Erfolge messbar machen

Was ist ein Benchmark?

| Autor / Redakteur: Otto Geißler / Ulrike Ostler

Die Vergleichbarkeit spielt im Rahmen des IT-Benchmarkings eine besondere Rolle.
Die Vergleichbarkeit spielt im Rahmen des IT-Benchmarkings eine besondere Rolle. (Bild: © djama - stock.adob.com)

Ein Benchmark (englisch: Vergleichspunkt) ist eine Leistungsvorgabe beziehungsweise ein Referenzwert zur Bewertung von Ergebnissen, Maßnahmen oder Prozessen. Beim IT-Benchmarking wird die Performance von IT-Dienstleistungen zwischen Unternehmen oder Organisationen verglichen.

In der heutigen Unternehmensführung ist das Benchmarking nicht mehr wegzudenken. Es wird als Instrument zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Organisationen auf vielfältige Weise genutzt und dabei an die Besonderheiten der Branche und das jeweilige Unternehmen angepasst.

Vergleiche im Sinne des Benchmarking können daher innerhalb einer singulären Branche (IT-Benchmark des VDMA) oder auch zwischen mehreren Branchen erfolgen. Wobei die zu vergleichende Performance sowohl Effizienz- als auch Effektivitäts-Kriterien umfasst. Benchmarking wird in der Regel mit dem Ziel betrieben, Potenziale der Optimierung zu erkennen und daraus Handlungsanweisungen abzuleiten, auf welche Weise die Performance verbessert werden kann.

Allgemeine Vorgehensweise

Dies geschieht, indem ein Maßstab (Best Practice-Fall) angelegt wird, der diese Anforderungen an Effizienz oder Effektivität am besten erfüllt. Des Weiteren soll die Frage geklärt werden, welchen Nutzen die IT-Dienstleistungen (Business Value) für die operativen Prozesse bewirken soll. Bei der Aufstellung eines Benchmarking-Modells müssen überdies interne und externe Partner gefunden werden, die bereit sind, die erforderlichen Informationen für das Benchmarking zur Verfügung zu stellen.

Hinsichtlich einer fairen Vergleichbarkeit ist vor allem auch auf eine definitorische Abgrenzung der Parameter zu achten. Letztlich bestimmt das Target-Benchmarking nach welchen Regeln die Analyse der Datenbasis und die Auswahl der Best-Practice-Unternehmen ablaufen. Im Anschluss werden dazu die Optimierungspotenziale (Gap to Benchmark) ermittelt als auch daraus resultierende Handlungsempfehlungen. Eine projektorientierte Umsetzungsanweisung sowie eine Ergebnis- und Fortschrittskontrolle runden den Maßnahmenplan für ein Benchmarking-Modell im Praxiseinsatz ab.

Vergleichbarkeit der Daten

Beim IT-Benchmarking kommt der Vergleichbarkeit eine ganz besondere Rolle zu. Da die jeweiligen IT-Dienstleistungen nicht unternehmensübergreifend standardisiert sind, müssen so genannte IT-Funktionen definiert werden, die in jedem Unternehmen anzutreffen sind und auf diese Weise das Datenmaterial vergleichbar machen. Dafür werden die IT-Kosten in IT-Funktionen und IT-Kostenarten aufgeteilt.

Für die Erstellung von IT-Dienstleistungen sind folgende IT-Kostenarten im Rahmen eines IT-Benchmarkings relevant: Kosten für externe IT-Berater, Hardware, Software, IT-Outsourcing, Daten-Kommunikation etc. Zu den IT-Kosten per IT-Funktionen gehören die IT-Infrastruktur (Mainframe, Server, PC, LAN etc.), Anwendungsentwicklung und Wartung beispielsweise.

Bewertung des Benchmarking

Aus der gesamtwirtschaftlichen Perspektive soll das Benchmarking den Marktmechanismus ersetzen, da dieser oftmals wegen mangelnder Vergleichbarkeit der IT-Dienstleistungen oder einem Kontrahierungszwang nicht existiert. Das bedeutet, das Benchmarking trägt dazu bei, die Preisbildung am Markt zu verbessern. Unter Kontrahierungszwang versteht man die Anweisung innerhalb eines großen Unternehmens, die IT-Leistungen eines bestimmten Anbieters zu nutzen.

In der Regel wird ein großer Teil der Kosten als Gemeinkosten auf die IT-Services durch einen Kostenschlüssel verteilt. Wenn dieser Schlüssel nicht verursachungsgerecht angesetzt wird, führt dies zu einer reduziert aussagefähigen Vergleichbarkeit. Denn die ist nur dann gegeben, wenn die IT-Services genau voneinander abgegrenzt sind.

Effizienz im Rechenzentrum

In einem Online-Test gibt die Optimized-Datacenter-Benchmark Auskunft darüber, wie effizient ein zu betrachtendes Datacenter im Vergleich zu anderen arbeitet. Basis dafür ist eine von der Heise-Tochter Techconsult und dem Medium „IX“ erstellte Studie mit 177 Betreibern von Rechenzentren. Die Studie förderte folgende nicht unbedingt überraschende Ergebnisse zutage: Große Datacenter gelten als besonders leistungsfähig. Allerdings sind sie sehr viel aufwändiger zu verwalten.

Vor allem die in Eigenregie betriebenen Datacenter werden im Vergleich zu Rechenzentren mit Co-Location-Diensten als erfolgreich angesehen. Den größten Erfolg versprechen neue Rechenzentren, die ab 2012 ihren Betrieb aufnahmen. Hier kommen aktuelle Technik sowie erprobte Best Practices zum Einsatz, die sich zudem auf Grund moderner Energieversorgung und Virtualisierung sparsam unterhalten lassen. Trifft man eine Unterscheidung nach Branchen, so schneiden insbesondere Banken und Versicherungen beim Erfolgsindex besser ab.

Eine für die IT-Branche und die -Anwenderunternehmen wichtige Kategorie der Vergleichstests ist der Performance Benchmark. Dazu gibt es einen eigenen Wissensbeitrag: „Kennzahlen für vergleichbare Leistung, Was ist ein Performance Benchmark (wert)?

Was ist ein Performance Benchmark (wert)?

Kennzahlen für vergleichbare Leistung

Was ist ein Performance Benchmark (wert)?

19.07.18 - Beim Kauf eines Systems stehen seine Leistungsmerkmale im Mittelpunkt der Betrachtung. Performance-Benchmarks sollen die Vergleichbarkeit erleichtern. Inwiefern diese Zahlen wirklich eine zuverlässige Messlatte darstellen, ist allerdings dennoch von Fall zu Fall verschieden und manchmal sind die Kennzahlen nur Schmu. lesen

Der Beitrag enthält unter anderem Links zu den wichtigsten Performance-Benchmarks der Branche und erläutert, wie gemogelt wird.

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