PIM von Novomind auf IBM Power i

Performance-Schubs für "AS-400"-System

| Autor: Ulrike Ostler

Das Flash-System von IBM beschleunigt das Produktdateninformations-Management der Novomind AG derart, dass diese ohne Änderungen der Software attraktiv für große Online-Shops wird.
Das Flash-System von IBM beschleunigt das Produktdateninformations-Management der Novomind AG derart, dass diese ohne Änderungen der Software attraktiv für große Online-Shops wird. (Bild: IBM)

Die Novomind AG entwickelt E-Commerce-Software, zum Beispiel für das Produktinformations-Management (PIM) – bei dem Hersteller genannt „iPIM“. Als IBM-Partner war und ist die Kombination aus dem IBM-Mittelstandssystem „Power i“ und „Websphere“ die Basis. Doch kann das System noch mithalten mit den Online-Shops, die viele Millionen Produkte feil bieten? 2016 ging der Softwarehersteller diese Frage mit Benchmarks an.

IBM spricht bei dem System „Power“ und „i“ gerne von der „seit Jahrzehnten ewig jungen AS400-Plattform, die im Mittelstand legendäre Einsätze vorweisen kann“. Auch die Novomind AG in Hamburg, seit mehr als zehn Jahren IBM-Partner, setzt auf dieses System.

Die Grundlage für eine heutige "As-400" ist ein "Power-8"-Prozessor; geblieben ist, dass mit der Hardware ein DB2-System ausgeliefert wird.
Die Grundlage für eine heutige "As-400" ist ein "Power-8"-Prozessor; geblieben ist, dass mit der Hardware ein DB2-System ausgeliefert wird. (Bild: IBM)

Der inhabergeführte Softwarehersteller unterlegt sein Produktinformationssystem damit. Wie Markus Rohmeyer, Prokurist und Bereichsleiter PIM bei Novomind, erläutert, sei der Einsatz einer PIM-Software längst nicht bei jedem E-Commerce-Shop selbstverständlich, so dass er sich bemüßigt, zu erläutert, was das eigentlich ist. Die Software bilde die individuellen Anforderungen an den Workflow für die Produktdatenaufbereitung ab, und sorge für eine Verschlankung Produktdatenproduktionsprozesse im Multichannel Commerce.

Dazu gehört, dass den Produktinformationen eine gute Datenqualität zugrunde liegt, ordentlich strukturiert, mediengerecht aufbereitet und redundanzfrei. Zumeist erfolgt der Workflow in vier Schritten: Zuerst erfolgt der Import der Daten aus den unterschiedlichen Datenquellen, zum Beispiel aus einem SAP-ERP-System, von externen Content-Lieferanten oder auch aus einem Lieferantenportal, in dem diese die externen Content-Daten selber einstellen können.

Die Qualität der Produktdaten entscheidet

Nach dem Einspielen der Quelldaten folgt die „Veredelung“. Dies geschieht entweder regelbasiert, vollautomatisch oder durch Redakteure. Im letzten Schritt werden alle kommerziellen und technischen Produktinformationen durch Datenexporte in alle Vertriebskanäle, beispielsweise E-Shop (auch Mobile, Tablet), Point of Sales, Print-Produktion, verteilt.

Das PIM-System sollte also technischen Produkteigenschaften, redaktionelle Texte und deren multimedialen Darstellungsformen bereitstellen. Nur das sorge, so Rohmeyer, für ein positives Einkaufserlebnis beim Online-Shopping. Da erscheint es günstig, dass zum IBM-System AS 400 schon immer eine DB2-Datenbank gehörte – und das ist bis heute so.

Zu den PIM-Branchenschwerpunkten von Novomind zählen Fashion- und Medienartikel, Bücher, Consumer Electronics sowie weitere Konsumgüter in voller Sortimentsbreite, zu den Kunden Otto und Globetrotter. Das PIM-System ist mandantenfähig. Die Kunden können es on premise und gehostet nutzen.

Ausräumen der Unsicherheiten

Und dennoch: „Ist Novomind iPIM zukunftsfähig? Ist es Novomind iPIM in Kombination mit IBM Power i und Websphere?“ Um sich selbst diese Fragen zu beantworten, aber auch um neue Verkaufsargumente zu bekommen, beauftragte Novomind Last- und Performance-Tests, die das IBM Innovation Center in Zürich durchführte.

Die Herausforderung lag insbesondere in der stark erhöhten Zahl der zu verwaltenden Produkte: Die Maßgabe durch den IBM-Partner Novomind lautete 17 Millionen. Darüber hinaus sollte ein Augenmerk auf die Skalierbarkeit des PIM Systems mit der wachsenden Datenmenge - mehr Daten und mehr Hardware – liegen. Für die Tests stellte das Hamburger Softwarehaus anonymisierte Echtdaten zur Verfügung.

„Natürlich fielen die Ergebnisse nicht vom Himmel“, erläutert Urs Witzig, ISV and Developer Relations Technology Manager im Züricher IBM-Labor. Insgesamt kamen der, vier Tage für die Labortests zusammen. Unterstützt wurden die Tests von den DB-2-Spezialisten in Rochester, berichtet er. Unter anderem wurde hier untersucht, welche Bestandteile der Datenbankanwendung In-Memory-fähig waren. 256 Gigabyte RAM standen zur Verfügung.

Um er vorweg zu nehmen: die Enterprise-Fähigkeit des PIM Systems und der IBM Hardware ließen sich belegen.

Die Tests und Optimierungen

Für die Tests wurden rund 1.000 Namend User( etwa 100 concurrent User) verwendet und 17 Millionen Artikel importiert. Während des Imports konnten die Tester die Systemveränderungen beobachten und Optimierungen vornehmen. Dazu zählten Konfiguration des Application-Server, Anpassungen der Infrastruktur. Allerdings wurde nicht programmiert.

Wer im Internet nicht schnelle Ergebnisse präsentieren kann, ist raus aus dem Geschäft. Die Nutzer sind ungeduldig und wenden sich an die Konkurrenz. Um realistische Benchmarks über das Antwortverhalten der Oberfläche zu bekommen, probierten die Züricher verschiedene Kombinationen aus und legten Wert auf das Zusammenspiel verschiedener Prozesse, zum Beispiel ein paralleler Import und Export von Daten.

Es gab drei Testphasen für den Benchmark des Novomind-PIM-Systems.
Es gab drei Testphasen für den Benchmark des Novomind-PIM-Systems. (Bild: IBM)

Wenngleich die Reaktionszeit in unveränderter Konfiguration der bisherigen Plattform zufriedenstellend war, den Performance-Kick erhielt das System durch die Hinzunahme eines Flash-Speichers „840“. Noch im Nachhinein merkt man im Gespräch mit Rohmeyer, aber auch dem Testverantwortlichen aus dem IBM Innovation Center, Witzig, das Staunen an. Zwei- bis dreimal pro Jahr geht das Labor Performance-Optimierungen wie die von Novomind an.

Für die Erstellung der Test-Skripte kam das Open-Source-Tool „Jmeter“ zum Einsatz. Die verwendete Software bestand in der Version 3.6 von Novomind iPIM, Anwendung und Datenbank, dem Applikations-Server IBM Websphere, Version 8.5.5.8 auf der Plattform IBM Power8 mit Suse Linux, der DB2-Datenbank für IBM i, Version 7.2. Dazu kam „IBM Websphere Commerce v7“ und v8

Die Ergebnisse können sich sehen lassen:

  • Produktdatenmenge: 17 Millionen Produkte sind mit Novomind iPIM ohne Probleme abbildbar, zudem skaliert die Software mit RAM und Plattenplatz
  • Einzelne Batch-Prozesse: der erreichte Durchsatz für Importe (Inserts) beträgt mehr als 150.000 Produkte pro Stunde beziehungsweise mehr als 420.000 Updates pro Stunde bei 80 Worker und 149 Datenbank-Connects
  • Kombinierte Batch-Prozesse: Der erreichte Durchsatz für Importe lag bei mehr als 200.000 Produkten pro Stunde, für Exporte mehr als 540.000 Produkte pro Stunde (2X60 Worker und 149 Datenbank-Connects)
  • User-Last, abhängig vom Parallelisierungsgrad der Batch-Prozesse: Bei 100 parallelen Nutzern und 2 X 15 parallelen Workern kam das System bei 93 Prozent der Antworten auf einen Wert von unter 0,5 Sekunden.
  • Volltextsuche: Die Antwortzeiten der Volltextsuche kam bei einer Füllmenge von 17 Millionen Produkten und unter Last paralleler Batch-Prozesse auf unter 0,5 Sekunden.

Bedeutsam für die Novomind AG ist aber vor allem, dass das hauseigene PIM skaliert und zwar ohne Änderungen der Software und mit der gewählten Hardware des Datenbank und Applikations-Servers.

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