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Erst bei Facebook, dann bei Circle B, ITRenew und Maincubes Nachhaltige Open-Source-Infrastruktur durch OCP-Hardware-Refurbishment

Redakteur: Ulrike Ostler

Ja, die Ausstattung für einen Teil des Maincubes-Rechenzentrums „AMS01“ in Amsterdam stammt aus Facebook-Beständen in Schweden und wird in der Nähe des dortigen Rechenzentrums in Luleå erneuert. Es handelt sich um Racks und „Power Shelf“, um Server, Storage sowie Netzwerk-Equipement, auch Verkabelung - je nach Kundenwunsch.

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Maincubes, Circle B, und ITRenew planen auf Basis von runderneuertem Facebook-Equipment als erstes eine Infrastructure-as-a-Service (IaaS)-Plattform. Details sollen bis Ende dieses Jahres vorliegen.
Maincubes, Circle B, und ITRenew planen auf Basis von runderneuertem Facebook-Equipment als erstes eine Infrastructure-as-a-Service (IaaS)-Plattform. Details sollen bis Ende dieses Jahres vorliegen.
(Bild: Maincubes)

Maincubes, Betreiber von Rechenzentren in Deutschland und den Niederlanden, Circle B, ein Unternehmen, das Mehrwert durch Dienstleistungen und Lösungen auf der Basis von Community-getriebener Hard- und Software bietet, und ITRenew, ein Platinum OCP-Mitglied, das Technologie von den weltweit führenden Hyperscalern in Rack-Scale-Computer- und Speichersysteme transformiert, haben in der vergangenen Woche eine strategische Partnerschaft angekündigt, um die Nachhaltigkeit von Rechenzentren stärker in den Vordergrund zu rücken und einen effizienten, hochflexiblen und umweltfreundlichen IT-Betrieb und eine entsprechende Infrastruktur zu ermöglichen.

Gemeinsam wollen die Unternehmen IT-Umgebungen bereitstellen, die die Prinzipien des Open Compute Project (OCP) und die fortschrittlichen Technologien nutzen, die weltweit von Hyperscalern verwendet werden. Der Grund: „Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern eine dringende Notwendigkeit.

Dieser Grundgedanke sollte jede unternehmerische Entscheidung prägen: von den ersten Ideen für den Aufbau einer eigenen IT-Umgebung und der Auswahl der installierten Technologie über die Zusammenarbeit mit Partnern bis hin zur Entwicklung und Einführung neuer innovativer Ideen“, heißt es aus dem Hause Maincubes. Deshalb hätten sich Maincubes, Circle B und IT Renew für eine Zusammenarbeit entschieden.

Das erste gemeinsame Projekt

Das erste große gemeinsame OCP-Projekt aus dieser Partnerschaft – eine Infrastructure-as-a-Service (IaaS)-Plattform – wird von den Partnern bis Ende 2020 veröffentlicht. Bestandteil ist das OCP-Design. Der Clou: Racks, Verkabelung, Power Shelfs, Server, Storage- und Netzwerk-Equipement waren schon einmal in Gebrauch, bei Facebook in Luleå. Die Ausstattung wird runderneuert; es sei ein Refurbishment kein Recyling, betont Maincubes.

Das Server-Design etwa wird bei Facebook „Leopard“ genannt und kann auf der OCP-Website eingesehen werden. Bei den Servern, die im Maincubes AMS01 betrieben werden, ist der Speicher neu (mSATA, 2,5" SATA und M.2 NVMe Flash). Die Netzwerkkarten, ursprünglich 1x 10 G wurden durch 2x 25G ersetzt, so dass die Server-Netzwerkkonnektivität redundant ausgeführt werden kann. Zum Refurbishment gehört zudem, dass alle ursprünglichen Daten durch IT Renew fachgerecht vernichtet werden. Zudem verwendet das Datacenter neue Stromanschlüsse, um eine vollständig redundante und geschützte Stromversorgung des Racks gewährleisten zu können. Und die Firmware wird ersetzt.

Ali Fenn, Präsident von ITRenew, sagt: „Zusammen mit Circle B und Maincubes haben wir die Möglichkeit und die Pflicht, fortschrittliche Lösungen auf breiter Basis verfügbar zu machen.“
Ali Fenn, Präsident von ITRenew, sagt: „Zusammen mit Circle B und Maincubes haben wir die Möglichkeit und die Pflicht, fortschrittliche Lösungen auf breiter Basis verfügbar zu machen.“
(Bild: Maincubes)

Oliver Menzel, CEO von Maincubes, erläutert: „Da die Besorgnis über die Auswirkungen von Rechenzentren auf den globalen Klimawandel immer größer wird, wird es immer deutlicher, dass die Zukunft der IT auf Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusste Digitalisierung als Grundpfeiler ausgerichtet sein wird. Die Wahrheit ist, dass es einen besseren Weg gibt, die globalen Datenanforderungen zu erfüllen und gleichzeitig die negativen Auswirkungen, die wir derzeit sehen, zu minimieren. Mit dem Start dieser Kooperation bauen wir nun diese nachhaltige Zukunft auf.

Alle drei Unternehmen haben sich bereits in der Vergangenheit verpflichtet, die OCP-Einführung und Innovation in der gesamten Rechenzentrumsumgebung voranzutreiben. Unterstrichen wird dies durch das „OCP Experience Center“, das zum Teil von Circle B (einem Lösungsanbieter für OCP) betrieben wird und sich im Maincubes AMS01-Rechenzentrum in Amsterdam befindet. Es hilft CIOs, CTOs, IT-Managern und Rechenzentrumsmanagern, die Bedeutung der OCP-Designs für ihre Einrichtungen zu verstehen. Das Zentrum ermöglicht außerdem das Testen von OCP-basierter IT, die für bestimmte IT-Umgebungen relevant sind.

Jetzt geht Maincubes davon aus, dass es in Amsterdam möglich sein wird, mindestens 1 Megawatt oder mehr mit dieser Art des runderneuerten OCP-Equipments zu füllen.

Das OCP-Design ermöglicht bislang hauptsächlich des Hyperscalern Kosten- und Effizienzvorteile. Schaltschrankhersteller wie Rittal bis aber schon eine geraume Zeit Anpassungen, die auch in Enterprise-Rechenzentren zum Einsatz kommen können. Doch ein Co-Location-Datacenter mit wiederaufbereitetem Equipment, wie im „AMS01“, dürfte neu sein.
Das OCP-Design ermöglicht bislang hauptsächlich des Hyperscalern Kosten- und Effizienzvorteile. Schaltschrankhersteller wie Rittal bis aber schon eine geraume Zeit Anpassungen, die auch in Enterprise-Rechenzentren zum Einsatz kommen können. Doch ein Co-Location-Datacenter mit wiederaufbereitetem Equipment, wie im „AMS01“, dürfte neu sein.
(Bild: Maincubes)

Zu einen geht es bei der Kooperation darum, den Unternehmen einen klaren Weg für alle Unternehmen (unabhängig von ihrer Größe) zu verschaffen, um ähnliche Vorteile wie die Hyperscaler zu erzielen, und zwar in einer umweltverträglichen IT-Umgebungen, einschließlich Co-Location, die es erleichtern, effizient zu skalieren und Nachhaltigkeitsziele ohne Kompromisse zu erreichen. Denn zu den Vorteilen von OCP-Rechenlösungen gehören erhöhte Flexibilität, größere Betriebseffizienz und verbesserte Rechendichte sowie optimierte Leistung und Kühlung, optimierte Wartung und niedrigere Gesamtbetriebskosten.

Ali Fenn, Präsident von ITRenew, hält fest: „Wir sprechen im Rahmen dieser Partnerschaft nicht nur über die Fragen der CO2-Reduzierung und der verantwortungsbewussten Bedarfsdeckung bei Rechenzentren; wir ergreifen Maßnahmen und liefern echte Lösungen.“

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