ISC 2016: Mehr HPE-Power für CAE

Software Defined für High Performance Computing

| Redakteur: Ulrike Ostler

Apollo 6000 gehört zu den HPC-Systemen von Hewlett Packard Enterprise (HPE), die für ein Software Defined Cluster fit gemacht werden.
Apollo 6000 gehört zu den HPC-Systemen von Hewlett Packard Enterprise (HPE), die für ein Software Defined Cluster fit gemacht werden. (Bild: HPE)

Auf der diesjährigen Kongressmesse International Supercomputing (ISC) hat Hewlett Packard Enterprise (HPE) eine Software-definierte Plattform für High-Performance-Computing (HPC) angekündigt. Diese soll zu den „Apollo“-Servern des Herstellers passen sowie zu „Ansys“, der HPE-Software für Computer-Aided Engineering (CAE). Die Adressaten sind Unternehmen, die Simulationen benötigen.

Vor nicht gar allzu langer Zeit gehörte HPC in die Domäne von Forschungsinstituten und dem Wissenschaftsbetrieb. Doch jetzt dringt High Performace Computing schnell in die Energiewirtschaft, die Finanzwelt und Produktion vor. Die Unternehmen realisieren, dass die Technik strategische Bedeutung besitzt, aber zugleich komplex ist und höchst unterschiedlich aussehen kann, so dass der der Aufwand den Nutzen in Frage stellt.

Mit der Ankündigung eines Software Defined HPC auf der aktuell stattfindenen ISC 2016, will der Hersteller das Deployment und die Verwaltung „dramatisch“ vereinfachen. Letztlich sollen alle Unternehmen, jedweder Größe HPC nutzen können, wenn sie es brauchen, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Steve Conway, Research Vice President in der High Performance Computing Gruppe von IDC, sagt dazu: “HPE führt derzeit mit 35,9 Prozent der Markt an und legt jetzt, mit der Weiterentwicklung des ohnehin schon umfangreichen Apollo-Portfolios, die Latte noch einmal höher.“ Unternehmen jeder Größe und in jeder Branche könnten sich damit vom Wettbewerb absetzen – durch eine schnellere Parallelverarbeitung, bei reduzierter Komplexität und einem schnelleren Rollout, so dass letztlich ein schnelleren Marktzugang ermöglicht werde (siehe: IDC-Whitepaper: HPE ' s Formula for HPC Market Leadership vom Juni 2016)

Die Software

Kern der Vereinfachung von Konfiguration, Deployment und der Verwaltung von HPC-Clusters ist der „HPE Core HPC Software Stack“ mitsamt des „Insight Cluster Management Utility v8.0“. Das Core-Produkt ist bereits vorab integriert und getestet und stellt sich als eine einzige Software-Suite dar. Darin kombiniert sind sowohl Open-Source-Entwicklungs-Tools, -Bibliotheken und Compiler als auch HPE Cluster-Management-Funktionen, inklusive Tools wie „HPE iLO“ und Werkzeug für das Set-Up. Nach Herstellerangaben lassen sich damit Tausende von Knoten administrieren. Die Software ist gedacht für Entwickler, IT-Administratoren, Ingenieure und Wissenschaftler, die eine möglichst einfache und skalierende Arbeitsumgebung benötigen.

Zu den Anwendern gehört Peter Longreen, COO National Life Science Supercomputer, Technische Universität Dänemark, stellvertretender Chef von Elixir Dänemark. „Als führendes Institut im Gesundheitswesen stehen wir unter konstanten Druck, unseren HPC-Betrieb zu verbessern“, sagt er und fügt hinzu: „HPE Insight CMU stellt uns verstehbar Funktionen zur Verfügung, mit denen wir unsere großen Cluster effektiv verwalten können, inklusive eines schnellen Bare-Metal-Provisioning, einer einfachen Art des Monitoring und remote Managements sowie einer simpel zu verstehenden Integration einer großen Vielzahl an Cluster-Komponenten.“

Die Proliant-Familie von HPE.
Die Proliant-Familie von HPE. (Bild: HPE)

Die Hardware: Apollo 2000 und Apollo 6000

Diese sollen, auch wenn sie nicht von HPE stammen, sondern von Partnern aus dem Apollo-Umfeld, möglichst einfach zu verwenden sein, und zwar über den HPE Core HPC Software Stack. Zusätzlich stattet HPE die Software Defined Apollo-HPC-Plattform mit weiterer Hardware aus. Das System „Apollo 6000“ bekommt den vom Server „HPE Proliant XL260a“ bekannten Einbau, mitsamt den jüngsten „Xeon Phi“-Co-Prozessoren und der „Omni-Path“-Architektur (OPA) von Intel. Auch das System “Apollo 2000” bekommt Proliant-Technik, I der Ausführung “DL”, OPA-Fabric-Optionen inklusive. Beide Systeme werden außerdem mit EDR Infiniand (100 Gigabit pro Sekunde) von Mellanox Technologies ausgestattet.

Dazu kommt die Verwendung des “Intel Scalable System Framework”. Alles zusammen verschafft der Plattform einen höheren Performance-Level, die Effizienz und die Zuverlässigkeit steigen. Zudem können Kunden ihre HPC-Applikationen auch im massiv-parallelen Modus laufen lassen- laut HPE ohne großartige Code-Modifikationen.

Weg von der Workstation

CAE ist keine neue Erfindung, aber laut HPE kämpfen viele Unternehmen mit den Einschränkungen an Compute-Power und gehen dazu über, ihre Workstation-Infrastruktur in ein HPC-Cluster zu überführen. Dieser Anforderung will HPE mit einer aktuelleren Ansys-Version begegnen. Diese soll besser als bisher große Datenvolumen verarbeiten können, um das Prototyping sowohl in großen Firmen als auch im Mittelstand zu ermöglichen.

Eine der aktuellen Ausführungen des Systems HPE Apollo 2000.
Eine der aktuellen Ausführungen des Systems HPE Apollo 2000. (Bild: HPE)

Getestet in die Anwendung auf dem HPC-System Apollo 2000. Der Hersteller verspricht performantere Anwendungen, schnellere Bereitstellung von Ressourcen und geringere Gesamtkosten. CAE-Simulationen ließen sich nunmehr in Tagen und nicht in Wochen fertigstellen, die Ressourcen würden im Cluster viermal höher ausgelastet als per Workstation und die Compute-Kapazität pro Quadratmeter verdopple sich.

HPE Core HPC Software Stack mit HPE Insight Cluster Management Utility V8.0 gibt es bereits zum Download. Auch HPE Ansys für CAE-Anwendungen steht weltweit zur Verfügung.

Die Systeme HPE Apollo 6000 mit dem Proiant XL260a Server Trays wird ab September ausgeliefert aber die Intel Omni-Path Architecture gibt es bereits an jetzt auf den Apollo-Systemen, genauso wie die Mellanox-Technik EDR 100Gb/s Infiniband.

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