Nein. Das kann sich wirklich kaum ein Europäer vorstellen, wie ein Gelände aussieht, auf dem binnen zwölf Monaten ein Rechenzentrumscampus für maximal 1 Gigawatt entsteht. Zur Besichtigung des Terawulf-Vorhabens am Lake Mariner eingeladen hat das Unternehmen Schneider Electric, das über den Zukauf von Motivair die CDUs für das Vorhaben liefert, nebst USV-Anlagen.
Die Größenordnung ist schier ungalublich: Im Mai hat Schneier Electric nicht nur zu einem Bsuch beim Cooling-Zukauf Moivair eingeladen, sonder auch auf die Datacenter-Baustelle von Terawulf am Lake Marina, auf der unter anderem Equipment des Herstellers verbaut wird.
(Bild: Schneider Electric)
Es sei die beste Akquisition, die Schneider Electric jemals getätigt habe, verrät einer der Schneider-Electric Manager; denn im Bereich Liquid Cooling, vor allem im Direct to Chip Cooling (DLC, D2LC) geht die Post ab und Motivair liefert Coolant Distribution Units (CDUs), von vergleichsweise kleinen Größen von 105 kW pro Einheit, die direkt im Rack verbaut werden, etwa im Design nach Spezifikationen vom Open Compute Project, bis zu 2,5 Megawatt-Einheiten, die an Racks oder Rack-Reihen angereiht sind.
Der Fertigungszeitraum für eine Unit dauert etwa 16 Stunden. Außerdem liefert das Unternehmen auch das entsprechende Zubehör von In-Rack-Manifolds und Cold Plates und Heat Dissipation Units (HDUs), Wärme-Ableiter, die die Serverhitze der Kühlung zuführen.
Motivair wurde 1988 im Bundesstaat New York mit dem ursprünglichen Fokus auf Entwicklung von industriellen Kühlsystemen gegründet. Doch schon recht früh entdeckte das Unternehmen das High Performance und Cloud Computing als attraktive Einnahmequelle für sich. Nach Angaben von Motivair-President und CEO Rick Whitmore laufen sechs von zehn der leistungsfähigsten Supercomputer mithilfe von Motivair-Technik. Das Unternehmen besitzt vier Standorte, allesamt im Bereich Lancaster, Buffalo.
Rich Whitmore, President und CEO der Motivair Corporation: „Flüssigkhlung ist heute für Rechenzentrumsbetreiber heute Pflicht.“
(Bild: Schneider Electric)
Im Jahr 2024 wurde bekannt, dass Schneider Electric zunächst eine Mehrheitsbeteiligung von 75 Prozent am Kapital von Motivair für einen Barpreis von 850 Millionen Dollar erwerben will, mit einer steuerlichen Neubewertung beinhaltet und einem Multiplikator im mittleren einstelligen Bereich des für das Geschäftsjahr 2025 prognostizierten Umsatzes. Im Februar 2025 wurde diese Transaktion abgeschlossen. Der Konzern geht davon aus, die verbleibenden 25 Prozent bis Ende 2028 zu erwerben.
Die 2,5-MW-Kühlmittelverteilungseinheit
Motivair by Schneider Electric, hat im Januar dieses Jahres 2,5-MW-CDU vorgestellt. Damit ist die „MCDU-70“ die derzeit Coolant Distribution Unit mit der höchsten Kapazität im Angebot von Motivair und soll die hohen Anforderungen von GPUs (Graphics Processing Units) beziehungsweise und KI-Fabriken im Gigawatt-Maßstab erfüllen können.
Mithilfe der „Ecostruxure“-Software von Schneider Electric arbeiten die CDUs von Motivair als zentralisiertes System und lassen sich auf über 10 MW skalieren. Die Kapazität sei somit „perfekt“ auf die Anforderungen großer Anlagen wie „Nvidia Omniverse DSX Blueprint“ abgestimmt.
Mit jeweils 2,5 MW können sechs MCDU-70 eine 4+2-Redundanz für diese Designs bieten, und die Kapazität der Einheit ist darauf ausgelegt, die GPU-Roadmap von Nvidia auf absehbare Zeit zu bedienen. Unternehmen, die AI-Cluster einsetzen, haben mit extremen Leistungsdichten in den Racks zu kämpfen, die aut Nvidia-Roadmap 1 MW und mehr erreichen werden.
Laut Whitmore ist heute Flüssigkühlung keine Kann-Überlegung mehr, sondern Pflicht. Die GPUs, die AI-Fabriken antreiben, erzeugen 20- bis 50-mal mehr Wärme als herkömmliche CPUs (Central Processing Unit). Alles drehe sich heute um Tokens. Das heißt einerseits, möglichst viele Tokens pro Watt zu generieren, also die Energie möglichst effizient einzusetzen, und zugleich die Kosten pro Token zu senken, also die Effizienz in Wert zu verwandeln. „Am besten, ein System kann beides“, so der Motivair-Manager.
Damit sei aber die ursprüngliche Motivation, die Energie-Effizienz im Rechenzentrum, den Wert für Power Usage Effectiveness, PUE, zu senken außen vor, ergänzt Tuan Hoang, Head of Cooling Technology and Product Development bei Schneider Electric, im Moment in Barcelona beheimatet. Stattdessen kommt der Wasserverbrauch ins Spiel. Doch wie hoch dieser tatsächlich liege, sei eine Sache der Architektur, keine Entscheidung für oder gegen Flüssigkühlung.
Der Grund ist die hohe Effizienzsteuerung der (Nvidia)-GPUs, beziehungsweise der KI-Rechenzentren. Um die Auswirkungen der Flüssigkeitskühlung zu veranschaulichen, stellt er zwei theoretische Fallstudien vor, in denen herkömmliche luftgekühlte Konstruktionen mit flüssigkeitsgekühlten Ansätzen in Dallas, Texas, und Paris, Frankreich, verglichen werden.
Fall 1
Ausgangspunkt ist ein luftgekühltes 100 Megawatt-Rechenzentrum in Dallas mit einem PUE-Wert von 1,148
Der Wasserverbrauch liegt bei 0,45 Liter pro Kilowattstunde IT, 402.000 Kubikmeter pro Jahr
damit wurden 1,00 x 108 Tokens generiert
ein durchschnittlicher Dallas-Haushalt benötigt im Schnitt rund 416 Kubikmeter Wasser pro Jahr
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Beim Einsatz von „Nvidia Vera Rubin“ im dem nunmehr flüssig gekühlten Dallas-Rechenzentrum ist der PUE-Wert auf 1,04 gesunken
der Wert für Water Usage Efectiveness (WUE) beträgt nun 197.000 Kubikmeter pro Jahr
Damit wurden 2,52 x 1011 generiert
Fall 2
Ausgangspunkt ist ein luftgekühltes Rechenzentrum in Paris mit einem PUE-Wert von 1,106 und einem WUE-Wert von 0,09 Liter pro Kilowattstunde IT. Es kommt damit auf einen Jahreswert von 108.000 Liter.
Beim Einsatz von Vera Rubin ändert sich der PUE-Wert auf 1,033 , der WUE-Wert auf 0,06 beziehungsweise auf 51.000 Kubikmeter pro Jahr.
Damit lassen sich 2,91 x 1011 Token generieren.
Der Wasserverbrauch in einem Pariser Durchschnittshaushalt beträgt etwa 110 Kubikmeter pro Jahr.
Hoang folgert: Während sich die PUE-Zahlen nicht signifikant änderten, deuteten die Prognosen nach der Umstellung auf Flüssigkeitskühlung auf eine Reduzierung des jährlichen Wasserverbrauchs um etwa 50 Prozent hin. (Diese Zahlen warten noch auf Veröffentlichung in einem Whitepaper, aber dieses „10 Ways to Harness the Energy and Water Efficiencies of Direct Liquid Cooling“ steht zur Verfügung).
Stand: 08.12.2025
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Damit tritt er gegen das Vorurteil an, Flüssigkühlung benötige mehr Wasser als der Datacenter-Betrieb mit Luftkühlung. Denn es komme auf die Architektur an. Zum einen können Rechenzentren komplett auf einen geschlossenen Kühlkreislauf setzen. Das durch die Server erhitzte Wasser wird mithilfe von Rückkühlern, zum Beispiel integriert in Kühltüren oder durch den Einbau von so genannten Cool Walls, durch die die gefilterte Luft in die Rechnerräume strömt, auf eine niedrigere Temperatur gebracht und verlässt die einmal gefluteten Rohre, Puffer und Pumpen nicht mehr. Zum anderen gibt es viele Spielarten der Kombination Luft-Wasser, die sich je nach den Standortbedingungen eine Rechenzentrums variieren lassen.
Datacenter-Betreiber Terawulf jedenfalls setzt komplett auf die Kühlsysteme von Motivair /Schneider Electric: Dazu zählen die Motivair Coolant Distribution Units (CDUs), In-Rack-Manifolds und „Chilled Doors“. Der Standort am Lake Ontario befindet sich in Barker bei Buffalo im US-Bundesstaat New York. Nach dem vollständigen Ausbau soll „Lake Mariner“ einen Leistungsbedarf von bis zu 750 MW gewährleisten.
Scale at Speed
Derzeit ist der künftige HPC- und KI-Standort auf dem ehemaligen Gelände eines Kohlekraftwerks eine Großbaustelle. Schwertransporter, Baumaschinen-Giganten, Lader, Bagger, Kräne, Planierraupen, Walzen, Betonmischer, Spundwände, Kabeltrommeln, Kondensatoren, Container, Straßen-, Parkplatz- und Gehwegs- und Unterkunftsprovisorien ... sowie rund 180 Bauarbeiter bestimmen das Bild. Mittendrin zwei runde Bassins im Durchmesser von alten Gas- und Öl-Hochbehältern, die für die Lagerung des Glykol-Wassergemischs gedacht sind, sowie das ehemalige Kesselhaus.
Dieses hat man stehen gelassen, um die ehemalige Infrastruktur für den A-und B-Feed der künftigen Rechenzentrumshallen gewährleisten zu können. Strom wird hier nicht mehr erzeugt. Heute setzt Terawulf auf die Stromversorgung über ein regionales Netz im Bundesstaat New York, dessen Strommix dank Wasserkraft und Solarpark zu rund 89 Prozent aus CO₂-freien Quellen besteht. Allerdings findet sich am Rand des Geländes ein Umspannwerk.
Zugleich investiert Terawulf in die Elektrizitätsgewinnung. Am 27 Mai 2025 hat das Unternehmen 100 Prozent der Gesellschaftsanteile an Beowulf Electricity & Data LLC Beowulf Electricity & Data übernommen. Die Unternehmen waren zwar vorher bereits eng verbunden, doch die Integration vereinfache die Unternehmensstruktur und das Know-how bei Stromerzeugung und Netzinfrastruktur bleibt im Haus.
In der damaligen Pressemitteilung hieß es, die Übernahme biete mehrere strategische Vorteile:
Verstärkte vertikale Integration und Energieexpertise. Beowulf E&D bringe umfassende Erfahrung in der Entwicklung und dem Betrieb von Stromerzeugungsanlagen und der dazugehörigen elektrischen Infrastruktur mit - 94 Mitarbeiter von Beowulf E&D, darunter Mitarbeiter des Standorts Lake Mariner sowie Mitarbeiter der Unternehmenszentrale, sind nun bei Terawulf beschäftigt.Die direkte Integration dieser Kompetenzen in Terawulf unterstützt die langfristige Wachstumsstrategie des Unternehmens, insbesondere da die Stromerzeugung für Hochleistungsrechnerbetriebe zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Verbesserter Zugang zu den Kapitalmärkten. Eine vereinfachte Unternehmensstruktur verbessert die Transparenz für Anleiheinvestoren und erleichtert die Schaffung eines wiederholbaren, effizienten Prozesses für den Zugang zu Projektfinanzierungen zur Unterstützung künftiger HPC-Infrastrukturinitiativen.
Erhöhte Attraktivität für Investoren. Die Beseitigung einer Struktur mit verbundenen Unternehmen ermöglicht eine breitere Zusammenarbeit mit institutionellen und Long-only-Investoren, die möglicherweise durch Angaben zu verbundenen Unternehmen in früheren Unterlagen eingeschränkt waren.
Eigentlich kommt das von Paul Prager und Nazar Khan, beide sind aus der Energieindustrie, gegründete Unternehmen vom Bitcoin-Mining. Aus den Anfangsjahren stammt auch das Projekt Nautilus Cryptomine (Pennsylvania) und das Joint Venture mit Talen Energy (Atomstrom-basiert). Um Kapital umzuschichten, wurden 2024 Anteile am Nautilus-Projekt für rund 92 Millionen Dollar verkauft. Nun will sich Terawulf auf HPC- und KI-Rechnerei konzentrieren, und wie Sean Farrell, Chief Operating Officer von Terawulf betont, das erfordere weitaus mehr Infrastruktur: „It`s crazy!“
Terawulf übernimmt 1 GW-HPC-Campus in Kentucky
Kaum ist der Besuch in Lake Mariner beendet gibt Terawulf des nächsten Ausbauschritt bekannt: Am 26. Mai hat das Unternehmen die Absicht veröffentlicht, den „Muskie Data Campus“ in Ost Kentucky übernehmen zu wollen. Die Akquisition entspricht der Strategie, baureife Standorte für KI und HPC mit langfristiger Stromversorgung, einer robusten Übertragungsinfrastruktur und einer starken Einbindung in die lokale Gemeinschaft zu entwickeln.
Der von Industrial Equity Partners („IEP“) erworbene Muskie Data Campus soll im Laufe der Zeit eine Rechenzentrumskapazität von mehr als 1 Gigawatt („GW“) aufbauen. Die Bereitstellung erfolt in zwei Stufen: Die ersten 500 MW sollen in der zweiten Hälfte des Jahres 2028 bereitsethen und weitere 500 MW sind für die zweite Hälfte des Jahres 2030 avisiert.
Das Gelände befindet sich im 404,7 Hektar großen „East Park Industrial Park“; 115,3 Hektar gehören zu Terawulf, optinal mit angrenzenden Flächen für zukünftige Erweiterungen.
Kentucky Power, ein Unternehmen der AEP-Gruppe, errichtet derzeit ein 345-kV-Umspannwerk, das an das bestehende 765-kV-Übertragungsnetz angeschlossen wird. Damit sei eine redundante, netztaugliche Strominfrastruktur geschaffen, die den gesamten Campus mit einer Leistung von über 1 GW versorgen kann, heißt es.
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Zwei Hallen auf dem Lake-Mariner-Gelände stammen noch aus der Krypto-Mining-Zeit. Eine dient mehr oder minder als 'Kantine' und Meeting-Center, in einer sind bereits Rechner mit passender Infrastruktur untergebracht, aber noch kein DLC, sondern Kühltüren. Die rund 2 Megawatt-Anfangsinstallation und Erhöhung der IT-Leistung auf 20 Megawatt dient zum Sammeln von Erfahrungen und als Testbed für die Schneider-Electric-Ausstattung.
On time, on budget
Denn Bedingung für die Wahl eines Lieferanten für das überaus ehrgeizige Vorhaben sei die Fähigkeit gewesen, dass Schneider Electric tatsächlich rechtzeitig und zu zugesicherten Preisen habe liefern können. Die Rückfrage, ob es denn in den USA keine Verteuerung des Equipments aufgrund der Sperrungen in der Straße vom Hormus in Folge des Iran-Kriegs gegeben habe, wurde als "politisch" zurückgewiesen. Hierzulande bekommen die Datacenter-Erbauer diese deutlich zu spüren.
„Durch die enge Zusammenarbeit mit Branchenführern wie Schneider Electric und Motivair beschleunigen wir den Ausbau KI-fähiger Kapazitäten an unserem Standort Lake Mariner. Zugleich stärken wir die operativen Grundlagen, die für eine langfristig hohe Kundennachfrage entscheidend sind“, sagt Farell stattdessen, der in einem anderen Zusammenhang auch einem John-Wayne-Film hätte entsprungen sein können oder wahlweise einem American-Football-Leinwand-Epos.
Apropos Western: Der Campus Lake Mariner wird, anders als bei Rechenzentren üblich, von bewaffneter Security und Polizisten bewacht.
Schneider Electric liefert vier Gründe für den Deal mit Terawulf:
Das Unternehmen könne von einem Ende zum anderen rund 90 Prozent der Datacenter-Ausstattung liefern. In diesem Fall sind das zusätzlich zu den Seitenkühlern und CDUs „Galaxy VX“ USV-Anlagen, „Galaxy Lithium-Ionen“-Batteriesysteme sowie „Netshelter“ Racks und Gehäuse.
Das Kühltechnikunternehmen war bekannt.
Schneider Electric orientiere sich am Puls der Zeit und das bedeute: „Scale at speed“, oder: Wie kann ich als Datacenter-Provider und IT-Unternehmen so schnell skalieren, das ich Marktanteile einstreichen kann", drückt es Marc Garner aus, Global President zuständig für Cloud & Service Provider bei Schneider Electric. Und das bedeute auch im Blick zu behalten, was Pace-Maker Nvidia auf der Roadmap hat: 600 Kilowatt pro Rack in der Generation „Vera Rubin“ und 1.000 kW pro Rack in der Generation „Feynman“.
Darüber hinaus hätten Schneider Electric und Motivair bei Planung und Engineering helfen können, unter anderem ist die Software „Ecostruxure IT Data Center Expert“ in die Terawulf-Umgebung integriert, um erweitertes Monitoring und mehr Transparenz im Betrieb zu ermöglichen. Die Client Services von Motivair sind zum Einsatz gekommen, um Risiken frühzeitig zu erkennen, Störungen zu minimieren und die Kühlinvestition bestmöglich auszuschöpfen.
Dazu liefert Robert Bunger, Cloud- & Service-Provider Technical & Solutions Director bei Schneider Electric, einen Exkurs zu 800DV-Stromversorgung in Rechenzentren beziehungsweise Power Sidecars. Diese werden unter anderem deswegen notwendig, weil sich sonst das dicht gepackte IT-Equipment nicht ausreichend mit Strom versorgen ließe.
Ein Rack, das derzeit mit 72 GPUs bestückt ist, benötigt acht Peitschen, also acht Stromzuleitungen, heutzutage zumeist von oben. Ein 144-GPU-System bräuchte aber 32 Peitschen. Das ist schon aus Platzgründen unmöglich. Trotzdem bezeichnet er die Gleichstrom-Sidecars als Übergangstechnik. Es bestehe die Notwendigkeit die Stromversorgung, selbstredend Gleichstrom, noch stärker zu zentralisieren: mit entsprechender Technik sei 2028/ 2029 zu rechnen (siehe auch: Schneider Electric: „5 Principles for 800 VDC in AI Data Centers: Rack-level Architectures as the Immediate Enabler“).
Bei Terawulf ist noch nichts davon zu sehen. Insgesamt beziffert Schneider Electric das Projektvolumen auf über 290 Millionen Dolllar. Vergleichsweise langfristige Mietverträge mit den Ankermietern Core42 und Fluidstack (mit Unterstützung durch Google) sichern den Ausbau auf dem 63,5 Hektar-Gelände ab.
Eine Blaupause
Manish Kumar, Executive Vice President, Secure Power and Data Centers bei Schneider Electric, fasst zusammen: „Mit der rasant steigenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur ist die Zeit bis zur Leistungsbereitstellung („time to power“) zu einem zentralen Engpass für den Ausbau geworden. Betreiber brauchen Partner, die Infrastruktur, Services und energietechnisches Know-how zusammenführen, um KI-Rechenzentren im industriellen Maßstab schnell umzusetzen“.
Die Partnerschaft mit Terawulf sei eine Blaupause dafür, wie sich Stromversorgung vor Ort, KI-gestützte Automatisierung, fortschrittliche Flüssigkeitskühlung sowie digitale Überwachung und Analytik an einem bestehenden Industriestandort kombinieren lassen. „So liefern wir resiliente, effiziente und skalierbare Rechenzentrumslösungen in dem Tempo und der Größenordnung, die die KI-Ära erfordert.“
Doch ist Terawulf-XXL tatsächlich ein kopierbares Modell für Europa? Selbst in en USA sind solche Vorhaben umstritten - Fragen nach der Akzeptanz durch die Bevölkerung sind bei Terawulf durchaus nicht willkommen. Bunger von Schneider Electric verweist auf die „Economy of Scale", will heißen: Wenige große Rechenzentren sind vielleicht insgesamt günstiger als viele kleine. Und Manager Hoang sagt: Wasserverbrauch ist eine Frage der Architektur und der Umgang mit Energie eine Frage der Politik.