Server-Leistung on demand

Hosted Server statt eigenes Rechenzentrum, ein Vergleich

| Autor / Redakteur: Frank-Michael Schlede, Thomas Bär / Andreas Donner

Hosted-Server-Lösungen bzw. IaaS-Angebote sind gerade für kleine und mittlere Unternehmen oft ein echter Gewinn in Sachen Effizienz und Kosten.
Hosted-Server-Lösungen bzw. IaaS-Angebote sind gerade für kleine und mittlere Unternehmen oft ein echter Gewinn in Sachen Effizienz und Kosten. (Bild: jijomathai - Fotolia.com)

Selber einrichten oder doch anmieten. Virtualisierte Rechenzentren erlauben den schnellen Aufbau von Infrastruktur, auch ohne dass sich der Administrator für seine Firma dafür gleich in Unkosten stürzen müsste. Doch was gibt es für welchen Preis? Die Angebote von Kamp Netzwerkdienste sowie 1&1 im Vergleich.

Die Einrichtung eines eigenen Rechenzentrums ist eine überaus spannende und gleichzeitig komplexe Sache. Neben den typischen 19“-Serversystemen in Pizzaschachtel-Design gilt es, eine leistungsfähige Netzwerkverkabelung sowie Storage-Systeme vorzuhalten und die Geräte miteinander zu verknüpfen.

Üblicherweise kommt auf den „Blechen“ heutzutage ein Hypervisor zum Einsatz. Nur so haben Administratoren die Möglichkeit flexibel auf Veränderungen und Leistungsanforderungen zu reagieren. Doch insbesondere bei Serversystemen, die direkt über das Internet erreichbar sein sollen, stellt sich die Frage, warum der IT-Profi diese überhaupt noch im eigenen Rechenzentrum betreiben und nicht gleich bei einem Hoster anmieten sollte.

Was einst als „Buchung“ für einen einzelnen Server begann, ist heutzutage schon deutlich komfortabler: CPU- und RAM-Größe definieren, Betriebssystem auswählen, Plattenkapazität eintragen und einschalten – innerhalb von wenigen Minuten ist das As-a-Service-Server-System verwendbar. Die Verbindungen zwischen den virtuellen Maschinen im angemieteten Serverraum stellt der Administrator so her, als wären die Rechner im eigenen Netzwerk. Die Firewall, die den Zugriff auf das Internet reguliert, ist konfigurierbar. Verbindungen in das eigene Netzwerk können IT-Profis über VPN-Verfahren realisieren.

Der Markt für anmietbare Server-Systeme über das Internet wächst, immer mehr Anbieter bieten derlei Systeme an. Exemplarisch betrachten wir zwei in Deutschland ansässige Firmen: den Netzwerkdienstleister Kamp aus Oberhausen und den wohl bekanntesten deutschen Provider: 1&1.

Dynamic Hardware Pool (DHP) von Kamp

Das Angebot der Kamp Netzwerktechnik GmbH „Dynamic Hardware Pool“ ist seit rund einem Jahr am Markt und basiert auf der eigenen „Virtual-Core“-Plattform, die wiederum auf dem freien nach GPL-2 lizenzierten „QEMU“ aufsetzt. Die Basisversion von DHP bietet dem Kunden zwölf virtuelle CPU-Kerne mit insgesamt 24 Gigabyte RAM und 500 Gigabyte Festplattenplatz.

Diese Leistungsmerkmale kann der Administrator auf verschiedene virtuelle Server verteilen. Untereinander kommunizieren die Serversysteme über ein 100 MBit-Netzwerk. Um Details muss sich der IT-Profi zunächst einmal nicht kümmern, da die Internet-Anbindung und das DNS-Setting vollautomatisch geschehen.

Neben Microsoft Windows in den Ausprägungen 2008R2 und 2012R2 stehen diverse Linux-Distributionen von „CentOS“, „Debian“, „Fedora“, „Ubuntu“ 12.04 LTS und 14.04 LTS zur Auswahl. Diverse vorinstallierte Server-Appliance-Templates, mehr als 100 an der Zahl, erleichtern den Einstieg und bieten in den „Turnkey“-Varianten Server für Datenbanksysteme und Web-Entwicklung bis hin zu File- und Samba-Diensten.

Hinsichtlich der Vertragsbedingungen gibt es zwei Besonderheiten für den Kunden: Die Microsoft Betriebssystemlizenzen sind in den monatlichen Mietkosten bereits inkludiert und es gibt keine Mindestvertragslaufzeit. Rechnerisch beginnt die Preisgestaltung bei rund 4 Euro pro Tag.

DHP-Bedienung

Die komplette Bedienung von DHP geschieht, wie war es anders zu erwarten, über den Webbrowser. Nach der Anmeldung findet sich der Administrator in einer wohl sortierten Oberfläche auf HTML5-Basis. Zur Anlage einer virtuellen Maschine klickt der Benutzer im „virtuellen Rack“ auf ein kleines Plus-Symbol.

Daraufhin erscheint das Dialogfenster zur Auswahl des OS oder der vorgefertigten Appliance. Die Anzahl virtueller CPUs sowie die Größe des virtuellen Festplattenspeicher und des zuzuweisenden RAMs auswählen und nach wenigen Augenblicken kann der Admin die Maschine starten.

DHP installiert die Betriebssysteme nicht in die VM, sondern aktiviert diese aus einem Image – das geht recht flott. Eine Folge dieser Vorgehensweise ist, zumindest bei Microsoft Windows, dass alle virtuellen Maschinen stets mit einer festen 50 GByte-Partition starten. Soll der zur Verfügung stehende Festplattenspeicher jedoch größer ausfallen, so legt der Benutzer im Register „Festplatten“ eine weitere Festplatte an. Hierzu muss DHP jedoch die virtuelle Maschine anhalten.

Für den Fernzugriff nutzt der Administrator zunächst den in die Webseite integrierten VNC-Aufruf. Später kann, nach Konfiguration von Betriebssystem und der KAMP-DHP-Firewall, ein Zugriff auch per SSH oder RDP erfolgen. Der Aufbau einer Windows-Domäne „in der Cloud“ mit SharePoint Server 2013 als Applikationsserver funktionierte in einem Test ohne Probleme.

Zwischenfazit Kamp DHP

DHP ist eine sehr praktische und schnelle Lösung. Alle wichtigen Funktionen, beispielsweise Recovery Points als Variante von „Snapshots“, Cloning, Upload von ISO-Datenträgern oder Export in das VMDK-Format sind vorhanden. Das Hochladen und installieren eigener ISO-Images von Betriebssystemen sieht der Hersteller nicht vor.

Inhalt des Artikels:

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