerer ISO-Images und Video-Dateien konnten wir im Schnitt mit rund 60 MByte/s schreiben und mit 74 MByte/s lesen. Bei einer Sammlung kleinerer MP3-Dateien sank der Durchsatz derweil auf 11 MByte/s beim Schreiben und 23 MByte/s beim Lesen.

Schließlich haben wir untersucht, wie sich ein zusätzlich angeschlossener und parallel genutzter Speicher auf die Performanz auswirkt. Neben dem USB-Stick kam dabei ein SD-Card-Leser zum Einsatz, über den ein zweiter Client mit circa 30 Mbyte/s lesend auf Dateien unterschiedlicher Größe zugriff.

Beim Lesen großer Dateien erreichte der USB-3.0-Stick in diesem Szenario knapp 55 MByte/s – was einer Gesamtleistung von etwa 85 entspricht. Beim Schreiben maßen wir einen Wert von 43 MByte/s.

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Stromaufnahme

Im Leerlauf verbraucht der USB-Device-Server nach unseren Messungen unter drei Watt; bereits ein eingesteckter aber nicht benutzter USB-Stick erhöht den Energiebedarf auf 4,5 Watt, beim Quick-Format des Flash-Speichers maßen wir 5,2 Watt.

Damit decken sich unsere Messungen mit den Angaben des Herstellers. Der spricht von einer Stromaufnahme zwischen 200 mA bei 12 VDC ohne Last und 2.400 mA bei 12 VDC bei Volllast auf allen USB-Ports.

Fazit

Der USB Device-Server myUTN-2500 überzeugt, weil er für zahlreiche USB-Geräte funktioniert und diese bequem sowie performant für verschiedene Netzwerknutzer verfügbar macht. Gefallen haben uns dabei die – leider noch nicht über alle Tools hinweg einheitlich umgesetzten – kollaborativen Ansätze bei der Anforderung belegter Geräte. Positiv empfanden wir auch die vielfältigen Optionen für Implementierung, Management und Automatisierung sowie die umfassende Plattformunterstützung.

Optimierungsbedarf gibt es derweil beim Web-basierten „myUTN Control Center“. Schnellstens nachbessern sollte der Hersteller überdies bei den von uns beobachteten Bluescreens: Wenngleich Webcam und Soundkarte verzichtbar sein mögen, sollten Endanwender kein „blaues Wunder“ in Form vollständiger Systemabstürze erleben müssen.

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