OpenStack gibt den nächsten Streckenabschnitt in die Zukunft frei

Train ist pünktlich unterwegs

| Autor: Ludger Schmitz

Das erste Entwicklertreffen zur 20. OpenStack-Version war vom Lärm einer Eisenbahnlinie gestört und inspirierte zur Namensgebung.
Das erste Entwicklertreffen zur 20. OpenStack-Version war vom Lärm einer Eisenbahnlinie gestört und inspirierte zur Namensgebung. (Bild: Code83 by Pixabay / CC0)

Rechtzeitig vor dem Herbst-Summit dieses Jahres hat die zweite OpenStack-Version dieses Jahres freie Fahrt bekommen. Die Reise geht Richtung Sicherheit, Administrierbarkeit sowie Mashine Learning und künstliche Intelligenz.

Immer kurz vor ihren Frühjahrs- und Herbst-Summits stellt die OpenStack Foundation (OSF) ihre neueste Version zur Verfügung. Rechtzeitig zum Open Infrastructure Summit in Shanghai am 4. bis 6. November 2019 ist es das 20. Release, benannt in alphabetischer Folge. Nach der Version „Stein“ heißt diese „Train“, eine Anspielung darauf, dass die Teilnehmer des ersten Planungstreffens zu dieser Version von den Zügen einer nahen Bahnlinie um den Schlaf gebracht wurden.

Unverändert eins der weltgrößten Open-Source-Projekte

Nach Angaben der OSF haben für Train 1125 Entwickler aus 150 Ländern rund 25.000 Veränderungen am OpenStack-Code vorgenommen. Damit darf sich OpenStack neben dem Linux-Kernel und Chromium zu den drei aktivsten Open-Source-Projekten der Welt zählen. Im wesentlichen konzentrieren sich die Erweiterungen und Verbesserungen auf drei Bereiche: erstens Betriebssicherheit, zweitens Artificial Intelligence und Machine Learning sowie drittens verbessertes Management der Ressourcen und Verfolgung ihrer Nutzung.

Zum Punkt Betriebssicherung gibt es eine Erweiterung beim Bare-Metal-Service „Ironic“. Es ist jetzt möglich, Software-Raids einzurichten, was Ausfällen physikalischer Speicher vorbeugt. Im Kern-Modul „Nova“ - es dient zur Steuerung virtueller Maschinen – lassen sich diese verschleiern. Dies sorgt dafür, dass ungenau oder aggressiv aufgesetzte VMs einer anderen nicht die Ressourcen, vor allem nicht die Bandbreite „stehlen“ können.

Vorbereitung auf die AI-Zukunft

In Sachen AI und Machine Learning betrifft das Lifecycle Management von „Cyborg“ die spezifischen Hardware-Beschleuniger, ohne die der notwendige Durchsatz nicht zu erreichen ist. Hier gibt es jetzt eine direkte Verbindung von Cyborg und Nova, mit der sich VMs samt solchen „Accelerators“ vorab definieren und dann schnell aufsetzen und einfacher managen lassen.

In puncto Administration ist „Placement“, vorher ein Teil des Compute Moduls Nova, nun als Shared Service selbständig geworden. Placement lässt sich also separat einrichten, und Nova wird dadurch leichter. Das Ergebnis soll nach Angaben der OSF sein, dass solche Services nun eine Antwortzeit von 0,7 Sekunden haben, während das beim vorherigen Release noch 16,9 Sekunden benötigte.

Viel Arbeit an den Details bleibt unsichtbar

Soweit nur ein kleiner Ausschnitt aus den Verbesserungen und Erweiterung von OpenStack. Eigentlich ist in sämtlichen Teilprojekten einiges gemacht worden. Zu einem nicht unerheblichen Teil ging es dabei um die Modernisierung und die Entfernung obsoleter Codeteile. Allein der zusammenfassende Überblick über die Neuerungen ist elf Seiten lang.

Die einzelnen Projekte unter dem OpenStack-Schirm nach aktuellem Stand (zum Vergrößern anklicken)
Die einzelnen Projekte unter dem OpenStack-Schirm nach aktuellem Stand (zum Vergrößern anklicken) (Bild: OpenStack Foundation)

Die Neuerungen dürften OpenStack nicht einfacher zu überschauen und einzurichten machen. Der Blick auf die „Project Map“ mit den verschiedenen OpenStack-Modulen zeigt, dass dieses Cloud-System größer geworden ist und mehr Auswahl bietet. Rosa Guntrip von Red Hat hat das in einem Blog-Kommentar begrüßt: „Wir wissen aus unseren Beziehungen mit Kunden, dass sie unterschiedliche Anforderungen … und unterschiedliche Möglichkeiten haben. Im Train-Release erkennen wir weitere Innovationen zu einer nun stabilen OpenStack-Community-Distribution.“

Das kanadische Unternehmen Vexxhost, es bietet auf der Basis von OpenStack Public-Cloud-Services an und hostet Private Clouds, hat die Version Train schon vor der offiziellen Freigabe getestet und in Betrieb genommen. Vexxhost-CEO Mohammed Naser erklärte: „Wir freuen uns, das neueste OpenStack ab dem ersten Tag seiner Freigabe anbieten zu können. Neue Möglichkeiten und Features dermaßen schnell anzubieten ist etwas, das unsere Kunden inzwischen erwarten und begrüßen.“

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46201172 / Private Cloud)