Schwimmende Server im Pazifik noch 2026 erwartet Ein KI-Rechenzentrum auf hoher See mit 100% Wellenenergie?

Von Yves Grandmontagne* 4 min Lesedauer

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Das Startup Panthalassa hat sich 140 Millionen US-Dollar Finanzierung gesichert. Ein Hauptprojekt: ein KI-Rechenzentrum auf hoher See. Kein Flächenmangel, natürlicher Strom, weniger Klimarisiken und -Auflagen sollen die Vorteile sein. Das ankerlose Rechenzentrum „Ocean-3“ soll seine Energie vor Ort erzeugen, Workloads im Pazifik ausführen und Ergebnisse per Satellit übermitteln.

Das Startup Panthalassa verspricht ein autarkes, frei schwimmendes Rechenzentrum 2026 im Pazifik zu erproben und 2027 kommerziell verfügbar zu machen. Im Bild der Vorgängerprototyp „Ocean-2“.(Bild:  Panthalassa)
Das Startup Panthalassa verspricht ein autarkes, frei schwimmendes Rechenzentrum 2026 im Pazifik zu erproben und 2027 kommerziell verfügbar zu machen. Im Bild der Vorgängerprototyp „Ocean-2“.
(Bild: Panthalassa)

Das Projekt ist kein Science-Fiction-Thema mehr. Laut Panthalassa brachte die Series-B-Finanzierungsrunde 140 Millionen US-Dollar ein. Beteiligt sind neben Peter Thiel unter anderem John Doerr, Marc Benioffs Time Ventures, Max Levchins Scifi Ventures sowie weitere Investoren. Das Panthalassa strebt einen ersten Test schwimmender Recheneinheiten im Pazifik im Jahr 2026 an. Frühere Prototypen „Ocean-1“, „Ocean-2“ und „Wavehopper“ seien bereits in Ozeantests erprobt worden.

Die Kraft der Meereswellen für KI-Berechnungen

Das Versprechen von Panthalassa: den Ozean als Kraftwerk und KI-Rechenstandort zugleich zu nutzen. Ocean-2 funktioniert nach Angaben des Unternehmens wie ein schwimmendes Wasserkraftwerk. Die Wellenbewegung drückt Wasser durch ein internes System, treibt eine Turbine an und erzeugt so den Strom für die KI-Chips an Bord. Das Nachfolgemodell Ocean-3 geht noch einen Schritt weiter: Es ist weder verankert noch verkabelt, erzeugt und verbraucht seine Energie vollständig an Bord und sendet die Rechenergebnisse per Satellit an Land.

Video

Eine Präsentation von Tests des Prototyps eines See-Rechenzentrums „Ocean-2" vor der Küste des US-Staats Washington. „Ocean-3" soll darüber hinaus ohne Anker und Kabel auskommen und die gesamte Energie selbst erzeugen.

Quelle: Panthalassa / Youtube

Der Zeitpunkt ist strategisch gewählt. Während der Bedarf an KI-Rechenleistung explodiert, stoßen Rechenzentren an Land zunehmend an Grenzen beim Netzanschluss, bei verfügbaren Flächen und bei den Bauzeiten. Panthalassa bewirbt seinen Ansatz als „clean", ohne Treibstoff, ohne Flächenverbrauch und als schnell skalierend. Das energiewirtschaftliche Argument: Wellenenergie sei reichlich vorhanden und damit günstig.

Das attraktive Konzept wirft mehrere Fragen auf: Wie zuverlässig arbeiten die Systeme auf hoher See? Wie steht es um Wartung und Satellitenlatenz? Und was kostet ein Einsatz im großen Maßstab tatsächlich? Panthalassa peilt eine erste Offshore-Inbetriebnahme für August 2026 an, die kommerzielle Einführung soll 2027 folgen. Die Technologie wird also rasch beweisen müssen, dass sie über das Prototypenstadium hinaus trägt.

*DataCenter-Insider und DCmag sind Medienpartner!

Eine Meldung von Yves Grandmontagne im Rahmen der Medienpartnerschaft von DataCenter-Insider mit DCmag. Hier geht es zur französischen Fassung.

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