Mit Markdown-Notizen und Nextcloud-Support Joplin ist eine Open-Source-Alternative für strukturierte Notizen

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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„Joplin“ ist eine plattformübergreifende Open-Source-Anwendung für Notizen und Aufgabenverwaltung, die lokale Speicherung mit optionaler Cloud-Synchronisation kombiniert. Die Software unterstützt Text, Multimedia, Markdown und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und lässt sich durch Plugins und eigene Skripte erweitern.

Das Tool „Joplin“ lässt sich für Notizen im Unternehmen einsetzen. (Bild:  Thomas Joos)
Das Tool „Joplin“ lässt sich für Notizen im Unternehmen einsetzen.
(Bild: Thomas Joos)

Joplin richtet sich an Einzelpersonen, Teams und Organisationen, die eine datenschutzfreundliche und flexible Lösung für persönliche oder berufliche Dokumentation suchen. Anwender können die vollständige Kontrolle über Inhalte behalten, ohne auf zentrale Plattformen angewiesen zu sein. Das Tool setzt konsequent auf Markdown.

Der Vorteil liegt in der Unabhängigkeit von proprietären Formaten. Jede Notiz lässt sich als reine Textdatei exportieren, editieren, sichern oder in andere Systeme überführen. Dabei bleibt die Formatierung nachvollziehbar, maschinenlesbar und kompatibel mit gängigen Markdown-Editoren. Im Gegensatz zu geschlossenen Notizsystemen verliert Joplin auch bei Migrationen keine Inhalte oder Metadaten.

Plattformübergreifend mit Offline-Schwerpunkt

Die Anwendung läuft unter Windows, MacOS, Linux, Android und IOS, sogar eine Terminal-Version ist verfügbar. Joplin folgt dem Prinzip „Offline first“.

Die Datenbank befindet sich auf dem Endgerät, Synchronisation ist optional. Wer synchronisieren möchte, kann frei wählen: Nextcloud, Dropbox, „Onedrive“ oder die kostenpflichtige „Joplin Cloud“. Entscheidend ist, dass der Zugriff auf Notizen jederzeit möglich bleibt, unabhängig von einer Verbindung zum Internet oder einem funktionierenden Cloud-Anbieter.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als Standardoption

Die App bietet eine durchgängige Verschlüsselung, die Inhalte bereits vor dem Verlassen des Geräts sichert. Damit bleiben die Notizen auch bei Nutzung externer Speicheranbieter wie Dropbox vor unberechtigtem Zugriff geschützt.

Die Schlüsselverwaltung erfolgt lokal. Joplin speichert keine Passwörter auf eigenen Servern. Dieser Aspekt macht die Software auch für Nutzer mit hohen Datenschutzanforderungen interessant.

Web Clipping, Medienunterstützung und Evernote-Import

Über Erweiterungen für Firefox und Chrome lassen sich Web-Seiten und Screenshots direkt als neue Notiz erfassen. Unterstützt werden zudem PDFs, Videos, Fotos oder Audiodateien. Besonders der strukturierte „Evernote“-Import erleichtert die Migration: Inhalte werden inklusive Anhängen und Metadaten übernommen und in Markdown überführt. Nutzer können also ihre bestehende Notizsammlung fast verlustfrei umziehen.

Strukturierung, Suche und Aufgabenverwaltung

Notizen lassen sich in Notizbüchern gliedern, verschlagworten und durchsuchen. Die Volltextsuche ist unabhängig von der Plattform. Zusätzlich lassen sich Aufgaben mit Erinnerungsfunktionen verwalten. Diese Integration von To-Do-Management und Notizarchivierung in einer einzigen Oberfläche vereinfacht Arbeitsabläufe, ohne auf spezialisierte Tools zurückgreifen zu müssen.

Die Architektur der App ist modular. Ein Plugin-System erlaubt individuelle Anpassungen. Die Community entwickelt ständig neue Erweiterungen, von alternativen Editor-Oberflächen bis zu KI-gestützten Zusammenfassungen.

Fortgeschrittene Nutzer können per API eigene Skripte erstellen, Daten einlesen oder externe Systeme anbinden. Diese Offenheit unterscheidet Joplin von vielen kommerziellen Lösungen, die ihre Schnittstellen bewusst einschränken.

Für Anwender, die über die persönliche Nutzung hinausgehen, bietet die Joplin Cloud zusätzliche Funktionen: Teilen von Notizen, gemeinsame Bearbeitung, öffentliche Links. Der Dienst wird separat abgerechnet, integriert sich jedoch nahtlos in die vorhandene App.

Datensouveränität ohne Lizenzpflicht

Joplin steht unter der MIT-Lizenz und bleibt damit dauerhaft frei nutzbar. Der Quellcode ist vollständig öffentlich, die Community aktiv und die Entwicklung transparent. Wer eigene Server nutzt oder auf externe Dienste verzichten möchte, kann die gesamte Infrastruktur lokal betreiben - keine Bindung an Abo-Modelle, kein Vendor-Lock-in.

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