5. Geburtstag der Container-Wundertüte Kubernetes

K8s feiert auf KubeCon + CloudNativeCon

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Blick auf den Hafen: Mit Containern hat man in Barcelona schon Erfahrung.
Blick auf den Hafen: Mit Containern hat man in Barcelona schon Erfahrung. (Bild: Srocke/ CNCF)

Die vom 20. bis 23. Mai in Barcelona ausgerichtete „KubeCon + CloudNativeCon Europe 2019“ war gleichsam eine Art Geburtstagsparty für die 2014 erschienene Container-Orchestrierung „Kubernetes“. 7.700 Besucher feierten eine geradezu wuchernde Plattform der Plattformen.

An Impulsen und Eindrücken mangelte es zur KubeCon + CloudNativeCon Europe 2019 wahrlich nicht. 7.700 Besucher folgten dem Ruf der Organisatoren von der Cloud Native Computing Foundation (CNCF) nach Barcelona und in die Messehallen der „Fira Gran Via“. Zu sehen gab es dort ein dicht gepacktes Konferenzprogramm sowie die Angebote von über 150 Sponsoren und Start-ups. Im Umfeld der Veranstaltung fanden zudem weitere, angegliederte Workshops und kleinere Konferenzen statt. Anlässlich der Veranstaltung gab es zudem zahlreiche Ankündigungen.

Auswahl der Ankündigungen

So präsentierte die zu The Linux Foundation gehörende CNCF zur Konferenz 42 neue Mitglieder – damit gehören der gemeinnützigen Organisation nun 400 Mitglieder an, die gemeinsam an einem Open Source Software Stack für Microservices und Container arbeiten.

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Die bisher separat gepflegten Monitoring-Lösungen „Open Tracing“ und „Open Census“ haben sich zu OpenTelemetry zusammengeschlossen und werden nun als „CNCF Sandbox Project“ geführt. Open Census hatte bereits zuvor den Status eines Incubation Projects inne; dem entsprechend erwartet Liz Rice – Chair des CNCF Technical Oversight Committee (TOC) – dass auch „Open Telemetry“ bald diesen Reifegrad erreichen wird.

Bereits jetzt hat das CNCF TOC die verteilte Datenbanklösung „Tikv“ zum Incubation Project gemacht. Die Lösung wurde seit August 2018 als Teil der CNCF Sandbox geführt.

Google kündigte Release Channels für die „Google Kubernetes Engine“ (GKE) an. Über die Kanäle „Rapid“, „Regular“ und „Stable“ können Unternehmen sowie Entwickler zwischen stabilen oder besonders aktuellen Kubernetes-Versionen wählen. Per Rapid Channel werde GKE 1.14 zudem in einer experimentellen Variante für „Windows“-Container bereitgestellt. Schließlich will Google das „Stackdriver“ Monitoring Tool allgemein verfügbar werden.

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Microsoft präsentierte die „Helm 3 Alpha“. Die kommende Version des Paketmanagers für Kubernetes werde auf den Helm Server Tiller verzichten und solle damit deutlich einfacher werden. Zudem werde man alle modernen Security-, Identity- und Authorisation-Features per Role-based Access Control (RBAC) sowie Custom Resource Definitions (CRD) nutzen.

Präsentationen

Huawei präsentierte mit „Kube Edge“ eine auf Kubernetes aufsetzende Plattform für Edge Computing. Zu der gehören ein leichtgewichtiger Client sowie Funktionen, die auch mit Verbindungsabbrüchen umgehen sollen. Künftig sollen auch Mesh-Architekturen möglich werden.

VMware nutzte die Konferenz um ein NSX Service Mesh mit Enterprise PKS vorzuführen.

Mesosphere zeigte, wie man die eigene Lösung zur Orchestrierung von Kubernetes selbst einsetzen kann.

Plattform statt fertiger Lösung

Die Vielfalt der dargereichten Informationen orientierte sich dabei ganz offensichtlich an der ausgesprochen umfangreichen „Cloud Native Interactive Landscape“. Zu deren Dreh- und Angelpunkten gehört zweifelsohne Kubernetes (K8s). Wie sich die Orchestrierung in den vergangenen Jahren erfolgreich gegen ganz ähnliche Angebote durchsetzen konnte, illustrierte CNCF Executive Director Dan Kohn in seiner Keynote.

Der zufolge hat Kubernetes mittlerweile einen deutlichen Vorsprung gegenüber „Mesos“ oder „Docker Swarm“ errungen – und der Abstand wächst weiter. Als Hauptgründe dafür nannte Kohn die solide technische Basis, den herstellerneutralen Open-Source-Ansatz sowie eine lebendige C

Und die hatte allen Grund zum Feiern. Nachdem der mittlerweile für VMware tätige Joe Bedas erster Commit für Kubernetes am 7. Juni 2014 auf Github erschien, feiert die aus Googles Borg-Programm hervorgegangene Software in diesem Jahr ihren fünften Geburtstag.

Als fertige Lösung aus der Box sollte man Kubernetes freilich nicht betrachten. Brian Liles – Senior Staff Engineer bei VMware und Program Chair der Veranstaltung – bemühte stattdessen das Bild einer Cloud-nativen Plattform mit der sich Plattformen bauen ließen.

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Anwendergeschichten mit Schreckmomenten

Die Tücken dabei schilderte dabei David Xia auf der großen Keynote-Bühne in Halle 6. Der Software Engineer beim Musik-Streaming-Dienst „Spotify“ skizzierte dabei, wie er erst versehentlich einen produktiven Kubernetes-Cluster mit 50 Nodes gelöscht und im Anschluss wieder hergestellt hat. Gute Planung, schrittweise Migrationsstrategien und eine Kultur des Lernens haben das Unternehmen dabei vor dem Schlimmsten bewahrt – Kunden hätten von den gelöschten Clustern nichts mitbekommen.

Aber auch reine Erfolgsstorys kamen nicht zu kurz: Katie Gamanji, Platform Engineer bei Condé Nast International schilderte wie Condé Nast Kubernetes nutzt, um monatlich anderthalb Milliarden Page Views weltweit zu bedienen. Jason McGee von IBM erläuterte, wie sich tausende Kubernetes-Cluster weltweit skalieren lassen.

Gedankenspiele für die weitere Reise

Damit nicht genug, dachte Brian Liles über die weitere Reise der Entwickler-Community nach. Das Vehikel für den Weg sei Kubernetes, das Ziel ein Konzept, das man in der Realität nie erreiche.

Während Kubernetes bereits jetzt in Rechenzentren, Cloud und auf Desktops laufe, sinnierte Liles über weitere Anwendungen in Autos oder im Edge-Umfeld. Auch im Einzelhandel könnte man bestehende Rechner womöglich per Kubernetes clustern.

Selbst die Idee einer Cloud-nativen Version von „PostgreSQL“ brachte Liles ins Spiel. Eine solche Anwendung könnte sich dann selbst redundant und verteilt installieren. Die Möglichkeiten seien schier endlos.

Und auch die Einstiegshürden ließen sich reduzieren. So könnte man gezielt auch Entwickler anderer Sprachen, als dem für Kubernetes verwendeten Go Code, ansprechen oder das Design von Schnittstellen überdenken.

Vorträge sind online, weitere Termine stehen

Wer nicht persönlich bei der „KubeCon + CloudNativeCon Europe 2019“ vor Ort war, kann Teile der Veranstaltung online nachholen. Vortragsprogramm und Folien gibt es bei der Linux Foundation, auf Video festgehaltene Keynotes und Sessions sind auf YouTube verfügbar.

Die kommenden Veranstaltungen unter der Reihe „KubeCon + CloudNativeCon“ sind bereits geplant. Schon vom 24. bis 26. Juni macht das Event Station in Shanghai, vom 18. bis 21. November gastiert die CNCF dann in San Diego. Europäische Interessenten sollten sich den 31. März bis 3. April 2020 im Kalender anstreichen – dann geht es nach Amsterdam.

Transparenzhinweis

Der Autor des Textes reiste auf Einladung und Kosten von The Linux Foundation nach Barcelona.

Dirk Srocke
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