Jedem Workload die passende Infrastruktur

Was ist eine Hybrid Cloud?

| Redakteur: Ulrike Ostler

Hybrid-Clouds bestehen aus unternehmenseignen Infrastrukturen - im eigenen Rechenzentrum oder etwa beim Co-Locator und fremden.
Hybrid-Clouds bestehen aus unternehmenseignen Infrastrukturen - im eigenen Rechenzentrum oder etwa beim Co-Locator und fremden. (Bild: © djama - stock.adob.com)

Private Cloud, Public Cloud, Managed Hosting oder doch lieber eine unabhängige und interne IT-Lösung? Insbesondere Unternehmensanwender haben sich in der Vergangenheit mit einer eindeutigen Festlegung oft schwergetan. „Hybrid Cloud“-Angebote erleichtern die Entscheidungsfindung, indem die jeweils am besten geeigneten Ressourcen und Technologien zu einer kundenspezifisch passgenauen IT-Infrastruktur kombiniert werden.

Hybride Cloud-Lösungen dienen vor allem dem Zweck, die eigenen IT-Ressourcen flexibel, zeitnah und bedarfsgerecht allen Eventualitäten anzupassen. Typische Anwendungsbeispiele sind kurzfristige Lastüberläufe mit hohem Datenaufkommen, die ansonsten notwendige IT-Investitionen kaum rechtfertigen.

Die Einsatzmöglichkeiten reichen von saisonbedingten und sprunghaften Lastwechseln im B2B- oder B2C-Geschäft über wissenschaftliche Nutzungen bis hin zur Prototypenentwicklung im Rahmen von Industrie-4.0-Prozessen. Hybrid-Cloud-Lösungen ermöglichen die sofortige und beliebig skalierbare Bereitstellung aller benötigten Ressourcen, ohne dass unternehmenskritische Informationen auf externe Systeme ausgelagert werden müssen.

Volle Leistungsfähigkeit erfordert sorgfältige Vorbereitung

Hybrid-Cloud-Lösungen erfordern in jedem Fall umfangreiche planerische Vorarbeit. Die volle Leistungsfähigkeit einer Hybrid Cloud setzt die nahtlose Verknüpfung aller Komponenten voraus; dementsprechend müssen die individuellen Kundenanforderungen und bereits vorhandene IT-Strukturen ebenso berücksichtigt werden wie das Vorhandensein geeigneter Soft- und Hardwareschnittstellen.

Die meisten nationalen und internationalen Cloud-Dienstleister haben hybride Cloud-Lösungen inzwischen in ihr Portfolio aufgenommen. Neben etablierten Marken positionieren sich dabei auch zahlreiche Newcomer und Brokerage-Services. Letztere besitzen keine eigenen Ressourcen und agieren lediglich als Vermittler zwischen Anwender und Cloud-Betreiber. Die Entscheidung für den jeweils am besten geeigneten Serviceprovider hängt dabei von zahlreichen Kriterien ab, die über eine technisch einwandfreie Funktionalität weit hinausgehen.

Standortspezifische Zuordnung einzelner Workloads

In wachsendem Maße gewinnt vor allem der physische Standort einer Cloud-Ressource an Bedeutung. Ob Lastüberläufe in hiesigen Rechenzentren abgewickelt werden oder „am anderen Ende der Welt“, mag für zeitunkritische und allgemeine Forschungsprojekte keine Rolle spielen. Ganz anders verhält es sich mit hybriden Lösungen als Bestandteil von Lieferketten oder Produktionsprozessen.

Neben höchstmöglicher Verfügbarkeit und Flexibilität geht es dann auch um die Standortfrage: Rechenzentren in relativer Nähe des Nutzers ermöglichen nicht nur niedrigere Latenzzeiten als viele tausend Kilometer entfernte IT-Strukturen; darüber hinaus geht es auch um die Einhaltung der jeweils geltenden Datenschutzvorschriften, die im internationalen Vergleich teils erheblich voneinander abweichen.

Auf Unternehmensanforderungen zugeschnittene Hybrid-Cloud-Lösungen nehmen darauf Rücksicht: Einzelne Cloud-Ressourcen (Public oder Private Cloud, Managed Hosting oder Managed Services) können je nach Bedarf und standortspezifisch schnell eingebunden werden. Der Anwender kann frei entscheiden, welcher Workload den jeweils verknüpften Cloud-Ressourcen zugeordnet wird.

Zuverlässige Provider entscheiden über den Erfolg

Ob hybride Cloud-Umgebungen im Einzelfall den vom Kunden gewünschten Nutzen erzielen, hängt letztlich nicht nur von den verfügbaren Ressourcen und den jeweiligen Preismodellen ab. Auch die Zuverlässigkeit des beauftragten Serviceproviders spielt eine Rolle. Provider, die sich auf Unternehmenskunden spezialisiert haben, können in der Regel bestimmte Zertifizierungen vorweisen. Diese beziehen sich beispielsweise auf die Informationssicherheit (ISO 27001) oder auf die Sicherheit des Online-Zahlungsverkehrs (PCI-DSS).

Anmerkung der Redaktion: Der IT-Basiswissen-Artikel stammt aus dem Hause PlusServer GmbH, einem Anbieter von Managed Hosting & CloudServices.

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