Susecon 2019

Bei Suse steht Wachstum durch Neues und Bewährtes, organisch und durch Akquisen an

| Autor: Ulrike Ostler

Application Deleivery ist einer der Theman, die Suse auf die Agenda der Konferenz „Susecon“ gesetzt hat. So sieht das Bild aus Techniken dafür aus.
Application Deleivery ist einer der Theman, die Suse auf die Agenda der Konferenz „Susecon“ gesetzt hat. So sieht das Bild aus Techniken dafür aus. (Bild: Suse)

Derzeit findet mit über 1.000 Teilnehmern in Nashville, Tennessee, die diesjährige Suse-Konferenz „Susecon“ statt. Es ist die erste, seit das Unternehmen wieder als eigenständiges agiert. Da Suse derzeit rund 15 Prozent Wachstum ausweist, dürfen die Anwesenden Neues im Produktportfolio erwarten, mit dem sich der Erfolg für Kunden, Partner und Communitiy fortsetzen lässt: Multicloud, Hybrid Cloud, Kubernetes, Serverless, KI sowie die Applikationsbereitstellung stehen auf der Agenda.

Von der Ege zur Multi-Cloud - das schreibt sich auch Suse auf die Fahnen. Derzeit sehen Techniken zur Bereitstellung von Anwendungen mehr denn je im Fokus. Sie sollen den Kunden in Best-of-Breed-Manier helfen, ihre digitalen Infrastrukturen auf ihre eigene Weise und so schnell wie nötig für diese Bandbreite an Laufzeitumgebungen zu transformieren.

Thomas Di Giacomo, Suse President of Engineering, Product and Innovation, formuliert das wie folgt: „Da unsere Kunden einen wachsenden Bedarf an Anwendungen haben, die den entscheidenden Vorsprung gegenüber dem zentralen Rechenzentrum in der Cloud darstellen, muss Suse in der Lage sein, diese Modelle ohne technische Grenzen zu implementieren und zu verwalten.“

Doch wem die IT noch nicht komplex genug sind, kommen neue Anforderungen hinzu: Serverless, bedeutet im Wesentlichen noch mehr Abstraktion von den darunterliegenden Plattformen, distributed Cloud (Edge-Computing) bedeutet mehr Autonomie. Doch zugleich zeichnet sich am Horizont ab, dass sich für spezifische Anforderungen nicht nur dedizierte Hardware als Ganzes, sondern auch einzelne Komponenten adressieren lassen müssen, etwa gezielt für das In-Memory-Computing einzelne Speicherpools, oder für Machine Learning eine Kombination aus GPUs und anderen Akzeleratoren.

Neben umfangreichen und komplexen Anwendungen wie die von SAP, die etwa auf „Suse Enterprise Linux“ (SLES) laufen, muss Infrastruktur-Software auch die zunehmende Fragmentierung bedienen, etwa durch Microservices und Containerisierung. Schon spricht man von Unikernels und Minimalausführungen von Virtuellen Maschinen wie „Firecracker“ von AWS und „Free Tier" (ft1) von Google, die in die containerisierte Welt einbrechen. Auch Di Giacomo sagt: „Wie beobachten Interesse aufflammen.“

Letztlich können sich die Suse-Manager immer wieder auf ihre Community zurückziehen, nach dem Motto: "Was sie Kunden und Partner wollen, das wollen auch wir." Di Giacomo sagt: „Suse liefert seit mehr als 25 Jahren sehr erfolgreich Linux in Enterprise-Qualität, und es ist nur natürlich, dass wir expandiert sind, um die gesamte Bandbreite der Kundenanforderungen sowohl an die softwaredefinierte Infrastruktur als auch an die Anwendungsbereitstellung abzudecken und Unternehmen in die Lage zu versetzen, ihre eigene digitale Transformation zu innovieren und durchzuführen, wann, wo und wie sie sie benötigen, während sie die Anforderungen ihrer eigenen Kunden unterstützen.“

Suse arbeite mit Partnern und Communities zusammen, um Cloud- und Anwendungsbereitstellungslösungen bereitzustellen und zu unterstützen, die es Kunden ermöglichen, Anwendungen und Workloads überall - vor Ort, in Hybrid- und Multi-Cloud-Systemen - über Open-Source-Container-First-Technologien zu erstellen, bereitzustellen und zu verwalten.

Suse Cloud-Anwendungsplattform1.4

„Suse Cloud Application Platform 1.4“ wird diesen Monat verfügbar sein, und die erste Software-Distribution, die über das Projekt „Eirini“ eine Cloud Foundry Application Runtime in einer vollständig Kubernetes-nativen Architektur einführt. In den Worten von Di Giacomo: „Stratus Everrun“ ist ein Cloud-Foundy-Upstream. Und nun wird das Kubernetes-Monitoring Teil von Stratus. Zugleich lässt sich diese Funktion auch jenseits von Cloud Fondry nutzen.“

Suse-Software soll dazu in der Lage sein, die technische Lücke zwischen Cloud Foundry und Kubernetes zu füllen.
Suse-Software soll dazu in der Lage sein, die technische Lücke zwischen Cloud Foundry und Kubernetes zu füllen. (Bild: Suse)

Mit dem neuen Release werden somit auch die Möglichkeiten für den Einsatz der Plattform in Multi-Cloud-Umgebungen erweitert:

  • Eirini ermöglicht es den Anwendern, den weit verbreiteten Kubernetes-Container-Scheduler besser zu nutzen und die Integration von Kubernetes und Cloud Foundry zu vertiefen. Es ermöglicht den Kunden auch, entweder Kubernetes oder „Cloud Foundry Diego“ als Container-Scheduler zu verwenden. Unabhängig davon, was verwendet wird, ist die Entwicklererfahrung die gleiche.
  • Zugleich erhöhe sich die Multi-Cloud-Flexibilität mit der Unterstützung für „Google Kubernetes Engine“ (GKE), dem von Google verwalteten Kubernetes-Service. Die erweiterte Unterstützung für Multi-Cloud-Umgebungen weitet zugleich die Möglichkeiten der Kunden aus, die Plattform in Public Clouds (Amazon EKS, Azure AKS oder GKE), on premise mit „Suse CaaS Platform“ oder als Multi-Cloud-Kombination zu nutzen.

Eine der Möglichkeiten, eine Brücke zwischen Cloud Foundry und Kubernetes zu bauen, liegt in der Unterstützung des „Diego Container Scheduler“ von Cloud Foundry.
Eine der Möglichkeiten, eine Brücke zwischen Cloud Foundry und Kubernetes zu bauen, liegt in der Unterstützung des „Diego Container Scheduler“ von Cloud Foundry. (Bild: Suse)

Andrej Jurkewitsch, Präsident und CTO von Altoros, einem der Suse-Partner sagt:, „Als Systemintegrator, der Global 2000-Unternehmen dabei unterstützt, einen nachhaltigen technologiegetriebenen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, sind wir wirklich begeistert von der Arbeit, die Suse geleistet hat.“ Suse schaffe es, die Möglichkeiten, die Cloud Foundry Entwicklern biete, mit der Einfachheit von Kubernetes für die Betreiber zu integrieren. „Wir haben ein wachsendes Interesse unserer Kunden an der gemeinsamen Nutzung beider Technologien festgestellt. Mit der Integration des Projekts Eirini hat Suse die Integration weiter optimiert und es unseren Kubernetes-Kunden ermöglicht, Cloud Foundry schneller einzuführen".

Suse als Kubernetes zertifizierter Dienstleister

Frei nach der Devise „was ist Vertrauen wert, wenn dieses Vertrauen nicht bewiesen wird", kann Suse nun als „Kubernetes Certified Service Provider“ (KCSP) auftreten. Das Programm ist eine vorqualifizierte Stufe von geprüften Service-Anbietern, die über umfangreiche Erfahrung verfügen und Unternehmen dabei unterstützen, Kubernetes erfolgreich einzusetzen. Mitarbeiter sind also Kubernetes-geschult. Support und Service adressieren Unternehmen, die die „Suse Cloud Application Platform“ und „Suse CaaS Platform“ nutzen.

Suse OpenStack Cloud 9

Das jüngste Release, Nummer 9, der „OpenStack Cloud-Plattform“ von Suse wird ebenfalls noch im April verfügbar sein. Es ist das erste, das das OpenStack-Angebot von Suse und von „HPE OpenStack“ über bisherige Integrationen, und zwar in einer Version vereint. Basierend auf „OpenStack Rocky“ unterstützt Suse OpenStack Cloud 9 Kunden bei:

  • Verbesserungen in der Flexibilität: Cloud-Vorgänge werden durch die Bereitstellung mittels „Cloud Lifecycle Manager“ vereinfacht.
  • Der Übergang von HPE Helion OpenStack zu Suse OpenStack Cloud soll „nahtlos“ funktionieren. Es soll eine „ausgereifte, stabile und robuste sowie produktionsreife“ Private Cloud entstehen.
  • Der Übergang traditioneller Workloads zu noch einfacher werden; denn das Release 9 unterstützt noch stärker als bisher „OpenStack Ironic“. Damit bietet sich die Möglichkeit, Bare-Metal-Server an spezifische Workload-Leistungen und Anwendungsfallanforderungen anzupassen.

Raju Penumatcha, Senior Vice President und Chief Product Officer bei Supermicro, Äußert sich positiv: „Supermicro arbeitet seit über zwei Jahren mit Suse zusammen und war eng an der Erprobung dieser neuesten Version der Suse OpenStack Cloud beteiligt. Die Expertise und Geschichte von Suse in OpenStack ist unbestreitbar und bietet in Kombination mit dem Hardwareportfolio von Supermicro die ideale Lösung für Innovationen und trägt nicht nur zur Kostensenkung bei.“

SAP HANA auf Microsoft Azure

Zum Enterprise-Geschäft von Suse gehört seit Beginn die Unterstützung von „SAP HANA“. Nun sind die ersten Enterprise Linux Images für „SAP HANA Large Instances“ auf „Microsoft Azure“ verfügbar. Der Vorteil für die Kunden sollen konsistente Build- und Verwaltungsfunktionen auf Azure sein.

Daniel Nelson, Vice President of Products and Solutions bei Suse, äußert sich dazu wie folgt: „Dies ist eine kundenorientierte Lösung, die gemeinsam mit Microsoft entwickelt wurde, um Hochverfügbarkeit und Speichersicherheit für SAP HANA Large Instances zu bieten, die Kunden benötigen. Wir liefern eine von SAP zertifizierte Plattform für Azure, die vorab konfiguriert und in der Lage ist, die Produktivität der Kunden zu steigern.

SAP HANA Large Instances on Azure sind speziell entwickelte Hardwarekonfigurationen für SAP HANA-Workloads, die Speichergrößen größer als 0,5 Terabyte erfordern. SAP HANA-Umgebungen von bis zu 60 Terabytem mittels SLES bieten können. KY Srinivasan, General Manager, OSS bei Microsoft Corp.:„Unsere gemeinsamen Kunden verwenden Suse Linux Enterprise Server für SAP-Anwendungen als zugrunde liegendes Betriebssystem, um eine zuverlässige Plattform zu bekommen, die auf Azure Large Instances validiert ist.“ Die Entwicklung stelle eine Innovation dar, die die bereits langjährige Beziehung kennzeichne.

Die Positionierung von Suse

„So spannend das Wachstum und die Innovationskraft von Suse in den letzten Jahren auch war, wir haben gerade erst begonnen“, sagt Nils Brauckmann, CEO von Suse während der Konferenzeröffnung. Die Geschäftsdynamik zeige sich in dem jüngsten Wachstum und der damit verbundenen Expansion.

Im Interview ergänzt er: „Seit ich dabei bin, sind wir jedes Mal gestärkt aus einer Akquisition hervorgegangen - das war nach dem Aufkauf durch

Nils Brauckmann, Suse-CEO, spricht darüber, wie das Unternehmen nun aufgestellt ist.
Nils Brauckmann, Suse-CEO, spricht darüber, wie das Unternehmen nun aufgestellt ist. (Bild: Ulrike Ostler/Vogel IT-Medien GmbH)

Attachmate so und danach durch Micro Focus.“ Jetzt sind wir zwar eigenständig, doch natürlich gibt es einen Besitzer: Der Investor hatte im Juni des vergangenen Jahres Suse übernommen. Dieser könne, so Brauckmann, sowohl mit seinen finanziellen Mitteln als auch mit nachweislicher Expertise das Wachstum stärken. Das soll nicht nur organisch sein, sondern auch durch strategische Zukäufe.

Im Geschäftsjahr 2018 sei der Umsatz um rund 15 Prozent gestiegen, und das Unternehmen stehe kurz davor, erstmals die Umsatzmarke von 400 Millionen Dollar zu überschreiten, so Brauckmann. Alle Regionen der Welt hätten im vergangenen Jahr ein starkes Umsatzwachstum verzeichnen können, doch das stärkste in der Region Asien/Pazifik.

Wachstum und Wurzeln

15.000 Kunden zähle Suse; das Unternehmen ist in 34 Ländern präsent. Somit muss auch die Zahl der Mitarbeiter steigen. Tatsächlich hat Suse in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 300 neue Mitarbeiter eingestellt. Am meisten davon profitiert habe der Bereich Technik, gefolgt vom Vertrieb und dem Service. Insgesamt beschäftigt Suse nun 1750 Mitarbeiter in 75 verschiedenen Nationalitäten.

Offenbar kommt die Strategie auch bei Analysten gut an. So sagt Jay Lyman, Chefanalyst von 451 Research: „Die Unabhängigkeit von Suse sollte es dem Unternehmen ermöglichen, seine Stärke auf dem Betriebssystem-Markt (wo Linux eine führende Option ist) zu erhalten und gleichzeitig dynamisch in zusätzliche, aufstrebende Märkte wie Cloud Native und DevOps zu investieren. Während Suse von den Investitionen seiner früheren Muttergesellschaften profitierte, ist es nun besser positioniert, um über die bisherigen Erfolge und Märkte hinauszugehen und neue Chancen zu nutzen.“

Insbesondere im Open-Source-Umfeld ist es wichtig, dass ein Unternehmen seine Identität behält und nicht dem Wachstum opfert. Doch wie Brauckmann betont, wolle Suse mit seinen Kunden wachsen - als offene Open Source Company. So steigerten die Kunden weiterhin die Nachfrage nach Cloud- und Rechenzentrumsangeboten, was den Bedarf an Hybrid- und Multi-Cloud-Techniken aber auch an Application Delivery, Containerisierung und Micro-Services antreibe. Der offene Suse-Ansatz ermögliche die digitale Transformation - und zwar zu den Bedingungen der Kunden. Das gehöre quasi zur DNA von Suse, genauso wie das Vertrauen in die, der Respekt vor der Community sowie die zugehörige Unterstützung.

Mit dem Susecon-Thema „My kind of open“ will das Unternehmen diese Offenheit in den softwaredefinierten Infrastruktur- und Anwendungsbereitstellungslösungen beweisen. Diese sollen flexibel genug sind, um überall - von der Edge bis zur Cloud, eingesetzt werden zu können und die digitale Transformation und das Geschäftswachstum der Kunden zu fördern.

Unterstützung neuer Hardware

„Letztlich tun wir nichts, was unsere Kunden nicht wollen“; so Brauckmann. Dazu gehört offenbar die Unterstützung neuer Hardware. Auf der Konferenz stellt Suse die Unterstützung für „Intel Xeon Scalable“-Prozessoren der 2. Generation vor, früher „Cascade Lake“, nachdem Anfang des Jahres das erste für „Intel Optane DC“ optimierte Enterprise Linux mit persistentem Speicher vorgestellt wurde. Außerdem kündigt Suse Unterstützung für GPUs von Nvidia an.

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