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Monster-VMs und Mega-Cluster VMware bringt vier Tanzu-Editionen und öffnet vSAN für weitere Partner

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Ulrike Ostler

VMware hat vor seiner Kundenkonferenz VMworld eine Reihe von Erweiterungen in seinen Produkten „Tanzu“, „vSAN“, „vSphere“ und „VMware Cloud Foundation„ (VCF) angekündigt. Dazu gehören vier weitere Edition von der Entwicklungsplattform Tanzu und so genannte „Monster-VMs“ auf vSphere. Letztere sollen die Skalierbarkeit erhöhen.

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In „VMware vSphere“ gibt es jetzt so genannte Monster-VMs.
In „VMware vSphere“ gibt es jetzt so genannte Monster-VMs.
(Bild: Reaper DZ auf Pixabay)

VMware ist bemüht, seine Entwicklungsplattform Tanzu, die unter anderem auf dem „Spring“-Framework von Pivotal und auf „Kubernetes“ (K8s) basiert, in seine eigenen Produkte zu integrieren. Zweck ist es nach Angaben von Sheldon D'Paiva, Director Cloud Platform BU VMware, moderne Applikationen auf einer modernen Virtualisierungsplattform automatisiert zu produzieren und auf Kubernetes-Containern in einer Multi-Cloud-Umgebung bereitzustellen. Inzwischen steht Tanzu mit einer K8s-API auf VMware Cloud Foundation (VCF) bereit. Daher gibt es ein VCF-Update v4.1.

Vier Tanzu-Editionen

VMware hat vSphere 7.1 mit Tanzu angekündigt, das im dritten Quartal 2020 verfügbar werden soll. "Diese Kombination verleiht dem Kunden mehr Flexibilität, denn er kann sein eigenes Netzwerk und seinen eigenes Storage mitbringen", so D'Paiva.

Die vier neuen „Tanzu“-Editionen.
Die vier neuen „Tanzu“-Editionen.
(Bild: © VMware / Matzer)

VMware will vier Editionen von Tanzu auf den Markt bringen, die den Entwicklern höhere Produktivität bei der Erstellung moderner, das heißt: Cloud-nativer, portierbarer Apps, verleihen sollen. Sie sollen die häufigsten Anwendungsfälle der Kunden abdecken (siehe: Bildergalerie Abbildung 3).

  • „Tanzu Basic“ ist integriert in vSphere 7.x und enthält sowohl K8S als auch eine umfangreiche K8S-API, die im dritten Quartal verfügbar werden soll. Zielgruppe sind Administratoren in der Private Cloud, um die Einführung von K8S zu erleichtern.
  • „Tanzu Standard“: dito, erlaubt aber zusätzlich den Betrieb und die Verwaltung von K8S über mehrere Clouds hinweg, also beispielsweise VMware Cloud, AWS und mehr.
  • „Tanzu Advanced“: Erlaubt die Bereitstellung von eigenen Apps auf K8S; erweitert die Optionen um die Public Cloud. Diese Edition ist für DevOps-Profis und Projektleiter im Unternehmen, die Workloads auf K8S liefern wollen. Sie kommt später als Q3/20.
  • „Tanzu Enterprise“ beschleunigt die automatisierte App-Erstellung, ist für DevOps-Profis und End-to-End-Verwaltung, also für Vice Presidents und CIOs, die eine Transformation der App-Produktion anstreben. Kommt ebenfalls später als Q3/20.

Infrastruktur-Modernisierung

vSphere 7.1 mit Tanzu soll Kunden helfen, eine K8S-basierte Infrastruktur in ihrem Netzwerk sowie mit File- oder Block-Storage in weniger als einer Stunde zu erstellen. Kunden können den „vSphere Distributed Switch“ auf K8s-Clustern ausweiten. Sie können zudem „NSX Advanced Load Balancer Essentials“ (mit optionalem Upgrade auf die Enterprise Edition) installieren oder ihre eigenen L4-Lastausgleichsanwendung nutzen. Mit dem „VMware vCenter Server“ sollen Kunden in der Lage sein, K8S-Cluster in Minuten zu erstellen, den rollenbasierten Zugriff zu provisionieren (der nun auf „Active Directory“ basiert) und Entwicklern Kapazitäten zuweisen.

Bildergalerie
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Dies betrifft besonders die Skalierbarkeit. VMware vSphere 7.1. führt so genannte Monster-VMs ein, die bis zu 24 Terabyte RAM und 768 CPUs umfassen können. Sie sollen Ressourcen-intensive Apps wie etwa In-Memory-Datenbanken unterstützen. Die Zahl der Hosts pro Cluster ist um 50 Prozent auf 96 Hosts pro Cluster erhöht worden.

vSAN

In vSAN 7.1 führt VMware so genannte HCI Meshs ein. Damit soll die Entflechtung von Rechenleistung und Storage realisierbar sein, so dass Kunden schrittweise skalieren können, etwa in die Public Cloud. „HCI Mesh unterstützt bis zu 60 Niederlassungen“, sagt D'Paiva. Indem sie die Option 'nur-Kompression' wählen, sollen Kunden ihre nutzbare Storage-Kapazität und die Systemleistung erhöhen können, besonders wenn sie All-Flash-Systorage und hybride Systeme verwenden.

Die Daten-Persistenz-Plattform (DDP)

Eine der auffälligsten Neuerungen in vSAN 7.1, die sich auch in VCF 4.1 wiederfindet, ist eine Daten-Persistenz-Plattform. Die Plattform, die auf vSphere aufsetzt, soll Entwickler besser unterstützen, indem sie in der Private Cloud Stateful Services ermöglicht.

Im Diagramm der DPP sind jedoch nicht Event-Streaming-Plattformen als Nutzer eingetragen, sondern die Produkte „Dell EMC Objectscale“ für Object-Storage, Minio, Cloudian Hyperstore und die NoSQL-Datenbank Datastax.

Ihre Schnittstelle zur Infrastruktur wie VMs und K8S-Cluster stellt VCF Services mit zwei APIs bereit. Dadurch soll es möglich sein, Stateful Services automatisch bereitzustellen, zu skalieren und zu überwachen. Der Admin nutzt dafür die vCenter Benutzeroberfläche und gewährt Entwicklern Zugang durch vSphere-Namespaces. Diese verwenden unter Umständen wiederum Kubernetes-APIs, um Stateful Services selbständig zu starten und zu skalieren.

Die Partner-Optionen

Die genannten vier Partner können eigene Dashboards erstellen und installieren. Mithilfe der Funktion „vSAN Direct Configuration“ sollen Stateful Services auf vSAN mit optimaler Storage-Effizienz und optimalem Total Cost of Ownership (TCO) ausgeführt werden können.

AB Periasamy, Mitgründer und CEO von Minio, erläutert: „Indem VMware die Kubernetes-API und die vSAN Data Persistence Platform zum Kern von VCF mit Tanzu hinzufügt, bewirkt es eine tektonische Verschiebung innerhalb der Kubernetes Community." Die native Kubernetes-API versetze die Kunden von VMware in die Lage, sofort auf ein reichhaltiges Ökosystem von Cloud-nativen Applikationen zuzugreifen, von denen viele nativ mit Minio integriert seien, setzt er hinzu.

Die Fileservices in vSAN sind um die SMB-Protokolle v.2.1 und v.3 erweitert worden, sowie um Zugriffskontrolle, die auf MS Active Directory und auf Kerberos-Authentifizierung basiert. „Object Storage und NoSQL-Datenbanken werden unterstützt“, sagt D'Paiva. Während die Verwaltung durch vSphere vereinfacht worden sei,habe VMware vSAN für große Workloads und niedrigen TCO optimiert.

VMware Cloud Foundation (VCF) 4.1

VCF 4.l umfasst nun vSphere Tanzu (s.o.) und ermöglicht VCF Remote Cluster für das Edge Computing, wo nur kleine Installationen möglich sind. Die Integration von vVols 2.0 in VCF 4.1 mit Tanzu (Inklusive der K8S-API) stelle ein gemeinsames Framework für die Verwaltung von externem Storage zur Verfügung. Das erlaube die Integration von Partnerplattformen. Cluster-Upgrades sollen erleichtert werden.

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VCF wird durch den Support „VMware Skyline“ unterstützt. Der Support soll den Nutzer proaktiv informieren, indem er Domänen für Management und Workloads identifiziert und ihm proaktiv VCF-Problemlösungen liefert.

VMware hat die Architektur des Netzwerk-Managements mit „NSX-T“ für das Rechenzentrum renoviert.
VMware hat die Architektur des Netzwerk-Managements mit „NSX-T“ für das Rechenzentrum renoviert.
(Bild: © VMware / Matzer)

NSX-T

Eng mit Virtual Volumes verbunden ist die Möglichkeit parallele NSX-T-Upgrades auszuführen (()). Dafür hat VMware kürzlich NSX-T 3.0 vorgestellt und in einem Blog detailliert beschrieben.

Der „NSX Manager“ und sein Cluster kommunizieren mit ihren Transport-Nodes über den „Appliance Proxy Hub“ (APH) Server. Mit ihren NSX-Proxys kommunizieren der NSX Manager und die „Central Control Plane“ (CCP) über dedizierte Ports. Das bisherige Messaging Tool „RabbitMQ“ wird zwischen der Verwaltungsebene und dem CCP durch NSX-RPC ersetzt. Der Admin erhält eine Ansicht der Netzwerk Topologie, die ihm ein Diagramm bereitstellt, das ihm jede Komponente in NSX-T anzeigt.

* Michael Matzer ist freier Autor und lebt in Stuttgart.

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