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Fragen an IBM-Kunden zur Private Cloud, Outsourcing und AS/400-Strategie IDC-Befragung zur Zukunft von IBM Power

Redakteur: Ulrike Ostler

Die Zukunft von „IBM Power“ gibt immer wieder Stoff zu Spekulationen und Diskussionen: Kann IBM nicht pünktlich liefern? Springen die Partner-Unternehmen ab? sind Fragen, die ebenso herumgeistern wie Annahmen, es gebe nichts Verlässlicheres. Wie „IBM Power“ heute tatsächlich und in Zukunft von Unternehmen eingesetzt wird, soll nun eine aktuelle Studie von IDC und Comarch aufzeigen.

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Das Modell „Powwer E 950“ gehört in die Kategorie Unternehmensserver. Das Midrange-System ist für Private-Cloud-Implementierung optimiert und bietet eine Kombination aus unternehmensorientierten Funktionen in einem 4-Socket-System auf vier Höheneinheiten.
Das Modell „Powwer E 950“ gehört in die Kategorie Unternehmensserver. Das Midrange-System ist für Private-Cloud-Implementierung optimiert und bietet eine Kombination aus unternehmensorientierten Funktionen in einem 4-Socket-System auf vier Höheneinheiten.
(Bild: IBM)

Am 17. August 2020 hat IBM den „Power-10“-Prozessor vorgestellt, der einige neue Technologien enthält, durch die Unternehmen bei Workloads mit hohem Rechen-, Speicher- und Bandbreitenaufwand unterstützt werden sollen. Um das Potenzial nutzen zu können, benötigen die Kunden entsprechende Software.

Diese muss eine softwaredefinierte Infrastruktur und eine hybride, dem Multicloud-Gedanken entsprechende Architektur und Sicherheit bieten. IT-Administratoren sollten in der Lage sein, mehrere Systeme über eine einzige Schnittstelle zu verwalten. Im Sommer 2020 wurden mehr als 200 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt, welche der IBM-Power- Plattform – „IBM i“ oder „IBM AS/400“ – sie nutzen. Im Rahmen der Studie von IDC und Comarch sind sie auch auf einzelne Elemente der neuen IBM-Strategie angesprochen worden. Die Leiter von IT-Abteilungen und andere IT-Entscheider haben dem unabhängigen Forschungsunternehmen detailliert Auskunft über ihr Nutzungsverhalten gegeben.

Fast so viele Anwenderunternehmen, wie ERP-Systeme auf der IBM-Plattorm laufen haben, bringen auf ihren IBM Power-Systemen auch Test- und Entwicklungsumgebungen unter.
Fast so viele Anwenderunternehmen, wie ERP-Systeme auf der IBM-Plattorm laufen haben, bringen auf ihren IBM Power-Systemen auch Test- und Entwicklungsumgebungen unter.
(Bild: Comarch/ IDC)

Die häufigsten Anwendungen auf IBM Power

Die Umfrage zeigt, dass die IBM Power-Plattform für die wichtigen Geschäftsanwendungen wie ERP (47,5 Prozent), Datenbanken und Analysen (31,2 Prozent) oder andere geschäftskritische Systeme wie Buchhaltungsanwendungen oder Human-Ressource-Anwendungen (insgesamt 46 Prozent) verwendet wird. Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) bringt auf dieser Plattform auch Test- und Entwicklungsumgebungen für diese Workloads unter.

Nutzung von Servicemodellen für IBM Power

Die Studie gibt auch Aufschluss über die Einstellung der Unternehmen zum Service-Modell. 80,2 Prozent der befragten Unternehmen geben an, einen Teil ihrer IBM Power-Workloads in die Cloud oder einen zu externen Service-Anbieter migriert zu haben. Von den verbleibenden 19,8 Prozent, die noch nichts migriert haben, hat die überwiegende Mehrheit (82,5 Prozent) Pläne, dies in naher Zukunft zu tun. Die anderen Unternehmen möchten mehr über die Möglichkeiten erfahren, IBM Power Workloads in die Cloud zu migrieren.

80,2 Prozent der befragten Unternehmen geben an, einen Teil ihrer IBM-Power-Workloads in die Cloud oder einen zu externen Service-Anbieter migriert zu haben. Der Trend setzt sich fort.
80,2 Prozent der befragten Unternehmen geben an, einen Teil ihrer IBM-Power-Workloads in die Cloud oder einen zu externen Service-Anbieter migriert zu haben. Der Trend setzt sich fort.
(Bild: Comarch/IDC)

Die Frage, die an dieser Stelle offen bleibt, lautet: Bleibt es dann bei der Nutzung von IBM Power?

Outsourcing für IBM-Power-Anwender

20,3 Prozent der befragten Unternehmen haben Verträge über vollständiges Outsourcing; zusätzlich haben 32,2 Prozent Outsourcing-Verträge, die von ihren eigenen Administratoren unterstützt werden. Insgesamt arbeiten also mehr als die Hälfte der Unternehmen auf der Grundlage eines Outsourcing-Vertrags mit einem externen Anbieter zusammen. 47 davon davon gehören zu Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern.

20,3 Prozent der befragten Unternehmen haben Verträge über vollständiges Outsourcing; zusätzlich haben 32,2 Prozent Outsourcing-Verträge, die von ihren eigenen Administratoren unterstützt werden.
20,3 Prozent der befragten Unternehmen haben Verträge über vollständiges Outsourcing; zusätzlich haben 32,2 Prozent Outsourcing-Verträge, die von ihren eigenen Administratoren unterstützt werden.
(Bild: Comarch/IDC)

Warum Outsourcing so weit verbreitet ist

IDC erklärt den hohen Anteil an Outsourcing-Aktivitäten so: Der Kunde müsse nicht mehr in die Modernisierung der Hardware investieren, keine Software-Lizenzen mehr bezahlen oder Spezialisten für eine bestimmte Plattform suchen, die womöglich schwer zu finden seien. Neben den hier angenommenen, nicht belegten Vorteilen der Public Cloud – Verfügbarkeit, Flexibilität der Ressourcenbereitstellung und die Möglichkeit, Kosten zu senken – erhalte der Kunde aber auch individuell zugeschnittene Lösungen, wenn auch nicht in dem Maße, wie es Hyperscaler gewöhnlich bieten könnten, so eine weitere Hypothese. Eine bestimmte Infrastruktur werde in einem Eins-zu-Eins-Modell nur diesem Kunden und genau nach dessen Bedürfnissen zur Verfügung gestellt.

Nach eigenen Angaben biete ein Full-Stack-Service-Anbieter wie Comarch solchen Unternehmen ein breites Portfolio. Das umfasst neben IT-Outsourcing auch Managed-Datacenter und IBM-Power-Services sowie Plattformangebote wie „Comarch Powercloud“, basierend auf IBM-Power-Servern, sowie Openstack/x86, basierend auf „Infraspace-Cloud“. IBM Power-Services werden dabei in zwei Varianten angeboten, sowohl als vollständig virtualisierte Comarch-Powercloud-Plattform als auch in Form einer dedizierten IBM-Power-Server-Infrastruktur.

Link:Mehr über den Einsatz von IBM Power bei 200 deutschsprachigen Unternehmen erfahren Interessenten in der IDC-Studie „Die Zukunft von IBM Power – Ein Plädoyer für die Private Cloud“.

(ID:46992506)