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Was ist ein Snapshot?

| Autor / Redakteur: Otto Geißler / Ulrike Ostler

Mit einem Snapshot kann im Falle eines Absturzes, Virenbefalls oder einer fehlerhaften Konfiguration das System wieder hergestellt werden.
Mit einem Snapshot kann im Falle eines Absturzes, Virenbefalls oder einer fehlerhaften Konfiguration das System wieder hergestellt werden. (Bild: © djama - stock.adob.com)

Ein Snapshot ist ein virtuelles Abbild einer Festplatte oder eines Systems, was zu bestimmten Zeitpunkten („Momentaufnahme“) als Backup ausgeführt wird. Es besteht aus Referenz-Markierungen oder Pointern, die sich auf Daten eines Datenträgers beziehen.

Das wichtigste Kriterium eines Snapshot ist der Zeitpunkt der Auslösung. Daher werden Snapshots in vielen technischen Anwendungen zum Festhalten beziehungsweise zur Dokumentation eines bestimmten Zustands zu einer bestimmten Zeit verwendet.

Das heißt: Es wird ein virtuelles Abbild etwa eines Datenträgers (Storage Snapshot)erstellt. Änderungen der Daten nach dem Snapshot bleiben jedoch unberücksichtigt. Über einen speziell angelegten Pfad können die User oder auch Anwendungen auf die Snapshot-Dateien zugreifen.

Für einen Snapshot müssen die Daten „stillstehen“. Dazu muss sich die Datenbank in einem Backup-Modus befinden. Wird dies unterlassen, so dürften zwar die meisten Backups beziehungswiese die meisten Restores funktionieren, allerdings kann es vorkommen, dass eine Datenbank einen Restore erhält, der nicht wieder herzustellen ist.

Abgrenzung zur Datenkopie

Der Unterschied von Snapshots und Datenkopien liegt darin, dass Snapshots virtueller und die Datenkopien physischer Natur sind. Demnach ist ein Snapshot immer eine virtuelle Kopie, also ein Foto beziehungsweise eine Momentaufnahme der Daten. Hingegen handelt es sich bei einer Datenkopie um eine physische Kopie der Daten.

Datenkopien werden auch Business Continuance Volume (BCV) oder Split Mirror genannt, da sie zunächst gespiegelt und dann für die Kopie gesplittet werden. Aus diesem Grunde erfordern Snapshots und Kopien auch unterschiedlich viel Speichervolumen. Im Vergleich zu Snapshots steigen die Anforderungen an den Speicher schnell um das Doppelte, wenn eine Datenkopie angelegt werden soll.

Zwei Varianten eines Storage-Snapshots

Es wird zwischen zwei Haupttypen von Snapshots unterschieden: Copy-on-Write (Low-Capacity-Snapshot) und Redirect-on-Write. Für beiden Typen stehen Tools zur Verfügung, mit denen jeweils einer der beiden Typen automatisch erzeugt werden kann. Während das Verfahren Copy-on-Write ein eigenes Laufwerk für die History-Daten der Snapshots erfordert, kann bei Redirect-on-Write das gleiche Laufwerk für die History-Daten genutzt werden.

Beim Copy-on-Write-Snapshot erzeugt ein Tool immer dann einen Snapshot, wenn Datenänderungen vorliegen oder neue Daten hinzukommen. Dadurch lassen sich Daten im Falle von Plattenfehlern beim Schreiben, korrupten Dateien oder Software-Versagen schnell wieder herstellen. Für eine vollständige Archivierung müssen natürlich alle vorhergehenden Snapshots aufbewahrt werden.

Copy-on-Write-Snapshots erzeugen stabile virtuelle Kopien von Laufwerken. Sollen Daten über Wochen oder Monate aufbewahrt werden, dann empfiehlt sich eher der Einsatz eines Redirect-on-Write-Snapshots.

Snapshot bei Virtuellen Maschinen (VM)

Snapshots dienen ebenfalls zur Sicherung eines Zustandes auf einer Virtuellen Maschine. Auf diese Weise kann eine Virtuelle Maschine jederzeit auf einen bestimmten Snapshot zurückgesetzt werden. Das ist zum Beispiel recht praktisch, wenn man Server patchen will und der Vorgang reversibel sein soll.

So ermöglichen es Snapshots, spezifische Einstellungen oder Installationen zu testen, ohne mit irreparablen oder nur schwer rückgängig zu machenden Schritten rechnen zu müssen. Des Weiteren wird bei einem Snapshot nicht nur der Datenbestand, sondern auch die Hardware-Konfiguration gesichert. In Microsoft-Schulungen wird der Snapshot-Button bisweilen auch als „Drück-mich-bevor-du-was-Blödes-machst“-Button bezeichnet.

Verwalten von Snapshots bei Virtuellen Maschinen (VM)

Snapshots lassen sich entweder direkt auf der „ESX Service Console“ mithilfe des Kommandozeilen-Tools vmware-cmd oder über den „Snapshot-Manager“ im „VMware Infrastructure Client“ (VI-Client) erstellen. Snapshots werden mit dem VI-Client verwaltet, indem sich der User direkt mit einem ESX-Server oder mit dem „vCenter“ verbindet.

Bei einer Löschung aller Snapshots einer Virtuellen Maschine werden alle vorher erzeugten Delta-Dateien wieder in die ursprüngliche VMDK-Datei der VM integriert und dann ebenfalls gelöscht. Möchte der User nur einen Snapshot löschen, so wird genau dieser eine Snapshot mit dem früher erstellten Snapshot wieder zusammengeführt.

Soll zu einem Snapshot zurückgekehrt werden, verwirft das System die aktuellen Speicherstände der Festplatte und des Arbeitsspeichers und die Virtuelle Maschine wird auf den wieder herzustellenden Stand gebracht. Aus dem Snapshot, den man wieder herstellt, entsteht dann der neue Stamm-Snapshot.

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