Self Service, Remote-Installation, Automatisierung von Windows und Linux

Open Source für Bare Metal-as-a-Service

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Der Verzicht auf virtuelle Maschinen bedeutet nicht zwangslaufig Auskommen ohne Services. „Metal as a Service“ von Canonical verwaltet einen Pool von Knoten - Hunderte, Tausende.
Der Verzicht auf virtuelle Maschinen bedeutet nicht zwangslaufig Auskommen ohne Services. „Metal as a Service“ von Canonical verwaltet einen Pool von Knoten - Hunderte, Tausende. (Bild: gemeinfrei: Mylene2401 auf Pixabay)

Canonical bietet mit „MAAS“ (Metal-as a-Service) einen Dienst an, mit dem sich Betriebssysteme automatisiert auf Serverhardware installieren lassen. Das ist sinnvoll für Einsatzgebiete, bei denen virtuelle Server.fehl am Platze sind. Autor Thomas Joos zeigt, was der Dienst kann.

Bei Metal-as-a-Service (MAAS) geht es einfach ausgedrückt darum, dass Unternehmen Hunderte und sogar Tausende Server auf Basis echter Hardware im eigenen Rechenzentrum betreiben können. Dazu werden die Server an den MAAS-Dienst von Canonical angebunden.

Über den Dienst kann auf der Hardware im eigenen Netzwerk eine private Cloud auf Basis echter Server erstellt werden. Über diesen Weg lassen sich „Ubuntu“, „CentOS“, „Windows“ und „Red Hat Linux Enterprise“ (RHEL) installieren - mit mehreren Images. Die Verwaltung dieser Hardware-Server entspricht nahezu den gleichen Möglichkeiten, wie beim Betrieb von virtuellen Servern.

Das Beispiel: Ein Server im Netzwerk wird mit Ubuntu betrieben. Auf diesem Server wird die MAAS-Software für das Rechenzentrum installiert. Dieser Server steuert die private Hardware-Cloud im eigenen Rechenzentrum und verfügt über die notwendigen Ressourcen und Images.

Die Verwaltung erfolgt über eine Web-Oberfläche. Mit dem Dienst im lokalen Rechenzentrum lassen sich anschließend alle anderen Hardware-basierten Server im Netzwerk installieren. Der MAAS-Server selbst lässt sich ebenfalls hochverfügbar als Cluster betreiben.

Was bietet MAAS?

Mit MAAS lassen sich also physische Server wie virtuelle Maschinen (Instanzen) in der Cloud behandeln. Für Administratoren bietet sich die Möglichkeit, anstatt jeden Server einzeln verwalten zu müssen, mithilfe von MAAS das Bare Metal in eine elastische, Cloud-Ressource im eigenen Rechenzentrum zu verwandeln.

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Die Einschätzung des Autors

Computer lassen sich so schnell bereitstellen und löschen, genauso wie in der Cloud. MAAS kann als eigenständiger PXE/Preseed-Service fungieren oder mit anderen Technologien zur Bereitstellung im Netzwerk gemeinsam genutzt werden. MAAS ist so konzipiert, dass es mit „Juju“, dem Service- und Modellverwaltungsdienst, zusammenarbeitet. KVM-Gäste können auch als MAAS-Knoten fungieren, solange sie so eingestellt sind, dass sie vom Netzwerk booten (PXE).

MAAS bietet in diesem Bereich die Verwaltung einer großen Anzahl physischer Maschinen. Diese werden zu einem Ressourcenpool zusammengefasst. Die teilnehmenden Computer können automatisch bereitgestellt und verwendet werden, wie bei der Installation ohne MAAS.

Wenn Maschinen nicht mehr benötigt werden, gibt sie der Administrator wieder in den Pool frei. Der Server kann von MAAS neu installiert werden, zum Beispiel mit einem neuen Betriebssystem. MAAS integriert alle Tools in einen reibungslosen Prozess:

  • Web-UI (optimiert für mobile Geräte)
  • Unterstützung von Ubuntu, CentOS, Windows und RHEL
  • Open Source IP-Adressverwaltung (IPAM)
  • volle API/CLI-Unterstützung
  • hohe Verfügbarkeit (optional)
  • IPv6-Unterstützung
  • Komponenteninventar
  • DHCP und DNS für andere Geräte im Netzwerk
  • DHCP-Relais-Integration
  • VLAN- und Fabric-Unterstützung
  • NTP für die gesamte Infrastruktur
  • Hardwareprüfung
  • zusammensetzbare Hardwareunterstützung

Mit Juju und Chef

MAAS arbeitet mit jedem Konfigurationssystem und wird von den Teams hinter „Chef“ und Juju als physisches Provisionierungssystem empfohlen. Die Web-Benutzeroberfläche bietet eine Schnittstelle für die meisten MAAS-Funktionen, während die CLI- und REST-API die Konfiguration und weitreichende Automatisierung erleichtern.

Mit MAAS werden also physische Server mit einer Auswahl von Betriebssystemen installiert und gleichzeitig verwaltet und überwacht. Außerdem lassen sich alle verwendeten IP-Adressen verwalten sowie die eingesetzten Netzwerke und VLANs. Auch Netzwerkrouten lassen sich erstellen und verwalten.

Installieren von MAAS im eigenen Netzwerk
Installieren von MAAS im eigenen Netzwerk (Bild: Thomas Joos)

Dasselbe gilt für Speichergeräte im Netzwerk auf dieser Basis, neben den eingesetzten Servern. Auch eine komplette DNS-Verwaltung mit mehreren Domänen gehört dazu.

Metal-as-a-Service einsetzen

Um MAAS einzusetzen, wird ein Ubuntu-Server im Netzwerk benötigt. Auf diesem kann über die folgenden Befehle die Einrichtung erfolgen:

sudo apt update

sudo apt install maas

sudo maas init

Nach der Einrichtung erfolgt die erste Verbindung zur MAAS-Oberfläche über die URL http://<your.maas.ip>:5240/MAAS. Die Anmeldung erfolgt mit dem Benutzername und dem Kennwort, das bei der Installation angegeben wird. Danach ist MAAS bereits einsatzbereit und es lassen sich zum Beispiel Ubuntu-Server im eigenen Netzwerk verteilen. Als Datenbank setzte MAAS auf PostgreSQL.

So lässt sich die MAAS-Web-Oberfläche im eigenen Rechenzentrum nutzen
So lässt sich die MAAS-Web-Oberfläche im eigenen Rechenzentrum nutzen (Bild: Tkomas Joos/canonical)

Für den Betrieb wird ein DHCP-Server auf dem Ubuntu-Server in Betrieb genommen, der zum Beispiel auch die PXE-Boot-Vorgänge der Computer bedienen kann. Die genauen Vorgänge für die Bedienung ist auf der Webseite von MAAS zu finden. Hier gibt es einen eigenen Bereich „MAAS Documentation“.

Ein Pool aus Knoten

MAAS verwaltet einen Pool von Knoten. Nach der Registrierung („Enlisting“-Zustand) eines neuen Systems, und der Vorbereitung für den Service („Commissioning“-Zustand) tritt das System dem Pool bei und steht zur Verfügung („Ready“-Zustand). MAAS steuert Maschinen über IPMI (oder ein anderes BMC) oder konvergierte Chassis-Controller wie „Cisco UCS“.

Die Nutzer des MAAS ordnen sie dann bei der Inbetriebnahme für den eigenen Gebrauch zu („Acquire“). Ein MAAS-Knoten ist nicht wie eine virtuelle Instanz in einer Cloud. Administratoren erhalten die volle Kontrolle, einschließlich Hardwaretreiber und Root-Zugriff.

Juju wurde für die Arbeit mit MAAS entwickelt. MAAS wird zu einem Backend (Ressourcenpool) für Juju. Entfernt Juju eine Maschine, wird diese an den Pool freigeben.

*Thomas Joos ist freier Autor zahlreicher IT-Bücher und von noch mehr -Artikeln. Auf DataCenter-Insider füllt er seinen eigenen Blog mit Tipps und Tricks für Administratoren: „Toms Admin-Blog“. Derzeit kümmert t er sich insbesondere und Möglichkeiten der Datacenter-Automation.

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