VMworld 2017 bringt viele Ankündigungen

VMware von Containern und OpenStack bis VDI und VPN

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Ulrike Ostler

Die "Expert Bar" war Bestandteil des Informationsaustausches der VMworld 2017 in Barcelona. Durch den Artikel von Michael Matzer, der vor Ort war und die Neuigkeiten zusammengefasst hat, können Leser mitdiskutieren.
Die "Expert Bar" war Bestandteil des Informationsaustausches der VMworld 2017 in Barcelona. Durch den Artikel von Michael Matzer, der vor Ort war und die Neuigkeiten zusammengefasst hat, können Leser mitdiskutieren. (Bild: VMware-Blog)

Auf der „VMworld 2017“ in Barcelona stellte VMware neue Produkte wie „vRealize 2017“ und den „Pivotal Container Service“ vor, aber auch Technologie-Konzepte für die Hybrid Cloud-Nutzung und die Migration von Applikationen. Der Produktbereich „Workspace One“ wird stark ausgebaut.

Auf seiner Anwenderkonferenz VMworld stellte VMware in Barcelona ein durchgängiges Konzept für die umfassende Verwaltung von Cloud-Installationen jeder Art vor. Alles zwischen Private Cloud, Hybrid Cloud und Public Cloud, aber auch vom Rechenzentrum bis zum mobilen Client-Gerät soll mit VMware-Mitteln virtualisiert, verwaltet und portiert werden können.

Ziel ist unter anderem die Unterstützung der Kunden bei der Modernisierung ihrer Infrastrukturen im Hinblick auf eine digitale Transformation. Adressaten sind CIOs, Entwickler, Provider, aber auch Endkunden, die einen virtualisierten Client in einer VDI-Umgebung nutzen.

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vRealize Suite 2017

Damit der verbundene Aufwand bewältigt werden, stellt VMware die neue vRealize Suite 2017 bereit. Sie umfasst die jüngsten Versionen der Module „vRealize Operations“, „vRealize Automation“, „vRealize Business for Cloud“ und „vRealize Log Insight“.

Die aktuelle Version weist erweiterte Funktionen für die Lebenszyklusverwaltung auf, die die Installation von der VMware Management Plattform beschleunigen sowie Upgrades und Patches vereinfachen. Die Suite unterstützt Container-Technologien („vSphere Integrated Containers 1.2“), Tools für die Konfigurationsverwaltung, zum Beispiel Puppet, und „Microsoft Azure“ besser als ihre Vorgängerin. CEO Pat Gelsinger sagte, vorerst solle die vRealize Suite neben dem Produkt „SDDC Lifecycle Manager“ vertrieben werden.

HCX-Technologien

Migration ist ein zentraler Prozess in der Modernisierung von IT. Für die Migration kündigte Gelsinger die „HCX“-Techniken an, wobei HC für „Hybrid Cloud“ steht. Sie sollen den reibungslosen Transfer von virtualisierten Apps und VMs aus jeder VMware-basierten Private Cloud über hybride Strukturen bis zu Public-Cloud-Instanzen erleichtern. Das Motto lautet: „Applikationen aus jeder Cloud in jede andere Cloud übertragen“. Mit der Public Cloud ist seit neuestem auch AWS gemeint.

Beim Einsatz von vMotion und anderen Migrationstechniken soll es selbst bei umfangreichen Portierungen nicht zu Ausfallzeiten oder Neustarts kommen. Das spare erheblichen Aufwand und senke die Hemmschwelle des Kunden, die Migration anzupacken.

Um OpenStack-basierte Clouds auf VMware SDDC zu installieren, können Kunden nun „VMware Integrated OpenStack 4“ nutzen, das auf dem Release „Ocata“ basiert und Anwendungen in Containern unterstützt. Container erleichtern die Portierung von umfangreichen Applikationen, erfordern keinen Hypervisor und sparen so Ressourcen. HCX unterstützt die bidirektionale Mobilität, Disaster Recovery und Business Continuity.

VMware-CEO Pat Gelsinger sagte, vorerst solle die „vRealize Suite“ neben dem Produkt „SDDC Lifecycle Manager“ vertrieben werden.
VMware-CEO Pat Gelsinger sagte, vorerst solle die „vRealize Suite“ neben dem Produkt „SDDC Lifecycle Manager“ vertrieben werden. (Bild: ©2012 Elisabeth Fall)

Innerhalb des Programms für die rund 4.400 VMware Cloud Provider sollen zunächst die strategischen Partner IBM und OVH, das Unternehmen kaufte im April dieses Jahres „vCloud Air“ (siehe: Cloud von VMware ist Geschichte, OVH kauft das VMware-Geschäft mit vCloud Air auf), zum Zuge kommen, wenn es um HCX-Services geht, und diese sind naturgemäß umfangreich. Zu den Services gehören Datensynchronisierung, Netzwerkerweiterung, Traffic-Steuerung, automatisierte VPN- und WAN-Optimierung sowie eingebaute Security, Governance und Kontrolle.

Das Ergebnis ist die Hybridität einer IT-Infrastruktur, die insbesondere große Organisationen wie etwa Konzerne wie der VMware-Kunde Liberty Global (bekannt ist etwa Unitymedia) benötigen, um die digitale Transformation über verschiedene Clouds und Regionen hinweg zu stemmen. Je nach Region müssen unterschiedliche Bedingungen berücksichtigt werden, etwa hinsichtlich des Datenschutzes (zum Beispiel Europa oder USA).

Die Partner müssen die neue Zertifizierung „VMware Cloud Verified“ absolvieren. Über das Prüfsiegel verfügen bereits IBM, OVH, Centurylink und andere. Zu den Public Cloud Partnern gehören Google, AWS und Microsoft mit Azure.

Container-Support mit PKS

VMware und Pivotal sind Teil von Dell EMC Komplex. Sie wollen die Container-Technologie, die nicht nur für Entwickler von Bedeutung ist, voranbringen und haben in einer Keynote einen großen Teil der Zeit dem Thema „Entwicklung für Container“ gewidmet. Der neue „Pivotal Container Service“ (PKS) ermöglicht es Kubernetes-Nutzern, Container auf VMware vSphere und der „Google Cloud Platform“ bereitzustellen. Nach VMware-Angaben benutzen bereits 2.000 Unternehmen weltweit die skalierbare Container-Orchestrierungsplattform Kubernetes, so dass dieser Markt auch für VMware attraktiv ist.

PKS baut auf „Kubo“ auf, einer Open Source- Technologie von Pivotal und Google Cloud, die einen flexiblen Container-Betrieb On-Premise und in der Cloud adressiert. Der PKS-Container lässt sich dann mit der Google Container Engine auf vSphere und der Google Cloud Platform ausführen. Mit vRealize Automation und „Wavefront“ stehen Services bereit, um PKS in die VMware-SDDC-Strukturen zu integrieren.

Die neue Anwendung soll ab dem vierten Quartal 2017 verfügbar sein und als eigenständiges Produkt ausgeliefert werden. Nutzer haben laut VMware die Möglichkeit, die Lösung in die Pivotal Cloud Foundry (PCF) und in die Infrastruktur des VMware SDDC zu integrieren.

Workspace One

Auf den Plattformen MS Azure und „Google ChromeOS“ ist nun auch die Plattform Workspace One ((http://www.vmware.com/de/products/workspace-one.html)) verfügbar, um verschiedensten Clients Cloud-basierte Services bereitzustellen. An Client-Betriebssystemen unterstützt “Workspace One powered by VMware AirWatch” nun “Windows 10”, “iOS”, “Android”, “MacOS” und Chrome. Ziel ist es, das Endbenutzererlebnis über alle diese Plattformen hinweg zu vereinheitlichen – das wurde in einer Keynote live demonstriert. Der Grund: Die entsprechenden APIs der Client-Plattformen werden einheitlich integriert.

Die Endpoint-Management-Technik von VMware „AirWatch“ koppelt Workspace One mit einer Endnutzer-Identität, so dass auch hohe Sicherheit im Unternehmen gewährleistet sei. Mit nur einer Identität kann der Nutzer die neuen „Mobile Flows“, also Arbeitsabläufe auf Mobilgeräten, über mehrere Geräte hinweg realisieren, so etwa für Genehmigungen oder Alarme. Für die Desktop-Virtualisierung bietet weiterhin „VMware Horizon 7“ an. HPE will Workspace One für sein Desktop as a Service (DaaS) Angebot nutzen.

„VMware Workspace One Intelligence“ ist ein neuer Add-On-Service für Workspace One, der mit Analysefunktionen umfassende Einblicke und automatisierte Aktionen zur Beschleunigung der Planung, zur Verbesserung der Sicherheit und zur Verbesserung des Endnutzererlebnisses bietet. Er findet Engpässe und Flaschenhälse, auch bei Diensten von Drittanbietern. Mit der allgemeinen Verfügbarkeit (GA) von Workspace One Intelligence sei ab November 2017 zu rechnen.

Die Updates in Workspace One zusätzlich zu „Horizon 7 with Cloud Foundation“ und Dell EMC „VDI Complete with Horizon Apps“ werden voraussichtlich September/Oktober 2017 allgemein verfügbar sein, verlautbart VMware. Für die Security-Aspekte hat sich VMware die Unterstützung von bislang 27 Partnern in der Mobile Security Alliance (MSA) verschafft.

* Michael Matzer ist freier Autor und lebt in Stuttgart.

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